Eishockey
Playoff-Talk
Plüss: «Wir haben gesehen, dass es so nicht reicht»
Der SC Bern hat den ersten «Matchpuck» gegen Genf-Servette vergeben. Captain Martin Plüss spricht über die Lehren aus der ersten Playoff-Heimniederlage in dieser Saison und zieht einen Vergleich zu seinen Final-Spielen in Schweden bei Frölunda.
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Martin Plüss, wurden Sie vom Genfer Widerstand überrascht am Dienstag?
Martin Plüss: Nein. Wir haben gewusst, dass sie alles daran setzen werden, das Spiel zu gewinnen. Sie haben keine andere Wahl. Es war mehr so, dass wir selber nicht das brachten, was wir uns vorgenommen hatten. Vor allem im ersten Drittel...
Wieso hat der SC Bern nicht seine beste Leistung abrufen können?
Es kann mehrere Ursachen haben. Vielleicht haben wir uns selber zu sehr unter Druck gesetzt mit der Möglichkeit vor Augen, in Bern alles klar zu machen. Ich hatte das Gefühl, dass wir trotz spielerischer Überlegenheit zu viele Strafen genommen haben. So haben wir Genf die Möglichkeit gegeben, immer wieder den Rhythmus zu brechen. Am Anfang haben wir zerfahren gespielt, uns gegenseitig schlecht unterstützt und sind zu wenig schlittschuhgelaufen. Wichtig wird sein, dass wir die Lehren daraus ziehen und im nächsten Spiel vor allem zu Beginn anders auftreten.
Noch nie hat sich der SCB vor eigenem Anhang den Meistertitel sichern können. Ist es einfacher, auswärts in Genf den Pokal zu erobern, ohne die 17'000 erwartungsvollen Berner Fans?
Ich weiss nicht, ob es einfacher ist. Der Vorteil ist, dass wir jetzt gesehen haben, dass es mit einer Leistung wie am Dienstag nicht zum Titel reicht. Dazu müssen wir besser spielen. Ob das zuhause oder auswärts ist, spielt eigentlich keine Rolle.
Auf was haben Sie sich im Training am Mittwoch konzentriert? War das Spiel vom Vortag ein Thema?
Wir haben das Spiel kurz analysiert, haben die Dinge angeschaut, die wir nicht gut gemacht haben. Viel gab es eigentlich nicht zu diskutieren. Wir Spieler haben selber gemerkt, dass wir zu lange gebraucht haben, bis wir in den Rhythmus gekommen sind.
Was erwarten Sie am Donnerstag in Genf?
Ich erwarte, dass Genf ähnlich auftreten wird, wie in ihrem letzten Heimspiel. Von uns erwarte ich, dass wir uns steigern, es ihnen schwieriger und anstrengender machen, ihr Spiel zu spielen.
Sie haben in Schweden Playoffs gespielt. Wie schätzen Sie das Niveau im Schweizer Final ein, wenn Sie es mit demjenigen in Schweden vergleichen?
Ich habe in Schweden zwei Playoff-Finals gespielt. Der erste war während des NHL-Lockouts. Da war das Niveau sicherlich höher als jetzt. Der zweite war ohne Lockout-Spieler. Dort war das Niveau in einem ähnlichen Rahmen wie hier. Ich bin überzeugt davon, dass wir auch in Schweden in einem Playoff-Final stehen und dort Spiele gewinnen könnten.
Zum Schluss der obligate Ergänzungssatz: Der SCB wird Meister, weil...
Weil wir die bessere Mannschaft haben und einen der beiden Matchpucks nutzen werden.
Playoff-Final live auf «SF zwei» und im Live-Stream
Auf «SF zwei» und hier im Live-Stream können sie das 6. Spiel der Playoff-Final-Serie zwischen Bern und Genf am Donnerstag ab 20.00 Uhr mitverfolgen. Aus der «Les Vernets»-Halle kommetiert Stefan Bürer live.
(Interview: Manuel Köng)
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