WM 2010 Südafrika
Chile - Schweiz
Hitzfeld: «Das hat mit Fussball nichts mehr zu tun»
Sogar der sonst zurückhaltende Ottmar Hitzfeld verlor kurz seine Contenance: «Das hat mit Fussball nichts mehr zu tun», meinte der Nati-Coach zur roten Karte gegen Valon Behrami. Die Empörung auf Schweizer Seite über die Schiedsrichter-Leistung ist gross.
Bild
Artikel bewerten
Artikel teilen
31. Minute: Valon Behrami wehrt sich im Zweikampf zunächst gegen den Chilenen Jean Beauséjour, danach gegen Arturo Vidal. Dabei trifft der Tessiner das Gesicht des Letzteren. Vidal geht effektvoll zu Boden, Linienrichter Hassan Kamranifar hebt seine Fahne, Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi verweist Valon Behrami des Feldes.
75. Minute: Chiles Valdivia spielt steil Paredes an, der aus abseitsverdächtiger Position Benaglio umspielt. Seine Flanke verwertet Gonzalez zum entscheidenden Tor. Schiedsrichter Al Ghamdi gibt das Tor. Rechts hatte Isla weit im Offside gestanden, er griff aber nicht ins Spiel ein.
«Riesiger Nachteil während einer Stunde»
Zwei Szenen, die für Aufregung bei den Schweizern sorgten. «Behrami schlägt überhaupt nicht», widerspricht Ottmar Hitzfeld. «Deshalb hatten wir einen riesigen Nachteil während 60 Minuten.» Trotzdem habe man es «fast geschafft, zu Null zu spielen».
Urs Meier beurteilte die Situation ähnlich: «Der Feldverweis war völlig übertrieben. Natürlich hat Behrami mit den Armen gearbeitet, aber das war kein Schlag und keine Tätlichkeit»,
kritisierte der frühere Schweizer Weltklasse-Schiedsrichter im ZDF
.
Offside oder nicht?
Den Schweizer Spielern machte die zweite Entscheidung aber fast mehr zu schaffen. «Das Tor war abseits», beklagte sich Steve Von Bergen. «Der Schiedsrichter war nicht Topniveau.» Ähnlich Stephan Lichtsteiner: «Das Tor war offside; das geht einfach nicht.»
Die Situation kann allerdings auch anders beurteilt werden. So sah SF-Experte Alain Sutter Paredes auf gleicher Höhe - was Lichtsteiner zur Reaktion trieb: «Aber es war Offside, das siehst du doch, Alain.»
FIFA mit Unparteiischen zufrieden
Die FIFA wies die Kritik an den Schiedsrichter-Leistungen zurück. «Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit den Leistungen. Fehler sind nur menschlich», sagte Schiedsrichter-Kommissions-Chef José Maria Garcia-Aranda am Montag.
Einzelne Entscheidungen wollte der Spanier nicht kommentieren. «Wenn ein Superstar den Ball weit über das Tor oder in Richtung Eckfahne schiesst, stellt auch niemand gleich die Glaubwürdigkeit des ganzen Spiels in Frage», sagte Garcia-Aranda.
Chile war besser
Fast verdrängt wird durch diese Diskussion, dass der Sieg Chiles angesichts der deutlich höheren Spielanteile - auch schon vor der roten Karte gegen Behrami - in Ordnung geht. Chiles Coach Marcelo Bielsa meinte: «Bei dem Spiel ist es mir so vorgekommen, als wären wir die ganze Zeit im Ballbesitz gewesen. Ich denke, es war am Ende ein verdienter Sieg.»
Leise Kritik an Derdiyok
Auch Hitzfeld räumte ein, dass Chile «läuferisch, technisch und spielerisch» äusserst stark sei. Trotzdem habe man fast ein Unentschieden gerettet. Bei Eren Derdiyoks Grosschance in der 90. Minute «wollte ich schon jubeln», sagte der Lörracher. Derdiyok habe «viel Zeit» gehabt und «sich die Ecke aussuchen» können, liess er Kritik am Leverkusener anklingen.
(boe)
Meldungen im Tagesverlauf
- Jet Aviation streicht Stellen in Basel
- «Wahl ohne Gegenkandidat, oder gar nicht»: Lafontaine zieht sich zurück
- Unfaire IV-Gutachter in der Kritik
- Jetzt im Livestream: Eurovision-Halbfinal mit Sinplus
- Neue Raumfahrt-Ära: Die Schweiz will mitmischen
- Chiudinelli in Paris gescheitert
- Pensionskassen zapfen Reserven an
- Trübe Aussichten für den Sommer-Tourismus
- Wohnungssuche: So bewerben Sie sich richtig
- Vermieter duldet kein hyperaktives Kind
- Vorsicht bei Haarentfernung mit Laser
- Nachhaltig enthaart mit Blitzlicht-Epilierern
- Günstiger mit Prepaid-Daten-Abo im Ausland
- Handy-Abzocke: Schweizer im Nachteil
- Ständerats-Kommission: Keine Anzeigen mehr gegen Kiffer
- Steuern: Neuenburger arbeiten am längsten für den Staat






