WM 2010 Südafrika
Gruppe H
Die Schweiz unterliegt Chile
Die Schweizer Nati hat ihr zweites Gruppenspiel gegen Chile 0:1 verloren. Die Südamerikaner waren über weite Strecken überlegen, profitierten aber auch von der roten Karte gegen Valon Behrami (31.). Zu reden gab die Leistung des Schiedsrichter-Trios.
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Nach dieser Niederlage in Port Elisabeth ist die Schweiz gegen Honduras unter Zugzwang. Das Team von Ottmar Hitzfeld hat die Achtelfinal-Qualifikation aber immer noch in den eigenen Händen.
Die Schweizer qualifizieren sich mit einem Erfolg mit mindestens 2 Toren Differenz - unabhängig davon, wie die zeitgleiche Partie Spanien - Chile ausgeht.
Gegentreffer nach 75 Minuten
Der entscheidende Treffer gelang den Südamerikanern eine Viertelstunde vor Schluss. Esteban Paredes zog aus abseitsverdächtiger Position los. Diego Benaglio zögerte einen Moment und wurde seitlich umspielt. Paredes‘ Hereingabe verwertete Mark Gonzalez mit dem Kopf.
Trotzdem hätte es für die Schweizer beinahe ein Happy-End gegeben: Nach einer Traumkombination in der 90. Minute über Reto Ziegler und Albert Bunjaku schob der eingewechselte Eren Derdiyok aus 13 Metern den Ball freistehend am linken Pfosten vorbei.
Der Schiedsrichter im Mittelpunkt
«Mann des Spiels» war aber weniger Torschütze Gonzalez sondern Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi aus Saudi-Arabien. Der Unparteiische pfiff von der ersten Sekunde an sehr kleinlich, fällte mehrere fragwürdige Entscheide und hatte das Spiel zu keinem Zeitpunkt unter Kontrolle.
Die Karten sassen besonders locker. Al Ghamdi zückte in der 2. Minute die erste Gelbe, bis zur 25. Minute waren es schon deren vier. Dann die verhängnisvolle 31. Spielminute: Valon Behrami setzte an der Seitenlinie im Zweikampf mit Arturo Vidal seine Arme etwas gar ungeschickt ein und traf Vidal zuerst leicht an der Brust, dann am Kopf.
Der Profi von Bayer Leverkusen ging sofort theatralisch zu Boden - die Fahne des Linienrichters schoss nach oben. Al Ghamdi zog zum Entsetzen der Schweizer und Coach Ottmar Hitzfeld direkt Rot gegen Behrami. Ein zu harter Entscheid, der nicht nur im Lager der Schweizer Kopfschütteln auslöste.
Spiel auf ein Tor
Trotz der schwachen Leistung des Schiedsrichter-Trios, war der Sieg der Chilenen verdient. Denn die Begegnung war ähnlich einseitig wie die Partie der Schweizer gegen Spanien. Nach dem Platzverweis gegen Valon Behrami sowieso.
Die Südamerikaner bestimmten das Geschehen von A bis Z, die Schweiz stand unter Dauerdruck. Die beste Chance vor der Pause vergab Alexis Sanchez, als er nach einem Stellungsfehler Reto Zieglers direkt auf Diego Benaglio zielte.
Viel Arbeit für Benaglio
Nach dem Wechsel brennte es im Schweizer Strafraum des Öfteren lichterloh. Das 0:1 schien nur noch eine Frage der Zeit. In der 55. Minute musste Diego Benaglio in extremis retten, nachdem Stéphane Grichting den Ball als letzter Mann vertändelt hatte.
Auch nach dem 0:1 blieben die Chilenen brandgefährlich und besassen gegen die nun offensiveren Schweizer sehr gute Konterchancen. Selbst nach der grossen Ausgleichschance durch Eren Derdiyok hätte Chile erhöhen können.
Zehn Karten
«An einer WM sollten die Schiedsrichter pfeifen, die sonst in den grossen Ligen pfeifen, und nicht am Strand», kommentierte Ottmar Hitzfeld die Leistung des saudischen Schiedsrichters. Insgesamt zückte Khalil Al Ghamdi neun gelbe und eine rote Karte. Rekord an dieser WM.
Dass es beim 1:0 für Chile blieb, könnte für die Schweiz noch wichtig sein. So bleibt die Achtelfinal-Qualifikation durchaus realistisch.
Schweiz stellt neuen Rekord auf
Letztlich nur zu einem «simplen» Eintrag in die Geschichtsbücher der FIFA führte der WM-Rekord, den die Schweiz trotz der Niederlage gegen Chile aufstellte. Mit 559 Minuten ohne Gegentor lösten die Eidgenossen an der Spitze dieser Rangliste Italien (550) ab.
(rek)
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