Fussball
EM-Qualifikation
Portugals Fussball in der Krise
Heimremis gegen Zypern, Auswärtsniederlage in Norwegen: Portugals Nationalmannschaft steht schon nach 2 EM-Quali-Spielen unter Druck. Die «Selecção» steckt in einer Pechsträhne, für Coach Carlos Queiroz naht das Ende.
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«Eine Nationalelf, so kopflos wie der gesamte portugiesische Fussball», klagte die Zeitung Diário As Beiras . «Eine deprimierende und deprimierte Selecção», kommentierte O Público . Die portugiesischen Medien sind ob des Fehlstarts der Nationalmannschaft erschüttert.
Direkter Schuldiger an der 0:1-Niederlage vom Dienstag in Norwegen war Torhüter Eduardo. Der 27-Jährige vertändelte nach einem Rückpass den Ball auf dumme Art - der Norweger Erik Huseklepp erbte.
Kommt Paulo Bento?
Doch die Medien schiessen sich nicht nur auf den Keeper, sondern auch auf Trainer Carlos Queiroz ein. Die Direktion des nationalen Verbandes werde sich am Donnerstag treffen und über eine Ablösung des 57-Jährigen beraten, hiess es. Schon werden die Namen möglicher Nachfolger herumgereicht, etwa jener von Paulo Bento, von 1992 bis 2002 die Farben der Lusitaner trug.
Begonnen hatte das Ungemach für Queiroz schon vor der WM. Während der Vorbereitung auf Südafrika mischte er sich in eine Dopingkontrolle ein und wurde für sechs Monate gesperrt. In Oslo stand sein Assistent Agostinha Oliviera an der Seitenlinie.
Ohne Ronaldo kein Sieg
Der unglücklichen Umstände nicht genug, verletzte sich Ende August Cristiano Ronaldo am Knöchel. Der Superstar von Real Madrid musste für beide Quali-Spiele Forfait geben. Letzten Freitag kassierte Portugal vier Gegentreffer, soviele wie nie seit 30 Jahren. Nicht etwa gegen einen Grossen des Weltfussballs, sondern gegen Zypern. Das 4:4 kassierte Eduardo in der 89. Minute.
Und in Oslo hätten die Portugiesen einen Punkt holen können. Statt 5 Punkte hätte der Rückstand auf die Norweger nur 2 Punkte betragen. Doch Hugo Almeidas vermeintlicher Ausgleich wurde wegen Offsides annulliert.
Panik nicht angesagt
So schlecht der Vize-Europameister von 2004 in die Quali gestartet ist - verloren ist noch nichts. Schon die letzte WM-Quali schien für Portugal gelaufen, als man nach 5 Spielen nur 6 Punkte totalisierte. Dank einer starken 2. Hälfte (5 Spiele, 13 Punkte) reichte es via Barrage doch noch.
Balsam von Sepp Blatter
Eine gute Nachricht gab es am Tag nach der «Nacht von Oslo» doch. FIFA-Präsident Sepp Blatter deutete an, dass die WM 2018 in Europa stattfinden dürfte und die Doppelkandidatur von Spanien und Portugal eine ebenso grosse Chance habe wie die Kandidaturen von England, Russland und Niederlande/Belgien.
(boe)
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