Eishockey
Playoff-Talk
Salmelainen: «Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist»
Topskorer Tony Salmelainen ist einer der Genfer Schlüsselspieler am Dienstag beim SC Bern (20.00 Uhr SF zwei und im Live-Stream). Im Playoff-Talk äussert sich der 28-jährige Finne unter anderem auch zur Stärke des Schweizer Eishockeys.
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Am Samstag verloren Sie zum 2. Mal nach kurzer Zeit in der Verlängerung. Zufall oder ein Mangel an Konzentration?
Tony Salmelainen: Ich denke nicht, dass es ein Mangel an Konzentration war. Es war ein Abspielfehler. Ob man in der 1. oder 15. Minute der Verlängerung verliert, spielt letztlich keine Rolle. Wir haben in den Playoffs nur eine Overtime gewonnen und vier verloren. Das ist keine besonders gute Bilanz. Aber wir wollen nicht zurückschauen, sondern vorwärts auf das nächste Spiel.
Was unternimmt man zwischen den Spielen, damit die Fehlerquote in der nächsten Partie geringer ist?
Fehler geschehen nun mal, genauso wie gute Spielzüge zustande kommen. Jeder macht Fehler: die Spieler, Coaches, Schiedsrichter. Wir versuchen einfach, die Fehlerquote auf ein Minimum zu reduzieren, denn normalerweise gewinnt das Team, das die wenigsten Fehler macht.
Genf hat ein starkes Unterzahl-Spiel. Am Samstag gab es nicht einmal bei 3 gegen 5 einen Gegentreffer. Was ist das Geheimnis?
Unser Boxplay war das ganze Jahr über ziemlich gut, ob mit 4 gegen 5 oder sogar 3 gegen 5. Es stimmt, wir spielten in Unterzahl wirklich gut. Wir hatten auch ein bisschen Glück, aber das braucht man. Der wichtigste Grund ist aber, dass Torhüter Tobias Stephan der beste «Penalty-Killer» ist.
Ihr Mitspieler Thomas Déruns hat ein erinnerungswürdiges Tor erzielt. Wussten Sie im Voraus davon?
Nein. Es trug sich früh im Drittel auf «frischem» Eis zu. Er sah wohl, dass er etwas Zeit hatte, versuchte mal etwas anderes und machte ein wunderschönes Tor. Ich erinnere mich nur an wenige solche Tore in der Eishockey-Geschichte. Sidney Crosby und Mike Legg haben so getroffen. Es war ein spezielles Tor - umso unglücklicher, dass wir das Spiel nicht gewinnen konnten. Dann wäre es ein noch speziellerer Treffer gewesen.
Bern macht derzeit einen starken Eindruck. Worin gründet Ihre Hoffnung, dass Ihnen das Rebreak gelingt?
Mit Ausnahme eines Spiels (6:2 in der 3. Finalpartie, Red.)
machte bisher nur ein Tor den Unterschied aus. Auch in der Regular Season gingen die Spiele knapp aus. Gerade in den Finals und den Playoffs braucht man ein bisschen Glück. Aber dieses Glück muss man sich mit harter Arbeit verdienen. Es sind enge Spiele und manchmal bezahlt man für einen Fehler teuer. Ich denke nicht, dass wir in unserer Spielweise etwas ändern müssen. Wir steigen in die Partie und freuen uns darauf. Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.
Spielt der Heimvorteil eine Rolle?
Wir haben den SCB diese Saison dreimal in Bern geschlagen. Somit kann man kaum sagen, dass es einen Heimvorteil gibt. Es sollte in einem Final auch keine Rolle spielen. Klar spielt jeder lieber zuhause. Manchmal kann das Publikum auch der 6. Mann sein und einen Einfluss auf Schiedsrichter-Entscheidungen haben, aber hier spielt das keine Rolle. Wir spielen jedenfalls gleich, ob zuhause oder auswärts.
Das ist Ihre 2. Saison in der Schweiz. Was hat Sie hierhergezogen und warum Genf?
Chris McSorley hatte mich schon früher einmal kontaktiert und ich hatte darüber nachgedacht, nach Genf zu kommen. Als er mich wieder anfragte, konnte ich kommen. Die Spielweise hier ist läuferisch anspruchsvoll und das passt mir wirklich gut.
Apropos Spielweise: Sie haben Erfahrungen in der NHL, in Russland und natürlich Finnland gesammelt. Wenn Sie diese Ligen vergleichen: Was ist typisch schweizerisches Eishockey?
Ich halte viel vom läuferischen Spiel hier. Das Tempo auf den grossen Eisfeldern ist hier hoch und es gibt viele Rhythmus-Wechsel. In Russland spielt die Technik eine grosse Rolle. In Finnland ist es die Taktik, und das Spiel ist vielleicht ein bisschen defensiver und physischer. Alle waren überrascht, als die ZSC Lions letztes Jahr die Champions League gewonnen haben. Viele Leute wissen eben nicht, dass es in der Schweiz viele gute Eisläufer hat. Aber es ist nicht nur das. Ich denke, die Schweizer Liga hat in den letzten fünf Jahren grosse Fortschritte gemacht und ist eine der Topligen Europas.
(boe)
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