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Pfiffe in St. Gallen - Tore im Wembley
Kurz vor dem EM-Qualifikationsstart verbreiten Pfiffe gegen den Nati-Rekordschützen Alex Frei Unruhe und Unverständnis. England, Schweizer Gegner vom Dienstag, besänftigte am gleichen Abend seine Fans mit Toren.
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Australien mag für viele heimische Fussball-Fans nicht das Synonym von gutem, ansehnlichem Fussball sein. Doch Fakt ist: Australien hatte sich wie die Schweiz im Sommer für die WM-Endrunde in Südafrika qualifiziert - und dort immerhin Serbien bezwungen. Tatsache ist auch, dass die Schweiz am Freitag in St. Gallen gegen die Nummer 20 der FIFA-Weltrangliste gespielt hat, also nicht gegen einen Nobody.
Erfreuliche Erkenntnis der 90 Minuten war, dass die Gastgeber sich Torchancen en masse herausspielten. Bestätigt wurde jedoch auch einmal mehr, dass der Schweiz in offensiver Hinsicht jegliche Kaltschnäuzigkeit und Entschlossenheit fehlen.
Es zählt nur die Gegenwart
Der Captain, Alex Frei, übernahm in der 60. Minute Verantwortung, als er sich nach dem Elfmeter-Pfiff den Ball schnappte. 40 Länderspieltore hat der Basler für die Schweizer Auswahl in seiner Karriere erzielt, er trifft im Schnitt in jeder zweiten Partie, aber eben seit 472 Minuten nicht mehr.
So auch am Freitag. Das Publikum war erzürnt über den Fehlschuss und pfiff Frei danach bei jedem Ballkontakt aus. Nach 6 Minuten hatte Hitzfeld ein Einsehen und nahm den Nati-Rekordschützen vom Feld.
Nach Streller nun Frei als Zielscheibe
Rückblick - 8 Tage vor Beginn der EURO 2008 testete die Schweiz gegen Liechtenstein ihre Formstärke. Die Partie fand in St. Gallen statt, die Nati gewann diskussionslos mit 3:0, doch zu reden gab auch schon damals das St. Galler Publikum. Die Zuschauer pfiffen Marco Streller gnadenlos aus. Der FCB-Spieler erklärte deshalb den Rücktritt nach der EURO. Hitzfeld konnte ihn umstimmen.
In 4 Tagen beginnt für die Schweiz nicht eine EURO, aber eine EM-Qualifikation. Dass in einer solch wichtigen Phase das Schweizer Publikum in St. Gallen erneut nicht zu 100 Prozent hinter der eigenen Mannschaft steht, ist unverständlich und alles andere als fördernd. Es bringt Unruhe, intern und um die Mannschaft herum.
Die beste Antwort: Tore
Im Wembley waren - ebenfalls am Freitag - anlässlich des EM-Quali-Spiels England gegen Bulgarien 60‘000 Zuschauer mehr in der Arena als in St. Gallen. Die Fans, immer noch sauer vom frühen WM-Out ihrer Mannschaft, wollten etwas geboten kommen.
Die Spieler schenkten ihnen 4 Treffer - das beste Mittel gegen Pfiffe. Den Schweizern fehlten die Tore gegen Austalien. Doch die braucht es erst am Dienstag gegen England zwingend - und vor allem keine Pfiffe. Die wird es nicht geben, denn die Partie findet in Basel statt, im Wohnzimmer von Frei und Streller.
TV-Hinweis: Die Partie Schweiz - England können Sie am Dienstag ab 20.00 Uhr live auf «SF zwei» oder hier auf sport.sf.tv im «livestream» mitverfolgen.
(jäg)
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