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WM History 1994

WM 1994: Soccer in der neuen Welt

Donnerstag, 20. Mai 2010, 16:30 Uhr

Die Stadien waren voll, denn viele US-Bürger wollten unbedingt einmal bei diesem seltsamen Europäer-Sport dabei sein. USA 94 war die erste WM, die im Penaltyschiessen endete. Es war auch die WM der goldenen Schweizer Generation um Sutter, Sforza und Co.

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Das Penalty-Drama im WM-Final

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Einen sportlichen Erfolg hatte vom Gastgeber USA niemand erwartet - und der kam auch nicht. Die USA flogen im Achtelfinal gegen den späteren Weltmeister Brasilien raus. In Europa hatte man schlimmste Befürchtungen vor der WM in der «Neuen Welt» gehabt. Albträume von halbleeren Stadien machten die Runde. Unbegründet, denn die Zuschauerzahl von 3,5 Mio. bedeutete einen Rekord.

Schweiz endlich wieder dabei

Zum ersten Mal nach 28 Jahren Pause war die Schweiz wieder an einer WM dabei. Das Team von Roy Hodgson traf in der Vorrunde auf Kolumbien, Rumänien und die USA. Nach einem 1:1 im Spiel gegen die Gastgeber besiegten die Eidgenossen ausgerechnet die starken Rumänen mit einem Spitzen-Auftritt 4:1. Die Partie gegen Geheimfavorit Kolumbien ging dann unglücklich mit 0:2 verloren, trotzdem reichte es für den Achtelfinal. Dort scheiterten Suter, Sforza, Chapuisat und Co. diskussionslos mit 0:3 an Spanien.

Penalty-Entscheidung im Endspiel

Weltmeister wurde 1994 Brasilien. Vom Final zwischen Italien und Brasilien durfte man Grosses erhoffen. Tatsächlich fiel aber in 120 Minuten kein einziges Tor und das Spiel war insgesamt doch enttäuschend. Das Glück war dann auf Seiten der Brasilianer. Ausgerechnet die italienischen Stars Franco Baresi und Roberto Baggio versagten vom Elfmeterpunkt. Unvergessen bleibt besonders das Bild von Baggio, der den Ball in die Wolken drischt.

Bild Roberto Baggio schiesst im Final übers Tor.
Roberto Baggio schiesst im Final übers Tor. Reuters

«Samba»-Fussball wie etwa 1958 war es nicht, der Brasilien zum vierfachen Weltmeister machte. Die «Seleçao» überzeugte vor allem defensiv. Der heutige Nationaltrainer Carlos Dunga hielt die Fäden im defensiven Mittelfeld zusammen. Am Zuckerhut hatte man aus dem Trend der letzten Jahre gelernt, wonach meistens die physisch starken Equipen grosse Turniere gewinnen. Auch in Südamerika spielte man demnach nun «europäisch».

Das beste Spiel: Deutschland - Belgien

Deutschland zeigte an dieser WM eine einzige starke Halbzeit, jene war dafür nichts weniger als herausragend. lm Achtelfinal gegen die Belgier führten sie zum Pausentee mit 3:1. Matthias Sammer schaltete Belgiens Spielmacher Enzo Scifo aus und vorne machten Jürgen Klinsmann und Rudi Völler die Tore. Ohne Klinsmann (5 Tore in 5 Spielen) wäre Deutschland an dieser WM eine Lachnummer geworden. In der zweiten Halbzeit sicherten die Deutschen den 3:2-Sieg. Doch trotz der Schonung folgte das Aus im nächsten Spiel gegen Bulgarien.

Flop des Turniers: Die Torhüter

Bei der WM 94 wurden (zu) viele Spiele durch Torhüter entschieden, die Fehlerquote der Schlussmänner war verblüffend hoch. Da war beispielsweise der Südkoreaner Young Choi, der in der Vorrunde gegen Deutschland zwei krasse Fehler machte. Ohne die beiden Treffer hätte Südkorea demnach 2:1 gewonnen. Selbst Spitzen-Goalies wie Irlands Pat Bonner oder Deutschlands Bodo lllgner schnitzerten. Für die Ausreden musste «Questra» herhalten, der WM-Ball von 1998. Er flatterte bei Distanzschüssen stark, auch die Stürmer hatten bei der Annahme ihre Probleme.

Top-Star: Thomas Ravelli

Bei diesen Missgeschicken fiel ein guter Torhüter noch mehr auf. Die Nummer 1 der Gilde wurde in den USA etwas überraschend der Schwede Thomas Ravelli. Dass Schweden die WM im 3. Rang beenden konnte, verdankte es zu einem grossen Teil seinem Torwart. Sein Können demonstrierte Ravelli erstmals beim 1:1 in der Vorrunde gegen Brasilien, wo er manche Chance mirakulös zunichte machte. Der 35-Jährige legte im Viertelfinal noch einen drauf: lm Penaltyschiessen gegen die technisch starken Rumänen avancierte er zum Helden.

Bild Thomas Ravelli, Schwedens Super-Torhüter, beim entscheidenden Penalty-Save gegen Rumänien.
Thomas Ravelli, Schwedens Super-Torhüter, beim entscheidenden Penalty-Save gegen Rumänien. Reuters

(Tom Rickenbach/mum)