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Quali EURO 2012 - Die Karten werden neu gemischt
Ab Freitag spielen Europas Nationalmannschaften um die Teilnahme an der EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Während Welt- und Europameister Spanien mit breiter Brust das Unternehmen Titelverteidigung angeht, versuchen die gedemütigten WM-Verlierer Frankreich und Italien einen Neuanfang.
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Gruppe A: Das immer junge Deutschland als Favorit
Wie kaum ein anderes Team schafft es Deutschland, stets junge Talente zu integrieren und diese innert kürzester Zeit zu Leistungsträgern heranwachsen zu lassen. Hiessen die Jungstars vor 4 Jahren bei der Heim-WM Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski oder Philipp Lahm, so spricht man nach der WM in Südafrika von Mesut Özil oder Thomas Müller. Beide sind noch keine 22 Jahre alt.
Das Team von Joachim Löw verfügt über eine Dynamik sondergleichen und ist in der Gruppe A mit der Türkei, Belgien, Österreich, Kasachstan und Aserbaidschan klarer Favorit. Der Auftakt folgt für die DFB-Elf mit der Auswärtspartie gegen Belgien, danach empfängt man Aserbaidschan, ehe es in Berlin zur Neuauflage des EURO-2008-Halbfinals gegen die Türkei kommt. Trainer-Legende Guus Hiddink soll die Türken wieder an Europas Spitze führen.
Gruppe B: Dreikampf um das EURO-Ticket
Offen gestaltet sich die Ausgangslage in der Gruppe B. Platz 1 und die direkte Qualifikation für die Endrunde dürften Russland, Irland und die Slowakei unter sich ausmachen.
Die Russen haben es in der WM-Barrage verpasst, sich das Ticket für Südafrika zu sichern und wollen nun an die EURO. Auch Irland war in der Barrage an Frankreich und Thierry Henrys Hand gescheitert. Die «Boys in Green» haben seit 2002 an keiner Endrunde mehr teilgenommen. Aus dem Favoriten-Trio war einzig die Slowakei in Südafrika dabei - und hatte dort in der Vorrunde sensationell Italien bezwungen und nach Hause geschickt.
Gruppe C: Neue Hoffnung bei Italien
Jenes Italien, welches nach dem Vorrunden-Out in der Heimat mit Schimpf und Schande empfangen worden war, wagt nun nach der Demütigung bei der WM einen Neuanfang mit einem neuen Trainer und einem neuen Star.
Cesare Prandelli soll die einst so stolze Fussballnation als Coach wieder auf Vordermann bringen. Sein Debüt als Nationaltrainer missriet ihm beim 0:1 gegen die Elfenbeinküste allerdings. In der Offensive setzt der neue Coach neben Mario Balotelli von Manchester City, der jedoch verletzungshalber vorerst fehlen wird, vor allem auf den von seinem Vorgänger Marcello Lippi verschmähten Stürmer Antonio Cassano.
Italiens Weg an die EURO dürfte mit Gegnern wie Serbien, Slowenien oder Nordirland kein einfacher werden. Andrea Pirlo gibt sich aber zuversichtlich: «Prandelli war bislang mit allen Teams erfolgreich. So wird das auch mit der Nationalmannschaft sein».
Zum Auftakt geht es aber vorerst einmal nach Estland. Alles andere als ein Sieg der «Azzurri» wäre eine Bankrotterklärung für das Land des Calcio.
Gruppe D: Viele Ost-Reisen für Frankreich
Wie die Italiener haben auch die Franzosen etwas gutzumachen. Und wie bei den Italienern steht nach dem desaströsen Vorrunden-Out bei der WM nun mit Laurent Blanc auch ein neuer Trainer an der Seitenlinie.
Den Franzosen stehen in der Gruppe D mit Gegnern wie Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Weissrussland und Albanien etliche Reisen in den Osten bevor, wo sich die Auswärtsspiele schwierig gestalten könnten. Mit Rumänien hatte es die «Equipe Tricolore» bereits an der WM-Quali zu tun bekommen. Mehr als zwei Remis hatten dabei nicht herausgeschaut.
Gruppe E: Können Ibrahimovic und Co. den Vizeweltmeister fordern?
Vizeweltmeister Niederlande heisst der Favorit in der Gruppe E. Die Truppe von Bert van Marwijk ist in Südafrika mit nüchternem aber erfolgreichem Fussball bis in den WM-Final vorgestossen und dürfte auf dem Weg an die EURO einzig von Schweden oder Finnland gefordert werden. Die Schweden hoffen auf Rückkehrer Zlatan Ibrahimovic und treffen am Freitag auf Ungarn, für die Niederländer geht es zum «Warmschiessen» nach San Marino.
Gruppe F: Griechenland wieder gegen Israel
Nach 9 Jahren unter Otto Rehhagel mit 2 EM-Teilnahmen, inklusive dem Titelgewinn 2004, und der WM-Teilnahme in Südafrika bricht bei Griechenland eine neue Ära an. Der portugiesische Trainer Fernando Santos tritt bei den Hellenen aber in grosse Fussstapfen.
Die Gruppengegner des Europameisters von 2004 heissen wie schon in der WM-Quali Israel und Lettland, dazu kommen Kroatien, Georgien und Malta.
Gruppe H: Nordlichter gegen Sonnenanbeter
In der Gruppe H kommen mit Dänemark, Norwegen und Island drei Länder aus dem hohen Norden und zwei Nationen (Portugal und Zypern) aus wärmeren Gefilden. Das Nord-Süd-Duell könnte sich auf einen Zweikampf zwischen Portugal und Dänemark zuspitzen, wobei die Portugiesen im Rennen der beiden WM-Teilnehmer um Rang 1 im Vorteil sein dürften.
Gruppe I: Bahn frei für den Weltmeister?
Schottland, Tschechien, Litauen und Liechtenstein sind nicht zu beneiden. Diese Nationen, von denen sich Tschechien zuletzt für eine Endrunde qualifiziert hat (EURO 2008), bekommen es mit Weltmeister Spanien zu tun.
Die Iberer sind derzeit das Mass aller Dinge. Am Freitag hat mit Liechtenstein ausgerechnet die Nummer 141 der Welt das «Vergnügen», sich mit der Nummer 1 des FIFA-Rankings zu messen. Dabei will Spaniens David Villa in Vaduz den Torrekord von Raúl ins Visier nehmen. Um die Höchstmarke des Neo-Schalkers einzustellen, müsste Villa 2 Treffer erzielen, womit er in 66 Länderspielen 44 Tore totalisieren würde.
Für Schottland und Tschechien wird es in der Gruppe I darum gehen, sich den Barrage-Platz zu ergattern.
(bon)
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