Ski-WM
Ski-WM 2011: Nach Plan, ohne Euphorie
Die 41. Ski-Weltmeisterschaften sind zu Ende. Garmisch-Partenkirchen hat sich erstmals nach 33 Jahren wieder als Gastgeber von alpinen Titelkämpfen präsentieren und dabei im Allgemeinen überzeugen können. Ok-Chef Peter Fischer spricht von der Erfüllung seines Lebenstraum.
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14 Tage lang stand Garmisch-Partenkirchen im Mittelpunkt des Ski-Sports. Von der fantasievollen Eröffnungsfeier bis zum abschliessenden Männer-Slalom kann man von einem gelungenen Event sprechen. Mehr aber auch nicht.
Verkehrschaos ausgeblieben
Im organisatorischen Bereich konnte der Gastgeber überzeugen. Er habe von den Deutschen auch nichts anderes erwartet, sagt Gian-Franco Kasper, Präsident des Internationalen Ski-Verbandes.
Im Vorfeld wurden Probleme im Verkehrsbereich befürchtet. «Im Ticketpreis waren An- und Abfahrt mit dem Zug inbegriffen. Zudem haben wir eine Menge Geld in den Shuttle-Service gesteckt. Nun kann ich sagen: Es hat sich gelohnt, das grosse Verkehrschaos blieb aus», bilanziert Peter Fischer, Chef des Organisationskomitees.
Fischer: «Wir können zufrieden sein»
Die Besucher seien mit dem Anlass zufrieden, so Fischer weiter. «Dies haben wir vor allem dem Wetter zu verdanken.» Es gab zwar im Riesenslalom der Frauen eine Startverschiebung, aber kein Rennen musste auf einen anderen Tag angesetzt oder gar abgesagt werden. «Mit den knapp 130'000 Besuchern, inklusive Eröffnungsfeier, haben wir unser Ziel bei den Ticketeinnahmen sogar um 10 Prozent übertroffen. Wir können zufrieden sein.»
Die Fan-Atmosphäre in den beiden Ski-Stadien und in der Stadt war phasenweise gut, aber nicht überbordend, nicht ansteckend. Dennoch zeigt sich der OK-Chef positiv überrascht: «Dies ist etwas, das man nicht steuern kann. Ich habe das WM-Feeling gespürt. Dies konnte man hier nicht unbedingt erwarten.»
Die Kandahar - Thema Nummer 1
«Festspiele im Schnee» lautete das Motto der WM. Dass ausser auf den Wettkampf-Pisten kaum mehr irgendwo Schnee liegt, sei ein Faktum, mehr nicht, findet Fischer. «Wir können nicht ändern, dass Garmisch auf 710 Metern über Meer liegt. Klar wäre es schön, wenn alles weiss wäre und die Sonne scheint. Aber wir haben hier keinen Wunschkatalog. Es nützt nichts, wenn alles weiss ist, aber das Wetter nicht mitspielt.»
Gesprächsthema Nummer 1 während den 2 Wochen war die Beschaffenheit der Kandahar-Piste. Als zu hart, zu eisig und zu schwierig wurde sie von einigen Athleten bezeichnet. Didier Cuche sprach von «Schwachsinn» und meinte damit die vielen Schläge. Die Athleten stürzten in der Abfahrt im Zielraum reihenweise, völlig entkräftet, aber keiner verletzte sich ernsthaft. Die Strecke war eine Herausforderung, war mit dem «Freien Fall» spektakulär und brachte nur würdige und keine Zufallsweltmeister hervor - absolut WM-würdig.
Die unzuverlässige Zeitmessung
Es gab es, das grosse Ärgernis an der WM: die Zeitmessung. Mal wies eine Fahrerin 18 Sekunden Rückstand auf, dann plötzlich nur noch eine. Cuche kam in der Abfahrt ins Ziel, aber ohne Zeit. Die Zuschauer mussten dem Schweizer mit den Fingern deuten, auf welchem Rang er gelandet war. «Es gab Probleme im Datensystem», gesteht Kapser, «aber die Schlusszeiten sind absolut korrekt.» Ärgerlich, dass die Zeitmessung ausgerechnet an einer WM nicht einwandfrei funktioniert.
Für Fischer war die Ski-WM ein Lebenstraum. Die WM-Idee wurde im Jahr 2000 geboren, ab 2002 setzte man sich intensiv mit dem Thema auseinander. «Wir haben im Weltcup immer zu den Besten gehört, doch die Krönung ist eine WM. Jetzt haben wir es geschafft, mein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen.»
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