Fussball
Europa League
Das Märchen vom Lac Léman
Vor 7 Jahren noch in der 2. Liga interregional, nun auf dem europäischen Parkett. Lausanne-Sport hat als Challenge-League-Verein das Kunststück geschafft, sich für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren - quelle surprise!
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Es ist eine dieser Geschichten, wie sie nur der Fussball schreiben kann. David gegen Goliath, 3 Millionen Franken Budget gegen 100 Millionen, Lausanne-Sport gegen Lokomotive Moskau. Und am Schluss steht der Underdog vom Lac Léman nach 120 Minuten, in denen aufopfernd gekämpft wurde, und anschliessendem Elfmeterschiessen in der Gruppenphase der Europa League.
Von der 2. Liga in die Europa League
Dass Lausanne 2010 auf europäischem Parkett tanzt, damit hat vor 7 Jahren wohl niemand gerechnet. 2003 hatte Lausanne-Sports Konkurs anmelden müssen und tauchte als Lausanne-Sport in der 2. Liga interregional wieder auf. Von dort marschierte der Klub von der Pontaise jedoch bis in die Challenge League durch, wo das Team von Martin Rueda in der aktuellen Saison nach 5 Siegen in 5 Partien als klarer Leader vor Rivale Servette dasteht.
Celestinis Fehlprognose
Ebenfalls im falschen Film dürfte sich Fabio Celestini wähnen. Der bald 35-jährige Schweizer Ex-Internationale war auf diese Saison hin von Getafe zu seinem Stammverein zurückgekehrt, um in Lausanne seine Karriere ausklingen zu lassen.
Unmittelbar vor seiner Rückkehr hatte der Mittelfeldspieler über Lausannes Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation gesagt: «Das ist eine angenehme Überraschung. Aber man muss natürlich realistisch bleiben. Lausanne ist eine Challenge-League-Mannschaft und wird kaum mit europäischen Teams mithalten können.»
Von der Provinz nach Moskau, Palermo und Prag
Dass sie es können, haben die Lausannois gegen Borac Banja Luka aus Bosnien-Herzegowina, dem dänischen Randers FC und nun auch gegen Lokomotive Moskau bewiesen. «Das ist verrückt», meinte Celestini unmittelbar nach dem Schlusspfiff im Moskauer Zentralstadion. «Um solche Momente zu erleben, spiele ich Fussball!».
Es dürfte für Celestini, der im kommenden Sommer mit grösster Wahrscheinlichkeit zurücktreten wird, eine unerwartet spektakuläre Abschieds-Saison werden. Die Gegner heissen nicht nur Wohlen, Locarno oder Délémont, sondern auch ZSKA Moskau, Palermo und Sparta Prag.
(bon)
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