Fussball
Chamions-League-Qualifikation
YB mit dem Rücken zur Wand
Nach dem 2:2 im Hinspiel der 3. Qualifikations-Runde zur Champions League steht YB gegen Fenerbahçe mit dem Rücken zur Wand. Die Ausgangslage vor der Partie im Hexenkessel Sükrü-Saracoglu ist schwierig (Mittwoch 20 Uhr live auf «SF zwei» und hier im «livestream»).
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Es ist nicht viel, das vor dem Rückspiel in Istanbul für YB spricht. Die Berner müssen erstens beim heimstarken Fenerbahçe gewinnen oder ein Unentschieden mit mindestens drei Treffern erreichen, um in die nächste Runde einzuziehen. Vor über 50'000 Fans wird YB der rote Teppich nicht ausgerollt werden. Da hilft es auch kaum, dass der Verein den rund 200 mitgereisten YB-Fans den Eintritt bezahlt.
Zweitens spricht die Statistik gegen YB. Zehn Mal sind Schweizer Vereine in Istanbul gegen die Grossklubs Besiktas, Fenerbahçe und Galatasaray zu einer Europacup-Partie angetreten - keine einzige konnte gewonnen werden, nur zweimal gelang ein Unentschieden und nie konnte mehr als ein Tor erzielt werden (aggregiertes Torverhältnis von 9:28). Klar, dass auch der türkische Star Emre sein Team im Vorteil sieht: «Das Resultat vor einer Woche ist ein Vorteil für uns, obwohl die Young Boys besser vorbereitet waren. Diesmal sind wir bereit. Dazu spielen wir erstmals in dieser Saison vor eigenem Publikum.»
Unruhe in Bern
Und schliesslich befindet sich YB alles andere als in einem Formhoch. Die 1:2-Niederlage am Samstag gegen Bellinzona war ein weiterer herber Rückschlag, noch immer steht das Team von Vladimir Petkovic in dieser Saison ohne Pflichtspiel-Sieg da. Im Umfeld herrscht Unruhe und dem Trainer stehen schwierige Zeiten bevor, wenn sein Team das Tief nicht überwinden kann.
«Das einzige, was uns fehlt, ist ein positives Ergebnis», stellt Petkovic fest. Er gesteht ein, dass einige Spieler den in letzter Minute vergebenen Meistertitel in der letzten Saison vielleicht noch nicht verdaut haben. Wenn zudem Polemik aufkommt, «dann ist es normal, dass man desorientiert sein kann», analysiert Petkovic die Situation.
Keine Linie in der Mannschaft
Kommt hinzu, dass der Mannschaft nach den vielen Wechseln in der Sommerpause das Gesicht (noch) fehlt. Petkovic rotiert viel - sowohl personell als auch beim System. Nicht in die Karten spielt ihm, dass einige Zuzüge, von denen man sich viel versprochen hatte (Moreno Costanzo, Ammar Jemal und Senad Lulic), ihr Potenzial bei weitem noch nicht abrufen konnten.
In Istanbul wird YB wohl mit der gleichen Formation auflaufen wie vor Wochenfrist in Bern - mit Ausnahme von Marco Wölfli, der nach seiner Sperre wieder das Tor hüten darf: Scott Sutter dürfte wieder in die Vierer-Abwehkette rutschen, Christoph Spycher im defensiven Mittelfeld agieren und Henri Bienvenu als einzige Spitze fungieren.
Spycher: «Werden nicht zu vielen Chancen kommen»
Für YB spricht hingegen die gute Leistung im Hinspiel, wo mit einer besseren Chancenverwertung und mehr Glück ein deutlicher Sieg möglich gewesen wäre. So offensiv wird YB auswärts wohl kaum auftreten können, zumal Fenerbahçe in Bern den Gegner wohl unterschätzt hatte und seine Lektion gelernt hat.
«Wir wissen, dass wir auswärts nicht zu vielen Chancen kommen werden. Was sich uns bietet, müssen wir resolut ausnützen», fordert Spycher. Nur wenn das gelingt, kann YB der Coup gelingen.
Fenerbahçe - YB. Mögliche Aufstellungen.
Fenerbahçe Istanbul: Volkan Demirel; Gökhan Gönül, Bilica, Bekir, André Santos; Baroni, Emre; Dia, Alex, Stoch; Gökhan Ünal/Semih Sentürk.
Young Boys: Wölfli; Sutter, Dudar, Affolter, Jemal; Spycher; Degen, Thierry Doubaï, Costanzo, Lulic; Bienvenu.
Bemerkungen: Young Boys ohne Lingani, Fenerbahçe ohne Lugano, Özer, Ugur Boral, Mehmet Topuz (alle verletzt), Kazim (gesperrt) und Güiza (nicht im Aufgebot).
«SF zwei» überträgt am Mittwoch ab 20.00 Uhr die Partie live. Die Partie können Sie auch auf sport.sf.tv im «livestream» verfolgen.
(mos)
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