Inhalt

WM 2010 Südafrika

Gruppe C

Goalie-Flop kostet England den Sieg

Samstag, 12. Juni 2010, 20:24 Uhr, Aktualisiert 22:25 Uhr

Das favorisierte England hat sich gegen die USA zum WM-Auftakt mit einem 1:1 zufrieden geben müssen. Einmal mehr brachte ein Goalie-Missgeschick das Team von der Insel um die Früchte der Arbeit.

Bild

Die Engländer hatten im «Bruderduell» gegen die USA begeisternd losgelegt. Bereits in der 4. Minute wurde der neue Captain Steven Gerrard geschickt von Emile Heskey in die Tiefe lanciert. Der starke Liverpooler liess sich die Chance nicht entgehen und bezwang US-Goalie Tim Howard mit dem Aussenrist.

Auch in der Folge dominierten die «Three Lions» das Spiel in Rustenburg. Der wirblige Aaron Lennon sorgte auf der rechten Seite immer wieder für Gefahr, vor dem Tor aber verpasste Heskey die Vorentscheidung.

Dempsey profitiert von Greens Aussetzer

Die USA war zunächst nur mit einigen Kopfbällen gefährlich geworden. England-Goalie Robert Green brauchte bis zur 40. Minute jedoch nicht einzugreifen. Dann kam der Moment in dem Green, 30-jähriger Goalie bei West Ham, sich hätte auszeichnen können. Die Gelegenheit war günstig, Clint Dempseys Schuss aus 25 Metern war weder scharf noch präzise. Doch Green schätzte die Situation falsch ein. Er blieb wie angewurzelt stehen, der Ball sprang auf und über die zögerlichen Hände Greens ins Tor.

Englands italienischer Trainer Fabio Capello hatte Green erst wenige Stunden vor dem Anpfiff das Vertrauen als Nummer 1 geschenkt, nachdem in der Vorbereitung David James und Joe Hart öfter zum Einsatz gekommen waren. Ob er auch im nächsten Spiel auf Green setzen wird, liess Capello offen: «Wir haben Zeit für die Entscheidung, Zeit um mit ihm zu sprechen und in aller Ruhe zu überlegen.»

Stürmer hätten Fehler vergessen machen können

Die ganze Schuld am überraschenden Punktverlust Englands an Green festzumachen, wäre indes falsch. Das Team von Capello zeigte sich vor dem gegnerischen Tor viel zu harmlos für einen Titelaspiranten. Superstar Wayne Rooney hatte lediglich in der 71. Minute mit einem Weitschuss knapp neben den Pfosten eine gute Tor-Szene. Heskey und Shaun Wright-Phillip, von Rooney schön freigespielt, vergaben alleine vor dem starken Howard.

Auf der anderen Seite wären die USA beinahe noch zum Sieg gekommen. Jozy Altidore setzte sich in der 65. Minute hervorragend durch. Sein Schuss aus kurzer Distanz konnte Green mit etwas Glück an den Innenpfosten lenken.

Howard: «Green tut mir schrecklich Leid»

Nach dem Spiel sprachen Green Spieler beider Teams Mut zu. Goalie-Kollege Howard meinte: «Er tut mir schrecklich Leid. Aber er hat breite Schultern. Er wird zurückkommen.» Englands Gerrard gab zu, dass das Gegentor nicht einfach wegzustecken war: «Es war ein Schock und wir brauchten ein paar Minuten, um uns zu erholen. Aber Robert hat uns in der zweiten Halbzeit mit einem grossartigen Reflex im Spiel gehalten. Und er wird das auch in den nächsten Spielen wieder tun. Wir stehen alle hinter ihm.»

Englands Goalie-Misere

Robert Green ist ein weiterer Name in der wenig populären Liste der englischer Torhüter, die sich folgenschwere Aussetzer erlaubten. Seine Vorgänger Scott Carson, David James, Tim Robinson und David Seaman sind aufgrund ihrer Flops immer wieder hart kritisiert worden. Auch Green dürfte sich nun der Häme der scharfzüngigen englischen Presse ausgesetzt sehen.

(koem)