Tennis
Rückblick
Das Schweizer Sportjahrzehnt: Game, Set and Match Roger Federer
Er ist der wohl grösste Schweizer Sportler aller Zeiten. Roger Federer gewann im letzten Jahrzehnt 66 Turniere, wurde von Auszeichnungen auf der ganzen Welt eingedeckt und stellte Rekorde im Akkord auf. Ein Glücksfall für die Schweiz.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Wer oder Was steht für die Schweiz? - Schokolade, Matterhorn, Käse, Sackmesser, Luzerner Kappellbrücke, Uhrenindustrie, Reichtum, Banken. Eine Bank ist er im Tennisport, reich ist er auch und für die Schweiz steht sein Name: Roger Federer.
Das vergangene Sportjahrzehnt war die Dekade des 29-jährigen Baselbieters. Er dominierte den Tennis-Zirkus wie kein anderer, stellte Rekorde im Akkord auf und bezauberte mit seiner freundlichen und jovialen Art die Fans auf dem ganzen Globus.
Der wichtigste Rekord gehört Federer
Zum vierfachen Weltsportler des Jahres wurde Federer gewählt, vier Mal erhielt er die Auszeichnung zum Schweizer Sportler des Jahres. Seine Tennis-Rekorde füllen ganze Magazine, mit dem 16. in diesem Jahr bei den Australien Open errungenen Grand-Slam-Turniersieg hält er den wichtigsten. Die 23 Grand-Slam-Halbfinal-Qualifikationen (Wimbledon 2004 bis French Open 2010) in Folge wird wohl kein Tennispieler jeh überbieten können. Was diese Bestmarke so wertvol macht: Sie unterstreicht Federers unglaubliche Konstanz auf Weltklasse-Niveau.
2009 stiess der Baselbieter in den erlauchten Kreis jener Tennis-Cracks vor, die den Karriere-Grand-Slam (Gewinn aller 4 grossen Turniere) erreichen konnten. Insgesamt schafften dieses Kunststück bis heute 7 Spieler, als letzter Rafael Nadal im Jahr 2010. Allerdings gelang der Karriere-Grand-Slam nur Andre Agasssi, Federer und Nadal auf drei verschiedenen Belägen (Rasen-, Sand- und Hartplatz) - früher wurde nur auf Sand- und Rasenplätzen gespielt.
20001 - das Jahr des Durchbruchs
1998 spielte Federer erstmals auf der ATP-Tour. 2 Jahre später stand der damals 19-Jährige bereits in 2 Finals, verlor aber sowohl in Marseille (gegen Marc Rosset) wie auch in Basel (gegen Thomas Enqvist). Der 1. Turniertriumph auf ATP-Ebene gelang dem FC-Basel-Fan im Februar 2001. In Mailand (Indoor) bezwang er im Endspiel den Franzosen Julien Boutter. Es war der 1. von bislang 66 Turniererfolgen. Doch dies ist noch lange kein Rekord im Männer-Tennis: Jimmy Connors hat sagenhafte 108 Turniere für sich entscheiden können; eine Marke, die mit grosser Wahrscheinlichkeit auf für einen wie Federer nicht zu erreichen ist.
Das Jahr 2001 steht stellvertretend für den Durchbruch von Federer. Bereits vor dem Sieg in Mailand gewann er zusammen mit Martina Hingis den Hopman Cup. Für weltweites Aufsehen sorgte der Schweizer allerdings in Wimbledon. Auf dem «heiligen Rasen» schaltete er im Achtelfinal den 7-fachen Wimbledon-Sieger Pete Sampras sensationell in 5 Sätzen aus. Der Amerikaner war zuvor in 31 Spielen in Wimbledon ungeschlagen geblieben. Im Viertelfinal war dann aber Tim Henman zu stark für Federer. Am Ende des Jahres 2001 war Federer bereits die Weltnummer 13.
1. Grand-Slam-Sieg und die Nummer 1
Von nun an gings in der Weltrangliste nur noch in eine Richtung: aufwärts. Nach 3 Turniersiegen im Jahr 2002 folgte im 2003 der erste Karriere-Höhepunkt. In Wimbledon gewann Federer am 6. Juli (gegen Mark Philippoussis) als erster Schweizer Tennisspieler ein Grand-Slam-Turnier. Neben 7 Turniersiegen stiess er am Ende der Saison auf die Weltranglistenposition 2 vor.
Die Jahre 2004 bis und mit 2008 stehen für die erfolgreichsten in der Karriere von Federer. In dieser Zeitspanne bestritt er 65 Turniere und gewann davon unglaubliche 42, darunter 12 Grand-Slam-Titel (5 Mal Wimbledon in Serie). Ein Meilenstein war der 2. Februar 2002: Erstmals bestieg Federer den Tennisthron als Nummer 1 der Welt. Von dieser Position musste sich der Ausnahmekönner erst wieder nach 237 Wochen am 17. August 2008 von Rafael Nadal verdrängen lassen.
Auch auf Sand ein König
Die begehrte Nummer 1 holte sich Federer nach seinem 6. Wimbledon-Triumph im Juli 2009 wieder zurück. Es war ein spezieller Sieg: Nach über 4 Stunden rang er Andy Roddick mit 16:14 im 5. Satz nieder. Noch spezieller war der Sieg zuvor an den French Open - endlich konnte Federer auch dieses Grand-Slam-Turnier gewinnen.
Ein Jahr später war es Nadal, der in Paris auf Sand gewann und die Nummer 1 wieder und bis heute an sich riss. Federer hingegen rutschte auf die 3. Position ab, kämpfte sich aber gegen Ende des Jahres 2010 zurück, siegte zum 5. Mal bei den ATP World Tour Finals und beendete das Jahr als Nummer 2.
Es lockt London 2012
Der Ehrgeiz und die Freude am Tennis treiben Federer auch in Zukunft an. Und es gibt noch Rekorde, die ihn herausfordern. Während 285 Wochen war er die Nummer 1 der Welt, nur eine Woche weniger als Rekordhalter Sampras. Das Kapitel Olympia war im Einzel ein wenig berauschendes, im Doppel jedoch ist er Olympia-Sieger zusammen mit Copain Stanislas Wawrinka. 2012 finden in London die nächsten Olympischen Spiele statt; Tennis wird in Wimbledon, in seinem Wohnzimmer gespielt.
Federer hat das letzte Sportjahrzehnt geprägt. Seine Erfolge gingen um die Welt, mit ihnen stiess der Baselbieter in die Liga der ganz grossen Weltsportler auf - ohne Skandale, ohne grossen Worte. Typisch schweizerisch?
Turnier-Bilanz von Federer von 2000 - 2010
| Übersicht | |||||||||||
| 00 | 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | |
| Turniere | 28 | 21 | 25 | 23 | 17 | 15 | 17 | 16 | 19 | 12 | 18 |
| Finals | 2 | 3 | 5 | 9 | 11 | 12 | 16 | 12 | 8 | 6 | 9 |
| Titel | 0 | 1 | 3 | 7 | 11 | 11 | 12 | 8 | 4 | 4 | 5 |
| Grand Slams | |||||||||||
| 00 | 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | |
| Austr. Open | 3R | 3R | 4R | 4R | S | HF | S | S | HF | F | S |
| French Open | 4R | VF | 1R | 1R | 3R | HF | F | F | F | S | VF |
| Wimbledon | 1R | VF | 1R | S | S | S | S | S | F | S | VF |
| US Open | 3R | 4R | 4R | 4R | S | S | S | S | S | F | HF |
(jäg)
Meldungen im Tagesverlauf
- Wegelin & Co. ist offiziell «flüchtig» vor US-Justiz
- Amnesty International kritisiert auch Schweiz
- Amnesty-Jahresbericht: China und Ägypten am Pranger
- Saudi-Arabien kauft 55 Pilatus-Trainingsflugzeuge
- Wacker Thun gleicht Finalserie aus
- Aarau in der Barrage gegen Sion
- Siege für Luzern, Lausanne und FCZ
- Basel «feiert» Titel mit Niederlage
- «Die Another Day»: Unverletzt ohne Fallschirm – dank Karton
- Ausschaffungs-Initiative: Bundesrat schwenkt auf Automatismus ein
- Neue Atomgespräche mit Iran
- USA: Wegelin will beim zweiten Gerichtstermin doch auftreten
- Buongiorno Schwarzgeld!
- Ägypten wählt einen neuen Präsidenten – Ausgang völlig offen
- 12 Spielsperren für Joey Barton
- Schneider-Ammanns Seilschaft gescheitert – Dell'Ambrogio bleibt





