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Champions League

YB: Spektakulär ineffizient

Donnerstag, 29. Juli 2010, 10:30 Uhr

YB vergab im Heimspiel gegen Fenerbahçe eine hervorragende Ausgangslage für das Rückspiel in Istanbul. Die Berner scheiterten an ihrer Ineffizienz, an einer gewissen Naivität und hatten schliesslich Pech. Das Team wurde schlecht belohnt, befand YB-Assistenztrainer Erminio Piserchia nach dem 2:2.

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Die Gemütslage der Berner Fans im Stade de Suisse Wankdorf nach dem Auftritt von YB gegen Fenerbahçe war schwer zu fassen. Sollten sie sich freuen, weil ihr Team die Klasse-Mannschaft während 90 Minuten an die Wand spielte, für beste Unterhaltung und Spektakel sorgte, oder sollten sie sich ärgern über den schlechten Lohn, über das Unentschieden trotz klarem Chancenplus und die damit verbundene schlechte Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche bei den heimstarken Türken.

Piserchia: «Ein fast perfektes Spiel»

Nicht nur die Fans, sondern auch die involvierten Akteure waren nicht so sicher, wie zufrieden sie mit der Leistung sein sollen. Assistenztrainer Erminio Piserchia, der den gesperrten Vladimir Petkovic vertrat, war der Überzeugung, dass sein Team ein fast perfektes Spiel gezeigt habe. «Das einzige, was nicht perfekt war, war das Resultat. Es war ein extrem attraktives Spiel mit einem schlechten Lohn für uns.»

Scott Sutter meinte, seit er bei YB spiele, habe man noch nie einen Gegner so dominiert wie in der Partie gegen den türkischen Grossverein. «Wir hätten gegen Fenerbahçe fünf oder sechs Tore erzielen können.» Die Gegentore hingegen seien «aus dem Nichts» gekommen.

YB zu naiv

Es war so etwas wie ein Déjà-Vu für YB. Schon im Vorjahr hatten das Team von Vladimir Petkovic ein stärker eingestuftes Team, Athletic Bilbao, in der Europa League dominiert, und dennoch den Kürzeren gezogen. YB fehlt es an der nötigen Coolness und der internationalen Erfahrung. Man habe zu naiv gespielt, sagte Christoph Spycher. «Sie haben zwei halbe Chancen und haben die Klasse, sie zu nutzen. Wir könnten 4, 5 Tore alleine in der 1. Halbzeit schiessen. Leider hat uns die Kaltblütigkeit vor dem Tor gefehlt», analysierte Spycher treffend.

Optimistisch nach Istanbul

Neben der Naivität bei den Gegentoren und der mangelnden Effizienz im Abschluss kam auch noch Pech dazu. Dreimal traf YB nur die Torumrandung, zudem hätte der ansonsten hervorragende Schiedsrichter Moen einen Handspenalty für das Heimteam pfeifen müssen. Das ändert nichts daran, dass die Ausgangslage für das Auswärtsspiel, auch wegen den zwei Gegentoren, alles andere als optimal ist.

Wenn das Resultat schon nicht stimmte, haben die Berner doch immerhin Selbstvertrauen getankt. Man müsse keine Angst vor dem Rückspiel in Istanbul haben, sagte Sutter, und Spycher ist überzeugt: «Wenn wir das Herz in beide Hände nehmen, haben wir auch dort eine Chance.» Nur: In 10 Anläufen hat noch nie ein Schweizer Team im Europacup in Istanbul gewinnen können.

Die vergebenen YB-Chancen gegen Fenerbahçe

(mos)