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Gruppe H

Spanien: Der Elch-Test für den Europameister

Freitag, 19. März 2010, 15:59 Uhr, Aktualisiert 25.05.2010, 14:25 Uhr

Spanien geht bei den Buchmachern als erster Favorit in die WM von Südafrika. Doch Zweifel sind angebracht: Die WM und die spanische Nationalmannschaft, das ist keine heisse Liebe. Die «Roja» stand noch nie auf einem WM-Podest, wurde nur einmal Vierte, und das ist schon sechzig Jahre her. Die Frage ist, ob Spanien an der EURO 2008 auch gleich den WM-Fluch abgelegt hat.

Bild

WM 2010: Kader Spanien

Tor
1 Casillas Iker Real Madrid 20.05.81
12 Valdes Victor FC Barcelona 14.01.82
23 Reina Jose Liverpool FC 31.08.82
Abwehr
3 Piqué Gerard FC Barcelona 02.02.87
4 Marchena Carlos Valencia CF 31.07.79
5 Puyol Carles FC Barcelona 13.04.78
11 Capdevila Joan Villarreal 03.02.78
15 Ramos Sergio Real Madrid 30.03.86
17 Arbeloa Alvaro Real Madrid 17.01.83
18 Albiol Raul Real Madrid 04.09.85
Mittelfeld
6 Iniesta Andres FC Barcelona 11.05.84
8 Hernandez Xavi FC Barcelona 25.01.80
10 Fabregas Francesc Arsenal 04.05.87
14 Alonso Xabi Real Madrid 25.11.81
16 Busquets Sergio FC Barcelona 16.07.88
20 Martinez Javier Athletic Bilbao 02.09.88
21 Silva David Valencia CF 08.01.86
22 Navas Jesus FC Sevilla 21.11.85
Angriff
2 Pedro FC Barcelona 28.07.87
7 Villa David Valencia CF 03.12.81
9 Torres Fernando Liverpool FC 20.03.84
13 Mata Juan Manuel Valencia CF 28.04.88
19 Llorente Fernando Athletic Bilbao 26.02.85

In den letzten Jahren kritisierten die spanischen Spieler die Grossklubs Real und Barcelona immer wieder. Diese würden immer nur teure Ausländer engagieren, aber nie die spanischen Spitzenstars. Der Vorwurf kann wiederlegt werden: 12 spanische WM-Fahrer (also mehr als die Hälfte) stammen von den beiden spanischen Weltklubs, sieben von Barcelona und fünf von Real. Nur drei Spieler verdienen ihr Geld im Ausland.

Einer der Erfolgsgründe bei der EURO war es ja auch, dass die Differenzen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen – und zwischen Barcelona und Real Madrid – in der Nationalmannschaft endlich einmal beiseite gelegt werden konnten. Vieles wird davon abhängen, ob das ein Dauerzustand ist. Das Herz des Teams schlägt nämlich im katalanischen Rhythmus: Xavi, Carles Puyol und Cesc Fabregas sind waschechte Katalenen – im Gegensatz übrigens zum in jungen Jahren zugezogenen Andres Iniesta. Schlüsselposition gibt es aber eben auch für Madrilenen wie Fernando Torres und Iker Casillas und auch für einen Basken mit Xabi Alonso.

Eine Aushängeschild der «Furia Roja» ist ihr Torwart und Captain Iker Casillas. Mit 29 Jahren ist er nun im besten Keeper-Alter angekommen, im Star-Ensemble von Real geht die Klasse Casillas‘ beinahe vergessen.

Die wichtigsten Defensiv-Kräfte sind Vorarbeiter Carles Puyol, auf nahezu allen Positionen einsetzbar, von Barcelona. Er kann beispielsweise in der Innenverteidigung mit Teamkollege Gerard Piqué auflaufen. Die Nati zeigt aber auch, dass die Verteidigung bei Real deutlich besser geworden ist, mit Innenverteidiger Raul Albiol, aber vor allem mit Sergio Ramos auf der Aussenbahn.

Im Mittelfeld hat man als spanischer Nationaltrainer die Qual der Wahl, in diesem Jahr vielleicht noch mehr als vor zwei Jahren. Wieder balgen sich Barcelonas Xavi und Andres Iniesta mit Arsenals Cesc Fabregas um Stammplätze. Xavi wurde bei der EURO bekanntlich zum besten Spieler des Turniers gewählt. Auch schon traditionell zur Auswahl gehört der Valencia-Flügel David Silva. Im defensiven Mittelfeld gibt Reals Xabi Alonso den Ton an, gefürchtet ist seine Schusskraft. Und gespannt darf man sein, welche Rolle hier Barcelonas Jungstar Sergio Busquets übernehmen kann.

Klar scheint die Auswahl im Sturm: Gesetzt sind David Villa und Fernando Torres. Villa, der nach dem Turnier von Valencia zu Barcelona wechselt, ist der Nationalmannschaft treffsicherer als Torres. Bei der letzten WM skorten beide gleich dreimal.

Anders als beim einzigen ähnlich ausgeglichenen Team (Brasilien) sind bei Spanien auch sämtliche Stars im Aufgebot – es gibt keine Unterlassungssünden bei der Nomination von Vicente del Bosque. Del Bosque war Real-Spieler im Schatten von Stars und Real-Trainer im Schatten der Stars, und beides erfolgreich. Dass er den grossen Tenören Freiheit gewährt, macht ihn beliebt und zu einer guten Besetzung auf dem spanischen Trainer-Posten. Sein Vorgänger Luis Aragones übrigens ist seit seinem Abgang bei Fenerbahçe ohne Job, im Alter von 71 Jahren könnte es auch dabei bleiben.

Fakten

Verbandsgründung: 1913
FIFA-Beitritt: 1904
FIFA-Ranking im März 2010: 1
Lizenzierte Spieler: 653'190 (Total 2'834'190)
WM-Teilnahmen (12): 1934 (Viertelfinal), 1950 (4. Platz), 1962 (Vorrunde), 1966 (Vorrunde), 1978 (1. Finalrunde), 1982 (2. Finalrunde), 1986 (Viertelfinal), 1990 (Achtelfinal), 1994 (Viertelfinal), 1998 (Vorrunde), 2002 (Viertelfinal), 2006 (Achtelfinal)
Qualifikation: 1. Rang Europa-Gruppe 5
Bester Torschütze in der Qualifikation: David Villa (7 Tore)
Nationalcoach: Vicente Del Bosque
Bilanz gegen die Schweiz: 15 Siege, 3 Remis

Spiele Gruppe H:

16. Juni

13:30

Honduras

-

Chile

16. Juni

16:00

Spanien

 

Schweiz

21. Juni

16:00

Chile

 

Schweiz

21. Juni

20:30

Spanien

 

Honduras

25. Juni

20:30

Chile

 

Spanien

25. Juni

20:30

Schweiz

 

Honduras

(jäg)