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Shaqiri: «Es wäre mehr dringelegen»
Der bescheidene Auftritt gegen Australien von letzter Woche war kein Ausrutscher. Die Schweiz präsentierte sich auch gegen England defensiv fehlerhaft und die Stürmer treffen weiterhin das Tor nicht.
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Trainer Ottmar Hitzfeld war nach Spielschluss verärgert. Er wusste, dass seine Mannschaft kein gutes Spiel gezeigt und den Platz verdientermassen als Verlierer verlassen hatte. «Wir haben schlecht begonnen und nicht ins Spiel gefunden. Das frühe 0:1 hat die Mannschaft verunsichert. Aber trotzdem, es war ärgerlich, die erste Halbzeit war enttäuschend.»
Nicht verstehen konnte der Lörracher auch das Verhalten von Stephan Lichtsteiner. Der Lazio-Akteur musste nach etwas mehr als einer Stunde das Feld nach einem Foulspiel wegen einer gelb-roten Karte frühzeitig verlassen - in einer Phase, in der die Schweiz besser ins Spiel fand. Die erste Verwarnung kassierte Lichtsteiner nur 8 Minuten davor wegen Reklamierens. «Mich ärgert die erste gelbe Karte. Das darf einem Profi nicht passieren. Man muss in seinen Aktionen auch ans Team denken», enervierte sich Hitzfeld.
Abstimmungsprobleme in der Defensive
Die Schweizer Verteidigung hinterliess wie auch schon beim Test gegen Australien keinen sattelfesten Eindruck. Immer wieder brachen die Engländer über die Flügel durch; vor allem Reto Ziegler war in mehreren Aktionen überfordert. Aber auch das Zentrum mit Stéphane Grichting und Steve von Bergen war alles andere als unüberwindbar. Bei den Gegentoren 2 und 3 wurde die Hintermannschaft mit einem einzigen Pass ausgehebelt. Die Abstimmungsprobleme waren unübersehbar.
Im Mittelfeld gab die Partie gegen England nicht viele neue Erkenntnisse her. Gökhan Inler agierte mit viel Einsatz, aber Impulse konnte er dem Spiel keine geben. Sein Partner in der Zentrale, Pirmin Schwegler, spielte nicht schlecht, fiel aber auch selten mit guten Szenen auf.
Blasse Offensive
Auf den Seiten waren die auffälligsten Schweizer am Werk. David Degen knüpfte an die engagierte Leistung gegen Australien an und scheute keinen Zweikampf. Der in der Halbzeit ins Spiel gekommene Xherdan Shaqiri war ein belebendes Element und sein Tor Klasse. «Ich freue mich nur bedingt über meinen Treffer. Man hat gesehen, dass England über eine hohe Qualität verfügt. Aber es wäre in diesem Spiel mehr für uns dringelegen.»
Damit die Schweiz ein Kaliber wie England fordern kann, müssen auch wieder einmal Stürmer-Tore her. Eren Derdiyok war - wie gegen Australien - ein Totalausfall, durfte aber erneut über 90 Minuten ran. Sturm-Kollege Alex Frei interpretierte seine Rolle als hängende Spitze einmal mehr sehr defensiv. Der Basler-Topskorer liess sich viel ins Mittelfeld zurückfallen, war bemüht, aber wie alle Schweizer offensiv harmlos.
Mit der Niederlage in ihrem EM-Quali-Auftakt-Spiel ist für die Schweiz noch lange nichts verloren. Allerdings betonte Hitzfeld den schlechten Zeitpunkt der Niederlage: «Es war die erste Partie und dann auch noch zuhause.» Man muss kein Prophet sein, um festzustellen: Die Schweiz wird wohl Rang 2 anpeilen müssen, England scheint zu stark.
Einfach wird auch dieses Vorhaben nicht werden. Montenegro hat bereits 6 Punkte auf dem Konto, und das nächste Spiel der Schweiz findet im Oktober bei den Südost-Europäern statt. «Wir müssen in Montenegro punkten», weiss Hitzfeld. Ein Remis hat er damit wohl nicht gemeint.
(jäg)
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