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Abfahrt Männer

Didier Cuche - wieder von einem Kanadier geschlagen

Samstag, 12. Februar 2011, 13:42 Uhr

Im 4. Rennen der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen hat es endlich geklappt. Didier Cuche holt mit seinem 2. Platz in der Abfahrt die erste Medaille für die Schweiz. Wie schon in Val d’Isère vor zwei Jahren wurde er nur von einem Kanadier bezwungen.

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Der Druck auf den Schultern von Didier Cuche war vor der WM-Abfahrt riesengross. Mit Didier Défago und Carlo Janka fehlten verletzungs- und krankheitsbedingt 2 Schweizer, welche ebenfalls Chancen auf einen Medaillenplatz gehabt hätten. Der Neuenburger hielt dem Druck stand und erfüllte die hohen Erwartungen der Schweizer Skifans.

Zum 2. Mal Silber

Gold in der Abfahrt an einer Weltmeisterschaft oder Olympia ist für ein Skirennfahrer das Mass aller Dinge. Auch 2011 verpasste Cuche diesen Triumph haarscharf - wie schon vor zwei Jahren. Ein kurzer Rückblick: Die besten WM-Resultate hatte der Neuenburger vor 2 Jahren in Val d`Isère erzielt. Im Alter von 34 Jahren wurde Cuche als ältester Skirennfahrer Weltmeister im Super-G. In der Königsdisziplin Abfahrt bestätigte Cuche seine gute Verfassung und holte sich die Silbermedaille. Seine erste WM-Medaille hatte er sich schon 2007 in Are mit dem 3. Rang im Riesenslalom gesichert. An Olympischen Spielen holte Cuche bisher eine Medaille: Silber im Super-G 1998 in Nagano.

Medaillen in 3 verschiedenen Jahrzehnten

In Garmisch reichte es dem Neuenburger in der Abfahrt also wieder nicht zuoberst aufs Podest. Vorwürfe muss er sich aber keine machen, denn Weltmeister Erik Guay zeigte auf der «Kandahar»-Strecke eine absolut perfekte Fahrt. Mit dem erneuten Edelmetall in Garmisch ist Cuche nun der einzige Skirennfahrer, welcher in 3 verschiedenen Jahrzehnten eine Medaille an einer WM oder an olympischen Spielen holen konnte. Eine eindrückliche Bestmarke!

Glücklich über Silbermedaille

Didier Cuche sah sich nach dem Rennen denn auch nicht als Verlierer, sondern zeigte sich hocherfreut über den Gewinn der Silbermedaille: «Ich wusste, dass es mit solch warmen Bedingungen schwierig sein wird, Weltmeister zu werden. Ich bin überglücklich, dass ich eine Medaille holen konnte.»

Der Neuenburger zeigte zudem grosse Achtung vor dem frischgebackenen Weltmeister: «Guay ist kein überraschender Sieger. Während der Saison hatte er zwar häufig zu kämpfen, doch er schaffte es, im richtigen Zeitpunkt die beste Leistung abzurufen. Dies ist schön für ihn, etwas weniger für mich.»

Interview mit Cuche

Erneut ein Kanadier

Wie vor 2 Jahren in Val d`Isère wurde Cuche in Garmisch-Partenkirchen damit nur von einem Kanadier bezwungen. Damals war die Entscheidung äusserst knapp und somit noch bitterer für Didier Cuche gewesen. John Kucera war lediglich 4 Hundertstel schneller als der Schweizer und schnappte ihm die Goldmedaille sozusagen vor der Nase weg.

So knapp war die Entscheidung in Garmisch zwar nicht, ein kleiner Wermutstropfen bleibt aber trotzdem: Wäre Erik Guay nicht die Fahrt seines Lebens gelungen, hätte die Schweiz nach 14 Jahren wieder einen Weltmeister in der Königsdisziplin. Und Cuche hätte seine eindrückliche Karriere mit dem fehlenden Puzzleteil ergänzt.

(trum)