Leichtathletik
«Weltklasse Zürich»
Wariner und die US-Staffel mit Jahresweltbestzeiten
400-m-Läufer Jeremy Wariner hat in Zürich für eine Jahresweltbestleistung gesorgt. Der Amerikaner siegte in starken 44,13 Sekunden. Ebenfalls eine neue JWB glückte der amerikanischen Sprint-Staffel. Mit einem neuen Weltrekord über 110 m Hürden von David Oliver wurde es dagegen nichts.
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Wariner, der vor 2 Wochen in Nottwil noch angeschlagen hatte passen müssen, liess über die Bahnrunde nicht nur seinen gefährlichsten Rivalen Jermaine Gonzales (44,51) klar hinter sich. Er entriss dem Jamaikaner auch noch dessen JWB (44,40).
«Ich fühlte mich viel besser als in London. Die Jahresweltbestleistung war mein Ziel, nun trete ich noch in Split an. Ich habe mich während der Saison in jedem Rennen verbessert. Wegen Verletzungsproblemen bin ich erst spät in die Saison gestartet, im nächsten Jahr sollte ich noch besser sein», sagte Wariner.
Gesundheitliche Probleme hatten seinen Saisoneinstieg verzögert. Noch liegt bei Wariner Potenzial brach. Vor 3 Jahren war er bereits 43,45 gelaufen.
Oliver verpasst Weltrekord
Nicht ganz so schnell wie erhofft war David Oliver über die 110 m Hürden. Der Amerikaner lief in 12,93 Sekunden ins Ziel und verpasste damit den angestrebten Weltrekord um 6 Hundertstel. Seine Konkurrenz deklassierte Oliver dennoch um Welten. Der zweitplatzierte Jamaikaner Thomas Wright wies einen Rückstand von 32 Hundertstelsekunden auf.
«Ich kann nicht mehr verlangen. Ich renne schnell und ich habe den Diamanten gewonnen», sagte Oliver.
JWB der US-Staffel
Die zweite Jahresweltbestleistung im Letzigrund glückte der 4-mal-100-m-Staffel der USA. Die Amerikaner siegten in starken 37,45 Sekunden und senkten damit die von Jamaika gehaltene alte JWB um 45 Hundertstel. Die «enttrohnten» Jamaikaner wurden in 37,76 Zweite. Das Schweizer Quartett zeigte ebenfalls eine vorzügliche Leistung und lief in 38,81 auf Platz 5.
3000 m Steeple: keine Zeit unter 8 Minuten
Das Steeple-Rennen der Männer hätte zu einem der Highlights des Abends werden sollen. Doch obwohl alles da war, was Rang und Namen hat, hielt es nicht, was es versprochen hatte. Wie im Vorjahr setzte sich der kenianische Weltmeister Ezekiel Kemboi durch, doch verpasste er mit 8:01,74 die angestrebte Zeit unter 8 Minuten.
9,95 im Vorprogramm
Ein unerwartetes Ausrufezeichen setzte Trell Kimmons im Vorprogramm. Den 100-m-Lauf, den Patrick Magyar aus Rücksicht auf Brüssel nicht als Hauptevent ausschrieb, gewann der Amerikaner Trell Kimmons trotz Gegenwind in 9,95 Sekunden. Der 25-Jährige verbesserte seine persönliche Bestzeit um gewaltige 14 Hundertstel.
Foto-Finish über 100 m bei den Frauen
Die 100 m der Frauen entschied die Jamaikanerin Veronica Campbell-Brown hauchdünn für sich. Die Weltmeisterin von 2007 setzte sich im Foto-Finish gegen die Weltjahresbeste Carmelita Jeter (USA) durch, die im Ziel zeitgleich mit Campbell-Brown in 10,89 Sekunden gestoppt wurde.
Keine 20'000 Dollar extra
Über 400 m Hürden der Frauen setzte sich Kaliese Spencer durch. Die Athletin aus Jamaika verpasste in 53,33 allerdings die angestrebte Zeit unter 53 Sekunden, die ihr einen Bonus von 20'000 Dollar eingebracht hätte.
Übersicht - Gewinner des Diamanten
Männer
200 m: Wallace Spearmon (USA)
400 m: Jeremy Wariner (USA)
5000 m: Imane Merga (Äth)
3000 m Steeple: Paul Kipsiele Koech (Ken)
110 m Hürden: David Oliver (USA)
Hoch: Iwan Uchow (Russ)
Weit: Dwight Phillips (USA)
Diskus: Piotr Malachowski (Pol)
Frauen
100 m: Carmelita Jeter (USA)
400 m: Allyson Felix (USA)
1500 m: Nancy Jebet Lagat (Ken)
400 m: Kaliese Spencer (Jam)
Stab: Fabiana Murer (Br)
Weit: Brittney Reese (USA)
Kugel: Nadeschda Ostaptschuk (WRuss)
Speer: Barbora Spotakova (Tsch)
(agenturen/rek)
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