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Playoff-Talk

Morris Trachsler: «Wir haben Bern erschreckt»

Donnerstag, 15. April 2010, 9:04 Uhr

1:1 nach zwei Spielen: Alles ist offen im NLA-Playoff-Final zwischen Genf-Servette und dem SC Bern. Der Genfer Stürmer Morris Trachsler verrät im Playoff-Talk, wie Genf den Titel in die Calvinstadt holen will.

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Bild Morris Trachsler umarmt Teamkollege Thomas Deruns.
Wollen die Berner weiter «erschrecken»: Morris Trachsler umarmt Teamkollege Thomas Deruns. keystone

Morris Trachsler, beide bisherigen Finalspiele verliefen sehr eng. Wie haben Sie den Auftakt in den Playoff-Final erlebt?
Morris Trachsler: Beide Spiele waren sehr intensiv und wurden auf hohem Niveau ausgetragen. Die Teams schenkten sich gar nichts. In beiden Spielen konnte sich die Heimmannschaft durchsetzen, wir haben jetzt also noch eine Best-of-5-Serie.

Im zweiten Spiel liess ihr Team Bern zweimal nach einer Dreitore-Führung aufschliessen. Was lief in dieser Phase schief?
Im zweiten Drittel hatten wir einen kleinen Hänger und Bern drehte auf. Der SCB konnte uns in unserer Zone phasenweise einschnüren. Wir haben uns zu stark zurückdrängen lassen und kassierten prompt 2 Treffer. In der Schlussphase passierte eigentlich dasselbe. Wir haben schon zu stark mit dem Sieg gerechnet und Bern hat dies mit 2 Toren ausnützen können. Die beiden letzten Gegentore waren daher ziemlich unnötig.

Ihr Trainer Chris McSorley nahm am Dienstag sein Time-Out bei einer 3:0-Führung – ein ungewöhnlicher Zeitpunkt. Was hat der Trainer zur Mannschaft gesagt?
Er hat uns gesagt, dass wir aufwachen müssen. Wir sind zu diesem Zeitpunkt während drei, vier Einsätzen in unserer eigenen Zone stark unter Druck gestanden. Er hat versucht, das Ruder herumzureissen. Leider hat dies nicht funktioniert, wir kassierten danach zwei Treffer. Trotzdem: Das Time-Out war klar als Weckruf gedacht.

Bern kann in der Offensivzone unheimlich viel Druck erzeugen. Wie kann man sich als Gegenspieler darauf einstellen?
Bern macht ja nicht über das gesamte Spiel Druck. Am Dienstag haben wir es im ersten Drittel ähnlich wie die Berner im zweiten Abschnitt geschafft, uns über längere Zeit in der Offensivzone festzusetzen. Klar, Bern hat eine starke Mannschaft, das haben wir aber auch. Man muss sich darauf einstellen, dass der Gegner eine starke Phase haben kann, während der man in die eigene Defensive gedrängt wird. Man weiss aber auch, dass die andere Mannschaft das Tempo und die Intensität nicht über das gesamte Spiel wird halten können.

Bei Genf funktioniert das Umschalten von Defensive auf Offensive derzeit ausgezeichnet.
Wir hatten schon über die gesamte Saison ein besonderes Augenmerk auf das Umschalten von Defensive auf Offensive. Zudem haben wir in unserer Mannschaft einige Individualisten, die das Konterspiel besonders beherrschen. Wir sind grundsätzlich ein eher schnelles Team mit guten Schlittschuhläufern. Unser Ziel ist immer, bei Puckgewinn möglichst schnell in der gegnerischen Zone zu sein. Dieses Spiel zeichnet unsere Mannschaft aus.

Als Defensiv-Center und Boxplay-Spezialist gelten Sie als Herz der Genfer Mannschaft. Wie beschreiben Sie ihre Rolle innerhalb des Teams?
Ich spiele viel in Unterzahl, konnte mit meiner Linie in diesen Playoffs aber auch Offensiv einiges zum Erfolg beitragen. Es ist momentan sehr angenehm, in dieser Mannschaft zu spielen. Ich erhalte derzeit recht viel Eiszeit, aber gerade weil das Team im Moment sehr ausgeglichen ist, kann die Belastung auf verschiedene Spieler verteilt werden. Jede Linie kann Tore schiessen. Wenn es einem Spieler nicht so läuft, kann ein anderer in die Bresche springen.

Weshalb wird Servette Schweizer Meister?
Weil wir Bern mit dem ersten Sieg zu Tode erschreckt haben und wir den SCB jetzt über den Haufen rennen werden (lacht).

(Interview: Stephan Felder)