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Aufschlag Bürer

15 Minuten mit Rafa

Stefan Bürer, New York
Freitag, 3. September 2010, 18:35 Uhr

SF-Moderatorin Steffi Buchli hatte in New York die seltene Gelegenheit und das Vergnügen, Rafael Nadal für die «sportlounge» zu interviewen. Mit dabei war auch SF-Kommentator Stefan Bürer, der an dieser Stelle schildert, wie das Interview überhaupt zu Stande kam.

Bild SF-Kommentator Stefan Bürer.
SF-Kommentator Stefan Bürer. SF

Als er dann endlich aufkreuzte, war es fast 6 Uhr abends. «So sind sie halt, die Leute auf Mallorca, immer kommen sie zu spät», entschuldigte sich sein Pressesprecher und zuckte lächelnd mit den Schultern. «Ist doch kein Problem», meinte unsere Produzentin und wandte sich dann an die zwei Kameramänner, den Tonoperateur und die Moderatorin: «OK guys, let’s start.»

Nadals Freude an den Kirschstängeli

Eine Viertelstunde später war der ganze Spuk bereits vorbei. Rafael Nadal löste das Ansteckmikrofon von seinem Shirt, bedankte sich herzlich für die von uns mitgebrachten und von ihm verehrten Kirschstängeli, verabschiedete sich höflich von allen Beteiligten, setzte sich an die Bar im Garten der Spielerlounge, wählte auf seinem Handy eine Nummer und begann ein längeres Gespräch. «Der spricht sicher mit seiner schönen Freundin», erklärte mir der Tonoperateur mit einem Hinweis auf das Lächeln in Rafas Gesicht.

Interview über Umwege

Ein längeres Interview mit der Nummer 1 im Tennis zu bekommen, ist nicht gerade einfach. Nicht für die Kollegen des spanischen Fernsehens und noch viel weniger für alle anderen. 99 Prozent solcher Anfragen werden abgelehnt. Chancen hat nur, wer über gute Kontakte verfügt. Das war mir klar, als mich die «sportlounge» vor knapp 3 Monaten fragte, wie man am besten zu einem längeren Interview mit Nadal komme. Also verwies ich sie an die erwähnte Produzentin, die den Pressesprecher des Spaniers seit vielen Jahren gut kennt.

Es folgte tatsächlich und ziemlich schnell ein: «Ja, wahrscheinlich machen wir das.» Klar war auch, dass das Interview irgendwann während der Turnierserie in Nordamerika stattfinden würde. Blieben nur noch ein paar wenige offene Fragen: Wann würde das definitive Ja kommen? Für wann? Und wohin würden wir so kurzfristig die Moderatorin einfliegen lassen? Nach Toronto? Cincinnati? Oder doch nach New York?

Zusage am letzten Wochenende

Am letzten Wochenende kam dann tatsächlich die Zusage. Für Mittwoch. New York also. Es galt, alles zu organisieren: das ganze technische Equipment (Kameras, Ton, Licht), ein geeignetes Setting, die nötigen Bewilligungen und Akkreditierungen. Am Dienstag landete Steffi Buchli in New York. Am Mittwochmorgen zeigten die Produzentin und ich ihr die ganze Anlage in Flushing Meadows und unser improvisiertes Interview-Studio im Garten der Spielerlounge.

Zwei Stunden Wartezeit

Und dann begann das lange Warten. Rafa trainierte von 14.30 bis 15.30, danach würde er kommen, so um 16 Uhr, meinte sein Pressesprecher via SMS. Um 16.30 meldete er, es werde noch 25 Minuten dauern. Kein Problem. Die Techniker nutzten die Zeit, um das Setting den sich ständig ändernden Lichtverhältnissen anzupassen.

17.15 Uhr: immer noch kein Rafa. Sollten wir den Pressesprecher mit einem weiteren SMS nerven? Lieber nicht, taktisch ungeschickt. Also warteten wir weiter. Einer der Kameramänner wollte im Bemühen um das perfekte Bild einen Mann wegschicken, der sich ins «Schussfeld» seiner Kamera gesetzt hatte. «Ich bin Rafas Pressesprecher, er kommt gleich», meinte der Mann und lachte. Ups.

Nadal gutgelaunt

Und siehe da: 30 Minuten später war er tatsächlich da. Locker, entspannt, gutgelaunt. Machte sich mit Steffi bekannt, bekam sein Ansteckmikrophon ans Shirt geheftet, setzte sich auf den ihm zugedachten Stuhl und wartete ein paar Sekunden auf die Anweisung der Produzentin: «OK guys, let’s go.» Zu sehen ist das Interview am nächsten Montag, um 22.20 Uhr in der «sportlounge».

Bild Rafael Nadal und Steffi Buchli.
Rafael Nadal und Steffi Buchli. SF