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Aufschlag Bürer

Roger Federer - 10 Gründe für ein Hallelujah

Stefan Bürer
Samstag, 28. August 2010, 9:25 Uhr

Roger Federer hat rechtzeitig auf die US Open seine Form wieder gefunden und hat beste Aussichten, sein 17. Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. SF-Kommentator Stefan Bürer nennt 10 Gründe, wieso an einen Erfolg des Schweizers in Flushing Meadows geglaubt werden darf.

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Bild SF-Kommentator Stefan Bürer.
SF-Kommentator Stefan Bürer. SF

Roger Federer ist der Topfavorit für die US Open. Meinen die Buchmacher. Meinen plötzlich auch wieder viele Beobachter, die den Schweizer vor knapp zwei Monaten (mal wieder) abgeschrieben hatten. Und – nicht unerheblich – meint er selber wahrscheinlich auch.

Die Reaktion Federers auf Paris und Wimbledon war in der Tat stark. Es spricht also tatsächlich einiges für den Schweizer (macht: einen Grund für ein mögliches Hallelujah). Bei genauerem Blick auf seine Gegnerschaft aus den Top 10 der Setzliste könnten ausserdem nochmals 9 Gründe dazukommen. Könnten. Der Versuch einer Prognose (ohne Gewähr, Garantien, Sicherheiten, Haftung etc.).

Rafael Nadal weiss zwar, dass es bei Grand Slams keinen schnelleren Belag gibt als jenen bei den US Open. Und er weiss auch, dass er in New York nicht gewinnen wird, wenn er sich fast ausschliesslich weit hinter der Grundlinie bewegt. Und trotzdem verlässt er dieses, sein bevorzugtes Territorium, nur ungern. Obwohl er es könnte. Prognose: Verliert im Halbfinal gegen Murray.

Novak Djokovic spielt gut. Sehr gut. Zu gut für die meisten. Aber nicht mehr ganz so gut wie Ende 2007 und Anfang 2008. Also nicht gut genug, um die anderen drei der «Fabulous Four» bei den ganz grossen Turnieren zu schlagen. Kommt im Achtelfinal nicht an Mardy Fish vorbei.

Andy Murray ist immer noch nicht bereit für den letzten, den ganz grossen Schritt. Vor allem dann nicht, wenn er im Final gegen.... Roger Federer spielen muss.

Robin Söderling ist zusammen mit Berdych der härteste «hitter» der Top Ten. An einem guten Tag kann Söderling jeden Gegner vom Platz schiessen. Sein Problem: er muss 7 gute Tage haben. Im Viertelfinal gegen Federer hat er nicht seinen besten.

Nikolai Dawidenko. Oh ja, Dawidenko. Wirkt oft wie eine gut geölte Maschine. Läuft die Maschine, kann er unwiderstehlich sein. Kommt ihm sein Kopf in die Quere (was in den wichtigen Matches fast immer passiert), gerät die Maschine ins Stottern. Es spricht wenig dafür, dass sich daran etwas geändert hat. Out in Runde 2 gegen Richard Gasquet.

Tomas Berdych. Siehe Söderling. Ausserdem: defensiv längst nicht so stark wie offensiv. Gilt übrigens auch für Söderling. Verliert im Viertelfinal gegen Murray.

Fernando Verdasco. Matchbilanz seit dem Achtelfinal von Roland Garros: 4:6. Ist nicht in Topform und hat einen Viertelfinal von letztem Jahr zu verteidigen. Too much für den smarten Spanier. David Nalbandian wirft ihn in Runde 3 aus dem Turnier.

Andy Roddick. Der nächste Anlauf des Amerikaners, um zu widerlegen, dass er nur ein „one slam wonder“ ist. Er will raus aus der Kategorie der Thomas Johansson, Petr Korda und Albert Costa. Bisher ist er an diesem Anspruch immer gescheitert. Manchmal knapp, manchmal dramatisch, manchmal kläglich. Aber eben: immer. Diesmal kommt das Scheitern im Halbfinal. An Federer.

David Ferrer. Nun ja, bei allem Respekt: Ferrer ist kein Anwärter. Die amerikanischen Hartplätze sind zu schnell, selbst für den schnellen Spanier. Geht schon nach der ersten Runde und einer Niederlage gegen den scharf schiessenden Ukrainer Alexandr Dolgopolov raus.