Fussball
Nationalmannschaft
Scott Sutter und die Nati: Liebe auf den zweiten Blick
Scott Sutter kommt am Dienstag im EM-Qualifikationsspiel Schweiz - England vielleicht zu seinem ersten Teileinsatz in einem Wettbewerbsspiel mit der A-Nationalmannschaft. Dass er dies für die Nati und nicht für die «Three Lions» tun wird, hätte sich der YB-Spieler noch vor wenigen Jahren nicht vorstellen können.
Bild
Artikel bewerten
Artikel teilen
Vor knapp vier Jahren, im Herbst 2006, verkündete der damals 20-jährige schweizerisch-englische Doppelbürger Scott Sutter, er wolle später für das A-Nationalteam von England spielen und nicht für jenes der Schweiz. Damals war der gebürtige Londoner Spieler der Schweizer U21-Nati unter Bernard Challandes.
Liebe auf den zweiten Blick
Heute sagt der Sohn einer englischen Mutter mit polnischen Wurzeln und eines Schweizer Vaters, dass jene Äusserungen «wohl etwas überhastet gewesen seien.» Und Sutter sagt auch, dass er heute «mehr Schweizer sei als noch 2006.»
«Ich bin nun seit achteinhalb Jahren in der Schweiz. Dieses Land ist meine Heimat geworden. Dass das erste Aufgebot ausgerechnet für das Spiel gegen das Land ist, in dem ich die ersten Jahre meines Lebens verbracht habe, macht die Nomination doppelt speziell», sagt Sutter zum erstmaligen Aufgebot für die Schweizer A-Nati. Die Einsicht, dass der heute 24-jährige Rechtsverteidiger wohl nie eine Nomination für das englische Nationalteam erhalten hätte, wird ihm die Entscheidung erleichtert haben.
Erster Durchbruch 2005
Als 16-jähriger Teenager kam Scott Sutter 2002 in die Schweiz zu den Grasshoppers. Zuvor hatte er bei Millwall, Aston Villa und Charlton im Nachwuchs gespielt. Bei GC fasste Sutter nach einem harzigen Start Fuss und lief in der Saison 04/05 ein erstes Mal in der Super League auf. In den folgenden beiden Jahren bestritt er über 70 Einsätze für die Stadtzürcher - sowohl in der nationalen Liga als auch auf europäischem Parkett.
Das frühe Karriere-Ende drohte
Dann folgte der Rückschlag. Im Juni 2007 erlitt Sutter in einem Testspiel mit GC gegen den Oman nach einem groben Foul einen Knorpelschaden im Fussgelenk. Es drohte sogar das Karriere-Ende. Bis im Frühling 2009 bestritt Sutter keine Ernstkämpfe mehr. Vor seinem Wechsel zu den Young Boys in der Sommerpause 2009 kam der Rechtsfuss lediglich noch zu drei (Teil-)Einsätzen für die «Hoppers».
Zweiter Durchbruch 2009
Mit dem Transfer in die Hauptstadt ging es für Sutter wieder aufwärts. Auf der rechten Abwehrseite avancierte der Spieler mit der Nummer 7, der die Flanken als eine seiner Stärken bezeichnet, zur festen Grösse bei YB. Mit seinem Offensivdrang ist er im Spiel der Berner eine zusätzliche Waffe im Angriff.
Ein unbestrittenes Karriere-Highlight waren für Scott Sutter die beiden CL-Playoff-Partien gegen Tottenham - obwohl YB an den Londonern scheiterte. An der White Hart Lane hatte sich Sutter als Teenager mit seinem Vater die Partien seines Lieblingsklubs in der ersten Reihe hinter dem Tor angeschaut.
Auf sich aufmerksam machen
Dass der passionierte E-Gitarren-Spieler am nächsten Dienstag gegen England von Beginn weg aufläuft, ist unwahrscheinlich. Auf seiner Position ist Stephan Lichtsteiner unbestritten. Bleibt der Lazio-Verteidiger gesund, gibt es für Sutter an ihm auch in naher Zukunft kein Vorbeikommen.
Das Ziel von Scott Sutter muss es denn auch sein, in den Nati-Trainings und vielleicht am Freitag im Spiel gegen Australien Ottmar Hitzfeld zu beweisen, dass er künftig eine echte Alternative zu Lichtsteiner sein kann. Dann kann er - je nach Spielverlauf - gegen seine «alte Heimat» zu einem Teileinsatz kommen und darf darüber hinaus auf weitere Aufgebote für die Nationalelf seiner «neuen Heimat» hoffen.
(rek)
Meldungen im Tagesverlauf
- Neue Atomgespräche mit Iran
- Jetzt live: Ziel erreicht – MFO-Gebäude 60 Meter verschoben
- Hollande will Eurobonds durchdrücken
- Wirtschaftsspionage: Ems Chemie kritisiert Bundesanwaltschaft
- EU-Staaten ringen um Wachstumsstrategie
- Ausschaffungs-Initiative: Bundesrat schwenkt auf Automatismus ein
- Schneider-Ammanns Seilschaft gescheitert – Dell'Ambrogio bleibt
- Verbotener Gentech-Raps entdeckt
- «DJ Charlie»: Prinz Charles an den Plattentellern
- Facebook-Debakel wird zum Futter für Juristen
- Mehrheit der Sans Papiers ohne Krankenversicherung
- Grossandrang vor Kairos Wahllokalen – auch wegen der Hitze
- Atomausstieg: Bundesrat will bei Stromnetz Gas geben
- Bewegte Geschichte des MFO-Gebäudes
- Heiko Vogel: «Umbruch ist auch eine Chance»
- Flori Lang nur knapp im Halbfinal
















