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WM 2010 Südafrika

Nach dem WM-Out

Nati: Nach der WM ist vor der EM-Qualifikation

Samstag, 26. Juni 2010, 11:59 Uhr

Bereits am Montag muss die Schweizer Nati Südafrika verlassen und nach Hause fliegen. Das Vorrunden-Aus an der WM wirft einige Fragen zur Zukunft auf. Denn bereits im September beginnt die Qualifikation für die EM 2012.

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Die Schweizer Nationalmannschaft reist am Samstag nach dem WM-Out von der Spielstätte Bloemfontein zurück in das WM-Hauptquartier von Vanderbijlpark. Dort werden Trainer Ottmar Hitzfeld und einige Spieler um 17.00 Uhr eine Medienkonferenz geben und die Schlussbilanz zur WM ziehen, statt Gedanken zum Achtelfinal-Gegner zu äussern. Am Montagvormittag werden die Schweizer bereits das Flugzeug Richtung Schweiz besteigen.

Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Honduras wurde das erklärte Ziel, die Achtelfinal-Qualifikation, verpasst. Kritik gab es vor allem wegen der erstaunlich passiven Spielweise sowie den spielerischen und kreativen Defiziten, die zu beheben sind. Viel Zeit bis zum Start zur EM-Qualifikation bleibt nicht, bereits am 7. September steht das schwierige Heimspiel gegen England auf dem Programm. Ein Test ist bislang vorgesehen, am 11. August in Österreich.

Das Problem war doch die Offensive

Der Sturm mache ihm keine Sorgen, hatte Hitzfeld vor der WM gesagt. Diese Meinung wird er wohl geändert haben. Denn wenn etwas bestätigt wurde, dann die Tatsache, dass der Schweiz die spielerischen Fähigkeiten und die offensive Durchschlagskraft fehlen. Kann sie abwartend verteidigen, dann sieht sie oft gut aus und kann, mit dem nötigen Glück, auch den Europameister Spanien schlagen. Düsterer sieht es aus, wenn die Schweizer das Spiel machen müssen wie gegen Honduras. Nicht wie befürchtet die Verteidigung war das Problem, sondern die Offensive.

Nur die Defensive tadellos

Ganz zuhinterst haben die Schweizer in Diego Benaglio wohl den einzigen Spieler, der höchsten internationalen Ansprüchen genügt. Tadellos spielte Abwehrchef Stéphane Grichting. Doch selbstredend agierten diese Akteure auf Positionen, wo nicht die grosse spielerische Kunst gefragt ist.

Doch in der EM-Qualifikation werden gegen Bulgarien, Montenegro und Wales nicht in erster Linie Defensiv-Leistungen gefragt sein. Im zentralen Mittelfeld gehören mit Benjamin Huggel und Gökhan Inler jedoch zwei Spieler zum Stamm, welche die Arbeit der «Spielzerstörers» zwar einwandfrei beherrschen, aber offensiv zu wenig Impulse geben.

Mehr Power durch junge Spieler?

Der einzige, der Kreativität im Schweizer Spiel versprüht, ist Hakan Yakin. Mit seinen 33-Jahren neigt sich die «Karriere» des Künstlers aber dem Ende zu. Nicht mehr für die Nati auflaufen dürfte Routinier Blaise Nkufo, der mit seinem Wechsel in die USA zu Seattle von der grossen Fussball-Bühne abtritt. Hitzfelds Aufgabe wird nun sein, mit neuen Spielern die nötige Frische ins Team zu bringen.

Einer dieser Kandidaten ist Xherdan Shaqiri, der bei seinem Kurzeinsatz gegen Honduras und auch schon in den Testspielen sein grosses Potenzial bestätigen konnte und Power in den Angriff brachte. Mit Valentin Stocker und Nassim Ben Khalifa stehen zwei weitere grosse Talente an der Schwelle zur nationalen Auswahl. Solche Spieler sollten die arrivierten Akteure unter Druck setzen und sind notwendig, um Frische in das Offensivspiel zu bringen.

(mos)