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WM 2010 Südafrika

Nach dem Nati-Out

Nati: Katerstimmung am Tag danach

Stephan Felder, Vanderbijlpark
Samstag, 26. Juni 2010, 18:55 Uhr, Aktualisiert 19:06 Uhr

Die Enttäuschung über das WM-Out war bei der Schweizer Nati auch am Tag nach dem 0:0 gegen Honduras noch sehr gross. «Wir haben nicht die Leistung gebracht, die für die Achtelfinals nötig gewesen wäre», brachte es Trainer Ottmar Hitzfeld auf den Punkt.

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Diego Benaglio braucht sich wahrlich nichts vorzuwerfen. Der Schweizer Nati-Keeper zeigte eine brillante WM und blieb in allen 3 Spielen fehlerfrei. Die Enttäuschung über das Out war dem Zürcher trotzdem ins Gesicht geschrieben. «Die Enttäuschung bei mir ist riesengross. Ich brauche eine gewisse Zeit, um alles zu verarbeiten», sagte Benaglio.

Nicht versagt, aber das Ziel verpasst

Captain Alex Frei mochte nicht von einem Schweizer Versagen sprechen: «Dieses Wort lasse ich nicht gelten. Wir haben uns so teuer wie möglich verkauft, und man sollte nicht vergessen, dass die WM-Qualifikation für die Schweiz nach wie vor keine Selbstverständlichkeit ist.» Auf die Frage nach seiner Pechsträhne bei Grossanlässen reagierte Frei etwas gereizt: «Ist es mein Fehler, dass ich mich immer verletze?»

Auch Trainer Ottmar Hitzfeld will nicht von einem Schweizer Versagen sprechen. «Mein Team hat das Optimum versucht.» Aber natürlich sei auch bei ihm die Enttäuschung noch sehr gross. Trotz der Emotionen blieb der Coach sachlich und analysierte richtig: «Wir haben nicht die Leistung gebracht, die für die Achtelfinals nötig gewesen wäre.» Dass die Nati das Ziel nicht erreicht hat, wertet Hitzfeld auch als persönliche Niederlage.

«Wir brauchen beste Spieler in bester Verfassung»

Hitzfeld monierte wie schon nach dem Honduras-Spiel die fehlende Präzision im Spielaufbau und die vielen Ballverluste. «Ein frühes Tor hätte den Knoten vielleicht zum Platzen gebracht», meinte der Trainer und verwies darauf, dass mit Marco Streller ein wichtiger Stürmer gefehlt hat und dass Alex Frei ohne Spielpraxis an die WM fahren musste. «Wir brauchen für den Erfolg ganz einfach die besten Spieler in der besten Verfassung.»

Klare Worte von Stadelmann

Klare Worte fand der Nati-Delegierte Peter Stadelmann: «Es gibt nichts herumzudeuteln: Wir haben unsere Ziele nicht erreicht.» Der Ostschweizer analysierte, dass die Schweiz in der Defensive gut gespielt habe. «Aber Fakt ist: Nach vorne waren wir viel zu harmlos. 1 Tor und 3 Spiele, das ist klar zu wenig.» Lobend äusserte sich Stadelmann dagegen über die Arbeit von Hitzfeld. «Der gesamte Trainer-Staff hat die WM-Kampagne akribisch und nach bestem Gewissen vorbereitet.»

«Darf gar nicht an Brasilien denken»

Hitzfeld selber lobte die Organisatoren der WM, die südafrikanische Bevölkerung. «Für mich ist mit dieser WM-Teilnahme ein Traum in Erfüllung gegangen.» Die Arbeit habe ihm mehr Freude als Stress bereitet, was als Klub-Trainer nicht immer der Fall gewesen sei. Noch überwog aber auch bei Hitzfeld die Enttäuschung über das Verpasste: «Ich darf gar nicht daran denken, dass wir am Montag einen Achtelfinal gegen Brasilien spielen könnten.»