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Raúl und Ballack: Zwei neue (Alt-)Stars in der Bundesliga
Die Transfermeldungen vor der am Wochenende beginnenden Bundesliga-Saison wurden geprägt von zwei Namen: Schalkes Verpflichtung von Real-Madrid-Urgestein Raúl und die Rückkehr von Michael Ballack zu Bayer Leverkusen. Die Erwartungen an und der Druck auf die beiden Altstars sind gross.
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Raúl hier, Ballack da – die Schlagzeilen der deutschen Gazetten über die Zuzüge der Bundesliga-Klubs kannten vor allem zwei Namen. Die Verpflichtungen der beiden 33-Jährigen setzten einen Trend fort, der sich schon in der letzten Saison abgezeichnet hatte: Alternde Stars absolvieren ihren Karriere-Herbst in Deutschland.
Während ein Jungstar wie Sami Khedira die Heimat verlässt und sein Glück bei Real Madrid versucht, geht Raúl den umgekehrten Weg. Ihm tat es letzte Saison Ruud van Nistelrooy gleich; der einstige «Knipser» von Manchester United und Real konnte den hohen Erwartungen aber nicht uneingeschränkt standhalten. Erfüllen konnte diese hingegen der mittlerweile 36-jährige Sami Hyypiä, der bei Liverpool aufs Abstellgleis gestellt worden war, letzte Saison aber als Abwehrchef bei Bayer Leverkusen überzeugte.
Real-Legende verlässt die «Königlichen»
In der gleichen Reihe steht nun also auch Raúl bei Schalke. Vor Bekanntwerden des Transfers war es unvorstellbar, den Stürmer bei einem anderen Verein als Real Madrid spielen zu sehen. Als 17-Jähriger hatte er in die Junioren-Abteilung der «Königlichen» gewechselt und spielte seither nie für einen anderen Verein. Doch in den Planungen des neuen Trainers José Mourinho kam Raúl keine entscheidende Rolle mehr zu – trotz seiner 228 Tore in 550 Primera-Divison-Spielen, die ihm bei Fans Kultstatus einbrachten. «Raul hat die Legende von Real Madrid massgeblich mitgeschrieben», sagte Real-Präsident Florentino Pérez bei der tränenreichen Verabschiedung der Vereins-Legende.
Vom Glamour-Verein ins Revier
Nun schlägt Raúl also einen neuen Weg ein, weg vom glamourösen «Weissen Ballett», hin in die Kohlenmetropole Gelsenkirchen. Sechs Millionen Euro jährlich sollen ihm den Aufenthalt fernab der Heimat versüssen. Raúl lässt im Ruhrpott die Starallüren sein. Er habe in Europa noch nie eine derartige Fangemeinde gesehen und er wolle der Integration willen die deutsche Sprache lernen, gibt er sich demütig. «Ich denke, dass ich eine sehr gute Wahl getroffen habe, um meine Karriere zu beenden», sagt er, der vom Publikum frenetisch empfangen worden war.
Mit soviel Vorschusslorbeeren wie Raúl ist noch selten ein Spieler auf Schalke empfangen worden. Klar, dass der Druck auf den Spanier enorm gross ist. Trainer Felix Magath, der sich für den Transfer vehement ins Zeug gelegt hatte, stellte wegen dem Ausnahmekönner denn auch gleich das Spielsystem um.
Ballack: zurück an der Stätte seiner ersten Erfolge
Etwas anders als bei Raúl verhält es sich bei Michael Ballack. Der Mittelfeldspieler kehrt bei Bayer Leverkusen zu dem Klub zurück, mit welchem er zwischen 1999 und 2002 den Durchbruch geschafft hat. Er hatte massgeblichen Anteil daran, dass der Werksklub 2002 in den Final der Champions League eingezogen war. Nach seinem Wechsel zu Bayern München (2002 bis Mai 2006) zog es Ballack zu Chelsea, wo sein Vertrag nach vier Jahren nicht mehr verlängert wurde.
Ballack gehörte in den letzten Jahren neben Oliver Kahn zu den prägendsten Spielern im deutschen Fussball und – bis zu seiner Verletzung vor der WM 2010 – zum unbestrittenen Führungsspieler in der Nationalmannschaft. Leverkusen greift für die Verpflichtung tief ins Portemonnaie: Rund 15 Millionen Euro soll Ballack bis zu seinem Vertragsende 2012 verdienen.
Weg vom Vize-Image
Ballack will bei seinem neuerlichen Engagement in Leverkusen erneut um einen Titel mitspielen. Bei seinem ersten Engagement bekam er, in Anlehnung des spöttischen Vereins-Übernamens, den Stempel «Vize-Ballack» aufgedrückt. Titel konnte er erst bei den späteren Stationen einheimsen, das will er aber nun in Leverkusen nachholen: «Wir wollen in naher Zukunft Meister werden! Ich habe in den vergangenen zehn Jahren immer um Titel mitgespielt, das können wir auch mit Bayer», gibt sich Ballack forsch. In Leverkusen ortet er ein grosses Potenzial und will «auch in Europa für Furore sorgen.»
Wichtigster Transfer der letzten Jahre
Im Gegensatz zu Raúl bei Schalke, wird es Ballack - zumindest wenn man den öffentlichen Beteuerungen glauben schenken will - schwerer haben. «Er ist ein Weltklassespieler, der sich erstmal integrieren muss», fordert Trainer Jupp Heynckes. Der Rückkehrer zeigt sich auch selber Bescheiden: «Auch ich muss mich dem Konkurrenzkampf stellen.» Etwas deutlicher wird da Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. «Das ist vielleicht der wichtigste Transfer der letzten Jahre, weil wir glauben, mit Michael Ballack auch ein Zeichen gesetzt zu haben, dass wir über Platz 4 hinaus wollen.» Auch auf Ballack lastet also viel Druck, die finanziellen Investitionen müssen sich sportlich ausbezahlen.
(mos)
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