WM 2010 Südafrika
Bilanz
Keine WM der Superlative
Die WM in Südafrika hat sportlich nicht restlos überzeugen können. Viele Spiele blieben auf durchschnittlichem Niveau. Festzuhalten gilt, dass die beste Mannschaft Weltmeister wurde und dass Südafrika seine Rolle als Gastgeber gut gespielt hat.
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Aus sportlicher Sicht wird von der WM in Südafrika nicht viel bleiben. Mit Spanien wurde die derzeit beste Mannschaft der Welt verdient Weltmeister. So paradox es klingt: Genau dieses Spanien ist für viele wenig attraktive Spiele verantwortlich – auch in Partien, bei denen die Iberer gar nicht mitgespielt haben.
Schweiz als Vorbild für alle Aussenseiter
Spanien dominiert seine Gegner derart stark, dass diesen nur noch die Flucht in die Defensive bleibt. Die Schweiz hat es vorgemacht: Man kann Spanien nur mit einer ultradefensiven Spielweise schlagen. Wie die Schweiz (oder wie Inter Mailand in der Champions League in Barcelona) haben sich viele Aussenseiter an diesem Turnier verhalten. «Defense first» – und den Favoriten ja nicht ins Spiel kommen lassen.
Mit Spaniens WM-Titel wird sich daran nichts ändern. SF-Experte Alain Sutter meint: «Dieser Trend wird sich fortsetzen. Man wird künftig häufiger Teams wie Spanien sehen, die einem Spiel klarer ihren Stempel aufdrücken wollen und Mannschaften, die sich gegen solche Gegner auf die Defensivarbeit und das Konterspiel konzentrieren.»
Enttäuschende Favoriten
Sportlich bleibt festzuhalten, dass mit Spanien die talentierteste Mannschaft verdient Weltmeister wurde. Deutschland mit seinem jungen Team hat überrascht, Holland gezeigt, dass es wieder zur Weltspitze gehört. Die Südamerikaner zeigten eine beeindruckende Gruppenphase, verloren in der K.o.-Runde mit Ausnahme von Uruguay aber die Nerven.
Zu den Enttäuschungen gehören daher auch Argentinien und Brasilien, die zwar über viel Talent, aber momentan nicht den nötigen Killerinstinkt in den K.o.-Spielen verfügen. Das grandiose Scheitern von Frankreich und Italien ist indes nur noch eine Randnotiz, weil es so überraschend dann eben doch nicht war. Frankreichs Auftritt war die grösste Peinlichkeit der gesamten WM.
Afrika: Organisatorisch besser als sportlich
Bleibt Afrika. Der Gastgeberkontinent verpasste abermals den Beweis, zum sportlich wichtigen Faktor zu werden. Ghana hat überzeugt und ist nur mit viel Pech gescheitert. Für die anderen afrikanischen Teams dagegen war sehr früh Schluss. Die erste WM auf afrikanischem Boden bleibt für den Kontinent aber trotzdem ein Erfolg: Weil Südafrika seiner Rolle als Gastgeber vollauf gerecht wurde.
Die Organisation um die 64 Spiele war perfekt, die Panikmache wegen Kriminalität trotz einiger Überfälle übertrieben. Südafrika präsentierte sich als bunte Nation, war ein freundlicher und begeisterter Gastgeber. Auch in Brasilien 2014 wird es an Fussball-Begeisterung nicht fehlen. Bleibt zu hoffen, dass die Akteure auf dem Rasen in 4 Jahren mehr dafür tun werden, um das Feuer am Leben zu erhalten.
(fel)
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