Fussball
EM-Qualifikation
Die Gemeinsamkeiten von Wayne Rooney und Alex Frei
Sie sind die besten Torjäger von England und der Schweiz, trotzdem kämpfen sie um die Anerkennung der Fans: Wayne Rooney und Alex Frei. Vor dem Direktduell am Dienstag in Basel hoffen beide auf ein Ende ihrer Serie der Trost- und Torlosigkeit.
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Wayne Rooney und Alex Frei haben mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt - zumindest, was die Länderspiele betrifft. Beide sind Goalgetter, beide sind absolute Teamleader und beide haben mit Ressentiments zu kämpfen. Denn Rooney wie Frei warten seit 361 Tagen auf ein Tor mit dem Nationalteam.
Pfiffe gegen Rooney
Es ist Freitagabend im Wembley-Stadion, gegen Ende der 1. Hälfte: Rooney verliert unnötig den Ball, kurz darauf passieren ihm noch andere (harmlose) Fehler - und die englischen Fans beginnen zu pfeifen. Rooney antwortete auf seine Weise und leitet alle Treffer beim 4:0-Sieg gegen Bulgarien ein.
Trotzdem: Die Fans lasten ihm, dem Hoffnungsträger, die enttäuschenden Auftritte der «Three Lions» an der WM in Südafrika an. Dies, obwohl er sich nach dem blamablen Out gegen Deutschland (1:4) persönlich beim ganzen Land entschuldigt hatte.
Pfiffe gegen Frei
Ortswechsel, von London nach St. Gallen: Eine Stunde ist gespielt, als Frei die Chance erhält, seine Tormisere in der Nati im 9. Spiel zu beenden - doch der Captain trifft vom Elfmeterpunkt ans statt ins Lattenkreuz. Von den Rängen hagelt es gellende Pfiffe - bis er wenige Minuten später ausgewechselt wird. «Das war peinlich», sagte Nati-Coach Ottmar Hitzfeld; er meinte damit nicht den verschossenen Elfmeter.
«Rooney fühlt sich nicht wohl»
Rooney trifft für Manchester United in fast jedem Spiel und er wurde von Journalisten und Trainern zum britischen Spieler des Jahres 2010 gewählt. Doch im Nationalteam tut sich der Stürmer sehr schwer. «Es gibt sehr grosse Spannungen im englischen Lager», hatte sein Klubtrainer Alex Ferguson während der WM gesagt, «er fühlt sich nicht wohl».
Der unbeliebte Captain
Frei ist Captain und Rekord-Torschütze der Schweiz, übernimmt Verantwortung auf und neben dem Platz. Er hat sich mit seinen Engagements bei Rennes und in Dortmund viel Respekt verschafft - bis er zum FC Basel wechselte.
«Es ist logisch, dass die Zuschauer in St. Gallen oder Zürich nicht 'hurra' schreien und Blumen von den Tribünen werfen, wenn ich mit Basel in ihrem Stadion spiele», gab Frei in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger zu. Dass er jedoch im rot-weissen Dress ausgepfiffen wird, stösst auf Unmut. Hitzfeld erinnert: «Er hat grosse Verdienste für die Schweiz.»
«Undankbare» Rolle als hängende Spitze
Rooney und Frei spielten am Freitag (und teilweise schon zuvor) als hängende Spitzen - sie waren also nicht primär für Tore verantwortlich, sondern dafür, Raum für die Mitspieler zu schaffen. Trotzdem wird das Duo in der öffentlichen Wahrnehmung letztlich nur an seinen Toren gemessen - so auch am kommenden Dienstag im St.Jakob-Park.
Alex Frei und Wayne Rooney im Direkt-Vergleich
| Alex Frei | Wayne Rooney | |
| Geburtsdatum: | 15.07.1979 | 24.10.1985 |
| Verein: | FC Basel | Manchester United |
| Länderspiele: | 78 | 66 |
| Länderspieltore: | 40 | 25 |
| Letztes Länderspiel-Tor: | 09.09.2009 gegen Lettland (2:2) | 09.09.2009 gegen Kroatien (5:1) |
| Länderspiel-Debüt: | 24.03.2001 gegen Jugoslawien (1:1) | 12.02.2003 gegen Australien (1:3) |
TV-Hinweis: «SF zwei» überträgt am Dienstag den Schweizer Auftakts-Knüller zur EM-Qualifikation gegen England ab 20.00 Uhr live aus Basel. Sie können das Spiel zudem auch hier im «livestream» mitverfolgen.
(rst)
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