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Langlauf

«Dario Cologna verliert seine wichtigste Bezugsperson»

von Peter Minder
Samstag, 13. März 2010, 17:23 Uhr

«Dass Fredrik Aukland, der Schweizer Trainer des Jahres 2009, nach zwei Jahren als Distanztrainer der Langläufer bei Swiss Ski zurücktritt, ist leider eine Hiobsbotschaft», schreibt SF-Kommentator Peter Minder.

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Klar, man kann jeden ersetzen, das ist auch im Sport so, aber Aukland befand sich in einem so positiven «Flow» mit Dario Cologna, Curdin Perl, Toni Livers und Remo Fischer, dass eine Weiterarbeit zwingend hätte angestrebt werden müssen.

Damit sind wir bei den Verbänden und den Strukturen und natürlich auch bei den Funktionären. Denn der Wunsch von Fredrik Aukland, nur noch teilweise Distanztrainer zu bleiben, um mehr Zeit für seine Familie und seine beiden halbjährigen Zwillinge zu haben, passte überhaupt nicht ins Denkschema der Verantwortlichen. Oder war man froh, dass sich das norwegische Trainergenie durch diesen nachvollziehbaren Wunsch selber aus dem Vertrag manövrierte? Schon möglich, denn vielleicht hätten sich andere den «Trainer des Jahres 2009» für die Erfolge Colognas auch sehr gerne an die eigene Brust geheftet.

Initiative von Adriano Iseppi

Denn wie einige wenige Insider wissen, kam Auklands Engagement für Swiss Ski nur zustande, weil sich Adriano Iseppi als damaliger Chef Langlauf gegen anfängliche Widerstände durchzusetzen wusste. Als das Lohngefüge von Swiss Ski für Aukland keine valable Honorierung seiner Leistungen zuliess, bezahlte Adriano Iseppi einen Vorschuss an Aukland aus seiner eigenen Tasche und organisierte private Sponsoren, welche sich für den talentierten Jungtrainer Aukland einsetzten und engagierten. Aukland, beeindruckt ob dieser Geste der Schweizer und beseelt von der Arbeit mit Cologna, Livers, Perl und Fischer, bezahlte zurück: mit dem besten Distanzteam, das Swiss Ski je hatte und mit dem wichtigen Mitwirken an den Erfolgen Colognas. Eine Erfolgsgeschichte.

Weitere Zusammenarbeit von Cologna mit Aukland

Man kann es sich einfach nicht leisten, Leute wie Aukland so leichtfertig zu verlieren. Das kann auch kein Cheftrainer kompensieren. Ausser man heisst Martin Rufener und hat die Lizenz zum autonomen Handeln. Aber davon sind die Langläufer leider weit entfernt. Und deshalb wird das passieren was logisch ist: Dario Cologna wird mit Fredrik Aukland in irgendeiner Form weiter zusammenarbeiten. Im Interesse des Erfolges. Ob es den Funktionären nun passt oder nicht. Diese müssen nun einen neuen Trainer vom Format Auklands für die Distanzgruppe suchen. Viel Glück.

Peter Minder ist Langlauf-Kommentator für das Schweizer Fernsehen .