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WM 2010 Südafrika

Presseschau

Nati-Aus: «Es ist zum Heulen»

Samstag, 26. Juni 2010, 7:52 Uhr, Aktualisiert 09:52 Uhr

Der Tenor nach dem WM-Aus der Nati ist in der Schweizer Presse eindeutig: Die Spieler haben versagt, vor allem die Stürmer. Die Limiten der Mannschaft seien aufgedeckt worden

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Tages-Anzeiger: «An der eigenen Unfähigkeit gescheitert»

«Die Schweiz schied gestern nach einem trostlosen 0:0 gegen Honduras aus», schreibt der Tages-Anzeiger auf seiner Front, und machte sich auch gleich an die Ursachenforschung: «Was der Mannschaft hauptsächlich fehlte, war ein entscheidendes Stück an Klasse und Kreativität, an Spielern mit kreativen und athletischen Fähigkeiten.» Deshalb habe Hitzfeld von Anfang an auf Defensiv-Fussball gesetzt.

«Spielerisch und nervlich versagt»

Im WM-Teil der Zeitung gehen die Journalisten weiter hart ins Gericht mit der Nati: «Nach dem Schlusspfiff gingen die Spieler reihenweise zu Boden. Sie boten ein Bild des Jammers. Es passte zu ihrer Leistung im Free-State-Stadion von Bloemfontein.» Die Schweizer hätten zu umständlich und fehlerhaft gespielt. Und dass die Spieler für diese Leistung auch noch mit 10'000 Franken (Punkteprämie) belohnt werden, bezeichnet der Tages-Anzeiger als Hohn.

Blick: «Die Schweiz am Boden»

Der Blick rückte die grosse Enttäuschung der Fans ins Zentrum der Berichterstattung. Sportlich sieht die Zeitung nicht alles ganz so schwarz: «Es ist zum Heulen - aber vergessen wir nicht das Positive.» Dieses sei das 1:0 über Spanien und der neue Weltrekord in Sachen WM-Spiele ohne Gegentor. Und das Blatt schaut lieber nach vorn, als die WM-Kampagne noch gross zu kritisieren: «Jetzt packen wir halt England am 7. September in der EM-Quali.»

In der Einzelkritik bekam nur Goalie Benaglio ein 'gut': «Leider schiesst unser Goalie keine Tore - wie auch Coach Hitzfeld nicht.» Am schlechtesten sah der Blick Stürmer Blaise Nkufo: «Unterirdischer Auftritt!» das Verdikt.

Basler Zeitung: «Grosse Chance verpasst»

«Fad und mutlos», fand die Basler Zeitung den Auftritt der Schweiz und findet den Grund für das Ausscheiden in der Negativ-Spirale, in welche die Nati schon vor dem Turnier geraten sei: Die Verletzungen von Spycher, Streller, dann die von Frei und Senderos, sowie der Platzverweis von Behrami im Spiel gegen Chile. Trainer Hitzfeld mag die Zeitung nicht in die Pflicht nehmen. «Die grundsätzliche Arbeit Hitzfelds ist in der WM-Nachbetrachtung nicht zu bezweifeln. Eher die Qualität des Spielermaterials.»

Berner Zeitung: «Aus der Traum»

Auch die Berner Zeitung lamentiert die fehlende Qualität im Schweizer Team: «Die Grenzen der Mannschaft wurden beim 0:0 schonungslos aufgezeigt». Und im Kommentar bekommt auch Trainer Hitzfeld sein Fett weg: «Hitzfeld war nicht flexibel - und hielt zu stark an formschwachen Spielern fest.»

Neue Zürcher Zeitung: «Torlos auf die Heimreise»

«Schweizer stagnieren spielerisch», konstatiert die Zürcher Traditionszeitung, für die das Ausscheiden der Schweiz auf der Front nur eine Randnotiz ist. «Die Schweizer Nationalmannschaft hat sich zwar seit Jahren auf einem ungewohnt hohen Niveau eingependelt, aber spielerisch hat sie zuletzt stagniert.»

Für die Zukunft wünscht sich die NZZ , dass die Nati in der EM-Qualifikation «eine Spur mutiger und frecher» auftreten würde.

(mum)