WM 2010 Südafrika
Schweizer Nati
Hitzfeld: «Es war ein sehr schlechtes Spiel»
Die Schweiz ist an der WM 2010 nach einer enttäuschenden Leistung gegen Honduras ausgeschieden. Trainer Ottmar Hitzfeld und seine Spieler gaben sich nach dem Abpfiff in Bloemfontein zerknirscht: «Wir waren nicht fähig, Tore zu schiessen», meinte etwa Tranquillo Barnetta.
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Der erfolgsverwöhnte Trainer Ottmar Hitzfeld sprach in einer ersten Reaktion von einer sehr grossen Enttäuschung: «Wir wollten den Schritt ins Achtelfinale gehen. Das haben wir nicht geschafft, weil wir kein Tor erzielt haben», so der Lörracher. «Es ist richtig, dass wir heute im spielerischen Bereich Probleme hatten. Wir haben sehr lange gebraucht, um ins Spiel zu finden. Es war ein sehr schlechtes Spiel. Es ist bitter für mich und die Mannschaft. Wir wären gern hiergeblieben und hätten gegen Brasilien gespielt. Das wäre für mich ein Traum gewesen», sagte Hitzfeld.
Zu viel Druck, zu viel Nervosität
Hitzfeld sah bei seinem Team eine übergrosse Nervosität gegen die Honduraner: «Vielleicht war der Druck zu gross, zwei Tore schiessen zu müssen. Wenn wir früh eines
erzielt hätten, wäre es vielleicht besser gelaufen. Dann wäre die Nervösität weg gewesen.»
Hitzfeld sah schnell, dass sein Team gegen die Honduraner alles andere als auf Erfolgskurs lag. Zu schleppend der Aufbau, zu viele ungenaue Pässe, zu wenig Bewegung im Spiel ohne Ball. Die Stürmer Eren Derdiyok und Blaise Nkufo versauerten ohne brauchbare Vorlagen. Bereits in der 1. Halbzeit schickte Hitzfeld deshalb Hakan Yakin zum Aufwärmen und brachte den Luzerner Regisseur nach der Pause.
Etwas mehr Schwung mit Yakin und Frei
Mit Yakin wurde das Spiel zwar etwas besser, die grosse Überlegenheit konnte die Schweiz aber weiterhin nicht ausspielen. «Im Sechzehner waren wir ungenügend. Man kann nicht mal sagen, der Goalie hätte gut gehalten. Wir waren bemüht. Im Strafraum fehlte uns die Kaltschnäuzigkeit. Je länger das Spiel dauert, desto unpräziser werden halt auch die Freistösse», sagte Yakin. Wie der Luzern-Regisseur brachte auch der in der 69. Minute eingewechselte Alex Frei noch einmal einen leichten Schub, aber auch der Rekordtorschütze blieb am Ende ohne Tor.
Barnetta: «Wir haben es nicht verdient»
Selbstkritisch reagierte Tranquillo Barnetta, der gegen Honduras beste Schweizer Feldspieler, auf die Leistung der Schweiz: «Um an einem solchen Turnier weiterzukommen, muss man Tore schiessen, dazu waren wir nicht fähig. Wir haben uns die Achtelfinals schlicht nicht verdient. Es hat nicht an der Physis gelegen, es war viel mehr ein Problem der Konzentration mit den vielen schlechten letzten Pässen», so der Leverkusener.
Hitzfeld blickt schon in die Zukunft
Ganz Profi blickte Hitzfeld bereits wieder nach vorne: «Wir hatten uns viel vorgenommen nach dem Sieg gegen Spanien. Aber die Niederlage gegen Chile mit zehn Mann war ein Rückschlag, von dem wir uns nicht erholt haben. Uns bleibt der Sieg gegen Spanien, wir müssen erhobenen Hauptes nach Hause gehen. Dann müssen wir schauen, wie es mit der Schweizer Nationalmannschaft weitergeht.» Diese Aussage lässt hoffen, dass an einem auch schon umhergeisternden Abgang von Hitzfeld zum Deutschen Fussball-Bund nichts dran ist.
Zumindest dies wäre noch eine erfreuliche Meldung zum Ende dieses bitteren Abends in Bloemfontein.
(ac)
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