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ESAF 2010

Schlussgänge mit historischem Charakter

Montag, 16. August 2010, 18:53 Uhr

Der Schlussgang ist der Höhepunkt eines jeden «Eidgenössischen». Die Spannung ist jeweils unermesslich, die Emotionen im Publikum gehen hoch - wir haben drei legendäre Schlussgänge ausgewählt.

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1989: Adrian Käser - Eugen Hasler

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«Eidgenössisches» in Stans 1989 - Adrian Käser gegen Eugen Hasler

Die Sensation am «Eidgenössischen» in Stans: Der erst 18-jährige Berner Adrian Käser besiegte Favorit Eugen Hasler und wurde zum jüngsten Schwingerkönig aller Zeiten gekrönt.

Bild 1989 in Stans: Adrian Käser posiert als Schwingerkönig mit Stier «Nellon».
1989 in Stans: Adrian Käser posiert als Schwingerkönig mit Stier «Nellon». keystone

Käser begann in Stans als 18-jähriger Nachwuchsschwinger mit 2 gewonnenen, einem gestellten und einem verlorenen Gang. Am 2. Tag war der Sennenschwinger nicht wieder zu erkennen und warf zur Überraschung aller im 7. Gang (Schlussgangqualifikation) den Zweimeter-Mann Clemens Jehle auf den Rücken. Im Schlussgang besiegte er den haushohen Favoriten Eugen Hasler nach 8 Minuten (Lätz platt).

«Eidgenössisches» in Frauenfeld 1966 - Rudolf Hunsperger - Karl Meli

Karl Meli vom Nordostschweizer Teilverband galt in Frauenfeld als haushoher Favorit. Die beiden vorangegangenen «Eidgenössischen», 1961 in Zug und 1964 in Aarau hatte Meli gewonnen. In Frauenfeld deutete alles auf das erste Triple durch den Winterthurer in der Schwinger-Geschichte hin. Doch im Schlussgang unterlag Meli völlig überraschend dem 20-jährigen Rekruten Rudolf Hunsperger nach nur 2 Minuten - die Sensation war perfekt.

Bild 1966 in Frauenfeld: Rudolf Hunsperger überrascht alle.
1966 in Frauenfeld: Rudolf Hunsperger überrascht alle. keystone

Nach Triumphen 1969 in Biel und 1974 in Schwyz war es Hunsperger, der sich als erster Schwinger zum dreifachen König ausrufen lassen konnte. Erst Jörg Abderhalden hat vor 3 Jahren in Aarau in dieser Statistik gleichziehen können.

«Eidgenössisches» in Grenchen 1950 - Peter Vogt - Walter Flach

Im Schlussgang in Grenchen trennten sich Peter Vogt und Walter Flach nach 30 (!) Minuten ergebnislos. Das Kampfgericht entschied, keinen Titel zu vergeben. Walter Haldemann und Vogt wurden im 1. Rang («Erstgekrönte») geführt. Haldemann hatte im letzten Gang - er war vorher punktgleich mit Walter Flach - gegen Karl Kehrli gewonnen.

51 Jahre später, 2001 in Nyon, gab es ein ähnliches Szenario. Im Schlussgang «stellten» Arnold Forrer und Abderhalden nach 20 Minuten. Der Zentralvorstand und die Technische Kommission berieten zusammen. Sie hätten, wie eben 1950, das Recht gehabt, keinen König auszurufen. Doch soweit kam es in Nyon nicht. Forrer erhielt die Schwingerkrone am grünen Tisch.

(jäg)