Inhalt

Super League

Sion und Xamax fordern ausländische Schiedsrichter

Dienstag, 3. August 2010, 18:55 Uhr, Aktualisiert 19:00 Uhr

Weil sich der FC Sion und Neuenburg Xamax von den Schweizer Schiedsrichtern systematisch benachteiligt fühlen, verlangen die Romands ausländische Spielleiter für ihre Super-League-Partien.

Bild

Sion-Präsident Christian Constantin und Neuenburg Xamax' Sylvio Bernasconi haben sich in einem offiziellen Schreiben an Schiedsrichter-Chef Urs Meier gewandt. Grund ist die «indiskutable und unentschuldbare Benachteiligung» der beiden Vereine durch die eingesetzten Schiedsrichter. Als Lösung schlagen die beiden Klubs den Einsatz von ausländischen Spielleitern vor. Diese sollen die Chancengleichheit wiederherstellen. Die allfälligen Mehrkosten würden vom FC Sion und Xamax getragen.

Umstrittene Entscheide am Wochenende

Insbesondere der strenge Platzverweis gegen Sions Goalie Andris Vanins gegen den FC Zürich am Samstag und das nicht geahndete Rencontre zwischen Luzerns Hakan Yakin und Xamax' Raphael Nuzzolo am Sonntag stösst den beiden Westschweizer Klubs sauer auf. «Die sportliche Gleichheit und die Investitionen von den Vereinen aus der Romandie werden geschädigt», heisst es in der Medienmitteilung.

Das Rencontre zwischen Yakin und Nuzzolo

Sion hatte nach dem Platzverweis den Feldspieler Jonas Elmer ins Tor stellen müssen und nach dessen Fehler noch den Ausgleich kassiert, Xamax geriet gegen Luzern 2:3 in Rückstand als Nuzzolo nach dem Zusammenstoss mit Yakin verletzt liegen geblieben war.

Der Platzverweis gegen Vanins

Meier: «Ein Sturm im Wasserglas»

Schiedsrichter-Chef Urs Meier bedauert den Vorstoss der beiden Vereine: «Es ist ein Sturm im Wasserglas. Die Schweiz zählt mit seinen Schiedsrichtern zu den weltweit zehn besten Nationen. Solange ich Schiedsrichter-Chef bin, werden keine ausländischen Referees regelmässig zum Zug kommen. Das wäre eine Bankrotterklärung.»

Dass zu Saisonbeginn Xamax und Sion mehr Gründe haben, mit Schiedsrichter-Entscheiden zu hadern als Deutschweizer Klubs, sei Zufall, so Meier: «Daraus eine Affäre Romandie gegen Deutschweiz zu machen, ist falsch.» Die SFL wird sich jetzt wohl mit der Forderung beschäftigen. Meier: «Ich sehe dem gelassen entgegen.»

(si/koem)