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Presseschau

Schweizer Nati «flachgelegt»

Mittwoch, 8. September 2010, 9:29 Uhr

Nach dem 1:3 gegen England herrscht im Schweizer Blätterwald Ernüchterung und zuweilen auch Ärger über die Hilflosigkeit der Schweizer Nati. Die englischen Zeitungen dagegen sind zufrieden: «So far, so good».

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Bereits stehe die Schweiz «mit dem Rücken zur Wand», so das Verdikt von «Le Matin». Mit der Hypothek dieses Spiels sei die Nati schon jetzt dazu verdammt, die kommenden Spiele unbedingt gewinnen zu müssen.

Blumen für Shaqiri, Mitleid für das Team

Der Zürcher «Tages-Anzeiger» spricht von einer «Lektion», die den Schweizern «vor Augen geführt habe, was und wie viel ihnen grundsätzlich fehlt, um auf Dauer grosse Gegner herausfordern zu können». «Blutarm» und «emotionslos», so die Attribute der ersten Halbzeit. Und weiter: «Hitzfelds Spieler mussten einem in ihrer Hilflosigkeit phasenweise fast Leid tun.»

Moniert wird zudem die «Ungeschicktheit» der Schweizer Spieler: «Viele waren nicht gut, sondern ungenügend bis schlecht.» Sie «schossen zwei-, dreimal nur, damit geschossen war, ohne Hart auch nur annähernd in Gefahr zu bringen.»

Auch die «Neue Zürcher Zeitung» spricht von einem «misslungenen Start». Und: «Es fehlte an so vielem.» Viel Lob gab es dagegen für Shaqiris Goal: «Es war ein Tor, das nur ganz selten gelingt. Und damit ist auch gesagt, worauf die Schweizer an diesem Abend zu sehr angewiesen waren - auf das Glück, auf irgendwas, das ihnen zu Hilfe gekommen wäre.»

Nervöse Schüler-Truppe

Für Shaqiris «Traumtor» nur schöne Worte übrig hat auch der «Blick»: «Elf Shaqiris müssten wir haben. Wir haben leider nur einen.» Dafür habe England Rooney, der die Schweiz schlicht «flachgelegt» habe, titelt die Zeitung und zeuselt in Anlehnung an die gegenwärtig populärste Boulevard-Geschichte Englands: «Wayne Rooney vernascht Hitzfelds Truppe», die «nervös wie Kids vor dem ersten Schüler-Fez gewesen sei».

«So far, so good»

Der Online-Ausgabe der «Sun» ist Rooneys Treffer weniger Platz Wert als seine ausserehelichen Aktivitäten. Die Mannschaft sei auf dem Weg, die Schlappe an der WM wiedergutzumachen. In dem Zusammenhang konstatiert das Blatt: «So far, so good»

Der «Guardian» sieht eine grosse Aufgabe von Hitzfeld darin, die Schweiz aus ihrem «Gefühl der Unterlegenheit» zu befreien. Die Website der Zeitung gesteht der Schweiz «Ausdauer» zu, die einer der «Schlüssel-Züge» unter Hitzfeld sei, mit Lichtsteiners Gelb-Rot jedoch stark geschwächt wurde.

(gasd)