Inhalt

Rückblick

Hoffnung und Enttäuschung

Matthias Hüppi, Garmisch
Montag, 21. Februar 2011, 11:49 Uhr

SF-Kommentator Matthias Hüppi blickt auf die Männer-Rennen an der WM in Garmisch zurück. Mit nur einer Medaille haben die Swiss-Ski-Fahrer enttäuscht. In Garmisch zeigte sich aber auch, dass die Zukunft durchaus erfolgreicher werden könnte.

Bild

Mehr zum Thema

Artikel bewerten

  • Durchschnittliche Bewertung: 4
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Artikel teilen

Super G

Mit drei Podestplätzen zu Beginn des WM-Winters hatte das Schweizer Team sein Medaillenpotential in dieser Disziplin frühzeitig angedeutet. Möglicherweise zu früh, denn ab Mitte Dezember flachte die Leistungskurve ab. Dennoch blieb der Gewinn einer Medaille das durchaus realistische Ziel. Didier Cuche verpasste Bronze um 0,31 Sekunden. Carlo Jankas siebter Platz ist unter den mittlerweile bekannten Umständen ebenfalls nicht als Enttäuschung zu werten. Tobias Grünenfelder, notabene Sieger des ersten Rennens in Lake Louise, und Silvan Zurbriggen erfüllten die Erwartungen hingegen nicht.

Abfahrt

Nach dem Forfait von Carlo Janka startete Didier Cuche erneut als grosser Schweizer Hoffnungsträger. Trotz der hohen Startnummer erledigte er die schwierige Aufgabe souverän: Silber und das grosse Aufatmen im Schweizer Team! Ein dickes Kompliment verdient Beat Feuz für seinen ersten WM-Auftritt. Platz 9 mit der hohen Nummer 29 und damit ein Versprechen für kommende Zeiten! Ambrosi Hoffmann vermochte die günstige Startnummer nicht in einen Exploit umzuwandeln und Silvan Zurbriggen blieb mit dem 12. Platz deutlich hinter seinen Topresultaten dieser Saison (Sieg in Gröden, Platz 2 in Bormio) zurück.

Bild Didier Cuche sorgte für das einzige Schweizer Highlight.
Didier Cuche sorgte für das einzige Schweizer Highlight. keystone

Kombination

Zum besonders trüben Kapitel wurde die Kombination. Nur zwei Schweizer am Start, keiner im Ziel. Aber auch hier ist Differenzieren angesagt. Während Silvan Zurbriggens Medaillentrumpf schon in der Abfahrt entwertet wurde, lieferte Beat Feuz mit der zweitschnellsten Abfahrtszeit gleich die Bestätigung seiner guten Leistung im Spezialrennen. Sein Ausscheiden im Slalom darf man unter der Rubrik „grosses Pech" abschreiben. Die Medaille war nahe, die Enttäuschung über den verpassten Coup gross. Aber der Emmentaler konnte auch in diesem Rennen wichtige Erfahrungen sammeln.

Riesenslalom

Bei Carlo Janka, Didier Cuche und Sandro Viletta war das medizinische Bulletin vor dem Riesenslalom das weit grössere Thema als ihre bisherigen Resultate in dieser Disziplin. Und das ist selten ein besonders gutes Zeichen…. Dennoch zeigten Cuche und Janka im ersten Lauf eine gute Leistung. Umso bedauerlicher war der Rückschlag im zweiten. Dass sie die gesundheitlichen Probleme nicht als Entschuldigung ins Feld führten, spricht für die beiden. Der erhoffte Medaillengewinn blieb aus, die Cracks Ligety, Richard und Schörghofer waren an diesem Tag einfach besser. Für den Schweizer Lichtblick sorgte Justin Murisier einen guten Monat nach seinem 19. Geburtstag: drittschnellste Zeit im zweiten Lauf, Platz 13; kurz ein Versprechen für die Zukunft!

Slalom

Vier Rennen (ohne Teamwettkampf), eine Medaille: dass ausgerechnet der Slalom diese magere Bilanz aufpolieren würde, war nicht zu erwarten - und traf dann auch bei Weitem nicht ein. Die Schweizer waren im letzten WM-Rennen von der 1. Slalom-Liga meilenweit entfernt. Dies gilt insbesondere für die Routiniers Silvan Zurbriggen und Marc Gini. Etwas milder müssen Markus Vogel und Justin Murisier bewertet werden.

So blieb es also in der Gesamtwertung bei der Silber-Medaille von Didier Cuche. Die Erwartungen konnte das Schweizer Team nicht erfüllen. Lichtblicke wie Beat Feuz und Justin Murisier lassen aber für die nächste Ski-WM 2013 in Schladming hoffen.

Bild SF-Kommentator Matthias Hüppi.
SF-Kommentator Matthias Hüppi. SF