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WM 2010 Südafrika

Schweizer Nati

Kompaktheit als Schlüssel zum historischen Erfolg

Mittwoch, 16. Juni 2010, 19:12 Uhr, Aktualisiert 19:21 Uhr

«Das ist ein historischer Sieg» - nach dem 1:0 über Spanien bediente sich für einmal auch der Schweizer Trainer Ottmar Hitzfeld eines Superlativs. Die Konzentration und die Kompaktheit waren das Erfolgsrezept.

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«Die Schweiz hat in 105 Jahren nicht gegen Spanien gewonnen. Aber irgendwann ist es mal soweit. Ich bin sehr stolz auf mein Team, denn es hat sehr intelligent gespielt». Die Freude bei Ottmar Hitzfeld nach der Sensation gegen Spanien war riesengross. Er habe zwar von einem Sieg geträumt, aber mit den drei Punkten «habe man eigentlich nicht gerechnet.»

Auch der Torschütze Gelson Fernandes blies in das gleiche Horn: «Ein Traum ist in Erfüllung gegangen», jubilierte der Mittelfeldspieler von St. Etienne.

Kompakt, solidarisch, organisiert, konzentriert

Der Schweizer Sieg war das Resultat einer unglaublich starken Teamleistung. Die Solidarität unter den Spieler war förmlich spürbar, jeder einzelne zeigte eine hervorragende kämpferische Leistung. Hitzfeld hatte seine Schützlinge hervorragend eingestellt. «Wir waren konzentriert und nicht nervös. Ich habe versucht, der Mannschaft die Angst zu nehmen. So waren wir von Anfang an gut organisiert», erklärte Hitzfeld.

Dass Spanien «natürlich Topfavorit» war, wusste auch Hitzfeld. Das hochgelobte und hochkarätige spanische Mittelfeld konnte nur ausgeschaltet werden, indem man «nicht zu offen spielt», so Hitzfeld. Man habe gar nicht erst versucht, den Gegner unter Druck zu setzen, «sonst wird man sofort ausgespielt».

Deshalb war es die Kompaktheit und die hervorragende defensive Organisation, welche die Spanier zum Verzweifeln brachte. Mit einer äusserst soliden Defensive um den brillianten Abwehrchef Stéphane Grichting konnte man zahlreiche spanische Angriffe unterbinden. «Wir haben versucht, ab der Mittellinie kompakt zu sein», analysierte Hitzfeld.

Nur nicht in Euphorie verfallen

Den Topfavoriten und Europameister geschlagen zu haben, das weckt selbstredend Begehrlichkeiten in der Schweiz. «Wir haben einen Schritt Richtung Achtelfinal gemacht», gestand auch Hitzfeld. Doch mit Chile warte nun der noch schwierigere Gegner, denn die Chilenen wüssten jetzt, wie die Schweiz spiele. Da die Südamerikaner sehr schnell agierten, müsse die Schweiz genau gleich wie gegen Spanien agieren, analysiert Hitzfeld schon kurz nach dem Match.

Auch Gelson Fernandes wollte nicht in Euphorie verfallen. «Jetzt gilt es, auf dem Boden zu bleiben, bereits morgen geht die Arbeit weiter. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch zwei weitere Spiele haben.» Um dann doch noch anzufügen: «Heute Abend dürfen wir uns freuen.» Immerhin. Historisches leistet man nicht jeden Tag.

Weniger erfreut waren die Reaktionen auf spanischer Seite: «Das war eine Überraschung. Es war nicht unser Tag. Uns hat auf den letzten Metern die Präzision gefehlt, obwohl wir dominiert haben», sagte Trainer Vicente Del Bosque, der mit Spanien zuletzt 25 von 26 Spielen gewonnen hatte.

«Aber wir haben die WM noch nicht aufgegeben. Jetzt ist es unsere Aufgabe, die nächsten zwei Spiele zu gewinnen und damit in die nächste Runde einzuziehen», so Del Bosque. Von seinem Team wird er fordern, die Konsequenzen zu ziehen: «Das dürfte als Ansporn dienen», meinte er zur 0:1-Pleite.

(mos)