Inhalt

Eishockey-WM

Schweiz unterliegt im WM-Viertelfinal Deutschland

Donnerstag, 20. Mai 2010, 20:16 Uhr, Aktualisiert 22:59 Uhr

Das lange Warten auf einen Halbfinal-Einzug an einer WM geht für die Schweizer Nati weiter. Das Team von Sean Simpson unterlag im Viertelfinal Gastgeber Deutschland wegen einem schwachen Mitteldrittel mit 0:1.

Videoplayer
WM-Viertelfinal: Schweiz - Deutschland

41:25 lautete nach 60 Minuten das Schussverhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland. Doch nur der eine Schuss von Philip Gogulla fand in der ausverkauften Mannheimer Eishalle den Weg ins Tor. Der Stürmer der Portland Pirates (AHL) verwertete nach 30 Minuten einen Abpraller völlig freistehend zum 1:0. Der Schweizer Keeper Martin Gerber hatte nach einem Bully einen deutschen Schuss nach vorne abprallen lassen - Gogulla musste nur noch einschieben.

10 schwache Schweizer Minuten

Nach diesem Gegentor geriet die Schweizer Defensive bis zur zweiten Pause gehörig unter Druck. Die Deutschen konnten bei numerischem Gleichstand ein «Powerplay» aufziehen - doch Gerber liess sich nicht noch einmal bezwingen. Mit Ausnahme dieser 10 Minuten hatten die Schweizer den Viertelfinal jedoch dominiert.

Bereits nach 85 Sekunden landete ein erster Abschlussversuch von Paolo Duca am Pfosten. Drei weitere Abschlüsse der Schweizer sollten folgen, welche nur am statt im Tor landeten. Die «Eisgenossen», welche bisher in diesem Turnier immerhin 15 Tore erzielen konnten, brachten die Scheibe an diesem Abend trotz dauerndem Anrennen nicht am deutschen Keeper Dennis Endras vorbei.

Emotionen nach Spielschluss

Nach der Schlusssirene entlud sich der ganze Frust der Schweizer: Ein Rencontre zwischen Monnet und Marcel Goc artete in eine Massenschlägerei aus, in welche am Ende sogar die beiden Goalies und die deutsche Trainerbank verwickelt war. Nachdem sich die Emotionen wieder gelegt hatten, zog Damien Brunner eine erste Analyse: «Wir haben eine riesige Chance verpasst. Wir sind selber Schuld, wir haben nicht gut gespielt.»

Ausschluss gegen Plüss

Das Unheil in diesem Abnützungskampf zeichnete sich bereits nach 16 Minuten ab: Martin Plüss wurde nach einem unnötigen Stockendstich in die Kabine geschickt. Der SCB-Stürmer schlug mit seinem Stock zwischen die Beine von Christian Ehrhoff und erhielt dafür eine Spieldauer-Disziplinarstrafe zugesprochen. Plüss konnte seinen Ausschluss kaum fassen: «Es war einfach eine Reaktion, ich bemerkte mein Foul gar nicht. Ich glaubte, ich hätte den Gegner einfach am Schoner getroffen.»

Die daraus resultierende 5-Minuten-Strafe überstanden die Schweizer, welche im gesamten Turnier kein Powerplay-Tor kassiert hatten, allerdings ohne Schaden. Trotzdem - der ausgezeichnete Bully-Spieler fehlte den Schweizern im weiteren Spielverlauf. Zudem musste Coach Sean Simpson fast alle Sturmlinien umstellen.

Historischer Erfolg für Deutschland

Deutschland, das vor einem Jahr an der WM in der Schweiz eigentlich abgestiegen wäre, steht damit erstmals seit 1953 wieder in einem WM-Halbfinal. Der Gastgeber trifft dabei am Samstag auf Titelverteidiger Russland. Gegen die Russen haben die Deutschen in der Vorrunde nur knapp mit 2:3 verloren. Die Schweiz muss derweil seit 1992 weiter auf einen Triumph in einem WM-Viertelfinal warten. Die nächste Chance erhält die Schweiz bereits in einem Jahr wieder - die WM 2011 findet im Mai 2011 in der Slowakei statt.

(rst)