WM 2010 Südafrika
Schweizer Nati
Der ideale Zeitpunkt für den Rückschlag?
Der Frust über das 0:1 gegen Chile ist gross - fast so gross wie der Frust über den Schiedsrichter. Der Zeitpunkt für den Rückschlag war jedoch der richtige, denn die Schweizer erhalten die Gelegenheit zur Korrektur.
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Erinnern wir uns kurz zurück an den Frühsommer und die WM der Eishockeyaner. Die Schweiz startete in Deutschland ideal ins Turnier und sorgte mit überzeugenden Siegen über Kanada, Tschechien und Co. für frühe Hochgefühle. Als dann mit dem 0:1 im Viertelfinal gegen Deutschland der kleine Einbruch kam, war alles vorbei und die Schlussbilanz gleich wie in all den Jahren zuvor.
Chance zur Reaktion
Auch die Fussballer haben mit dem «Wunder» gegen Spanien einen frühen Höhepunkt erreicht, sind aber sofort auf den Boden der Realität zurückgeholt worden. Genau rechtzeitig, um weiterhin alles in den eigenen Händen zu haben und zu einem neuen Höhenflug ansetzen zu können.
Derdiyok gibt Richtung vor
Hierfür gilt es die negativen Gefühle sofort abzustreifen. Einer der wenigen Schweizer, die mit Selbstkritik schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff die Richtung vorgaben, war Eren Derdiyok. Er hatte in der 90. Minute fahrlässig die grosse Chance zum Ausgleich vergeben und wusste: «Es bringt doch nichts, die Schuld beim Schiedsrichter zu suchen.»
Abhaken und Blick nach vorne
Der Leverkusen-Stürmer setzte damit als erster um, was alle Trainer rund um den Globus stets fordern: abhaken und volle Konzentration auf die nächste Aufgabe. Die Leistung der Neo-Bekanntheit Khalil Al Ghamdi muss bis zum Showdown gegen Honduras vollständig aus den Köpfen der Schweizer verschwinden. Denn wer eine Ausrede für ein allfälliges Scheitern bereit hat, ist gemäss alter Weisheit bereit zu verlieren.
Es braucht kein zweites Wunder
Die Ausgangslage vor der letzten Runde ist dank des Exploits gegen Spanien weiterhin gut. Die Schweiz hat ihr Schicksal noch immer in den eigenen Händen und braucht nicht etwa ein zweites Wunder, sondern «nur» ein 2:0 gegen Honduras. Ein Sieg also, der schon vor der WM fest einbudgetiert war. Oder wie es Bayern-Präsident Uli Hoeness formuliert: «Wer gegen Honduras nicht 2:0 gewinnt, hat in einem WM-Achtelfinal nichts zu suchen.»
Chile hat mehr Grund zur Sorge
Eine heisse Zitterpartie wartet auch auf Chile. Obwohl die Südamerikaner bislang zweimal mehr als solid aufgetreten sind, und obwohl sie mit ihren beiden Siegen eine wahre Euphorie ausgelöst haben, könnten sie plötzlich mit leeren Händen dastehen. Ohne Chance zur Korrektur. Fast so, wie damals unsere Eishockey-Nati.
(eli)
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