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ESAF 2010

Schwingen unter der kalifornischen Sonne

Dienstag, 17. August 2010, 16:12 Uhr

Wer denkt, dass es Schwing-Feste nur in der Schweiz zu bestaunen gibt, der irrt. In den USA und in Kanada werden ebenfalls Wettkämpfe im Sägemehl ausgetragen und in Südkorea findet das Duell Mann gegen Mann auf Sand statt.

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Schwingen ist DIE Schweizer Sportart schlechthin. Doch der Brienzer, der Hüfter und andere Angriffsvarianten werden nicht nur im helvetischen Raum zelebriert. Schweizer Auswanderer organisieren im Ausland Schwingfeste, die sogar Aufnahme in der Jahresübersicht der Schwing-Wettkämpfe beim Eidgenössischen Verband finden.

Schwingfeste der «Swiss Americans»

«Den Schwingsport, wie wir ihn kennen, trifft man vor allem in den USA und Kanada an, aber auch in Südafrika», weiss Ernst Schläpfer, Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbands. Organisiert werden solche Schwinganlässe von Schweizer Auswanderern.

Bundesfeierschwinget in Québec, Herbstschwinget Princeville (beide in Kanada), San Diego Schwinget, Sierra Schwinget und Tacoma Fall Schwingfest (alle in den USA) sind nur ein paar der Events der «Swiss Americans». Der Tacoma Schwinger Club beispielsweise wurde bereits im Jahr 1928 ins Leben gerufen. Heute heisst er Swiss Sportsman's Club of Tacoma und führt jedes Jahr sein Schwingfest durch.

Eine Woche nach dem «Eidgenössischen» findet in Ripon (Kalifornien, USA) das San Joaquin Valley Swiss Club Schwinget statt. Im letzten Jahr gewann diesen Wettkampf Nathan Aufdermaur. Sein Urgrossvater wanderte einst von der Schweiz in die USA aus. Das Schwingen blieb über Generationen hinweg Hauptthema in der Familie. In Frauenfeld wird auch Aufdermaur antreten und den Kranzgewinn anstreben.

Nathan Aufdermaur - ein Auslandschweizer vor dem «Eidgenössischen»

Ssireum - ähnlich wie Schwingen

Dem Schwingen ähnliche Sportarten gibt es unzählige. Am nächsten dürfte dem Schweizer Sport Ssireum kommen. Ssireum ist eine traditionelle Sportart Südkoreas. Wie beim Schwingen stehen sich zwei Kontrahenten gegenüber, allerdings nicht im Sägemehl, sondern in einem Sandkreis.

Die Athleten tragen enganliegende, kurze Hosen, die mit einem Gurt versehen sind. Dieser ist um Hüfte und Oberschenkel geschlungen. Am Gurt können Griffe angebracht werden. Ziel des Ssireum ist es, den Gegner durch Finten, Schnelligkeit und Kraft zu Fall zu bringen. Am Boden selbst wird nicht weitergekämpft.

Bild Dem Schwingen ähnlich ist das in Südkorea populäre Ssireum.
Dem Schwingen ähnlich ist das in Südkorea populäre Ssireum. reuters

Auf Wandmalereien des 6. Jahrhundert sind in Südkorea bereits Ssireum-Wettkämpfe dargestellt. Das Schweizer Schwingen konnte erstmals im 13. Jahrhundert in einer Kathedrale in Lausanne bildlich nachgewiesen werden.

(jäg)