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WM 2010 Südafrika

Schweizer WM-Out

Nati: Heimreise statt Highlight gegen Brasilien

Stephan Felder, Bloemfontein
Freitag, 25. Juni 2010, 23:39 Uhr

Die WM-Achtelfinals waren das grosse Ziel der Schweiz. Diese Vorgabe hat das Team von Ottmar Hitzfeld verpasst. Die Nati-Spieler haben damit die Chance auf ein Karriere-Highlight vergeben: An ihrer Stelle spielen die Chilenen gegen Brasilien. Der andere am Freitag ermittelte Achtelfinal lautet Spanien - Portugal.

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Nach dem historischen Schweizer Sieg über Spanien war an ein frühzeitiges Scheitern der Nati kaum zu denken. Mit der unglücklichen Niederlage gegen starke Chilenen und einem schwachen Auftritt gegen Honduras vergab die Nati nun aber eine ideale Ausgangslage.

Grosse offensive Probleme

Über die Gründe für das Scheitern dürfte in den nächsten Tagen viel geschrieben werden. Klar ist: Die Schweiz hat nicht das offensive Potenzial, um im Konzert der Besten mitzumischen. Defensiv spielte die Schweiz gut, zeigte gegen Spanien gar eine Weltklasseleistung. Im Angriff aber kam zu wenig, um die Ziele zu erreichen.

Deshalb bleibt von der Schweizer WM-Kampagne dies: An guten Tagen und mit dem nötigen Wettkampfglück kann die Schweiz jeden Gegner schlagen. Findet die Nati aber «nur» zur Normalform, sind Siege auch gegen kleine Gegner keine Selbstverständlichkeit.

Helle Zukunft dank Shaqiri, Ben Khalifa...?

Für die Zukunft bleibt die Hoffnung, dass junge Spieler nachrücken, die den Arrivierten Druck machen und das Sieges-Gen sowie eine gewisse Kaltblütigkeit im Abschluss mitbringen.

Weil die Schweiz über starke Nachwuchsspieler wie Sturmtalent Nassim Ben Khalifa verfügt und weil einige Spieler der aktuellen Nati wie Xherdan Shaqiri ihren Leistungszenit erst in einigen Jahren erreichen werden, darf man positiv in die Schweizer Fussball-Zukunft blicken.

Es hätte Brasilien werden können...

Für die Gegenwart gilt aber: An der WM in Südafrika hat die Schweiz eine grosse Chancen verpasst. Die Chance etwa, einen WM-Achtelfinal gegen Brasilien bestreiten zu können.

Diese Ehre kommt nun den Chilenen zu. Die Südamerikaner verdienten sich den Einzug in die K.o.-Runde mit beherzten Auftritten. Im Direktvergleich mit der Schweiz war Chile klar besser, nicht erst nach dem Platzverweis gegen Valon Behrami.

Attraktive Achtelfinals

In der WM-Qualifikation in Südamerika belegten Brasilien und Chile die Ränge 1 und 2. Die beiden Direktduelle gewannen die Brasilianer mit 4:2 und 3:0. Im Achtelfinal vom Montag dürfen sich die Fans auf ein hoffentlich attraktives Spiel freuen.

Spanien hat nach der Auftaktniederlage gegen die Schweiz den Tritt doch noch gefunden und schliesst die Gruppe H wie vor der WM erwartet als Sieger ab. Trotzdem: Der grosse WM-Favorit konnte bislang nicht vollständig überzeugen. Im Achtelfinal gegen Nachbar Portugal müssen sich die Spanier zweifelsfrei steigern. Das iberische «Derby» verspricht Hochspannung und garantiert viele Emotionen.

Amerikanische WM in Südafrika

Die WM 2010 ist bisher eine amerikanische Weltmeisterschaft. Alle fünf südamerikanischen Teams sowie zwei Equipen aus der Nord-/Mittelamerika-Konföderation haben die Vorrunde überstanden.

Das erfolgsverwöhnte Europa musste dagegen Federn lassen. Nur 6 von 13 europäischen Teams stehen in der K.o.-Phase - und in den Viertelfinals werden es nur noch drei sein: Es kommt in den Achtelfinals zu drei Direktduellen.

In der nächsten Runde stehen auch zwei asiatische sowie ein afrikanisches Team. Ozeanien ist nach dem Out von Neuseeland nicht mehr vertreten.