Vancouver 2010
Olympia-Bilanz
Die Unglücksraben von Vancouver
Heute bedauert, morgen vergessen – die Viertklassierten sind die grossen Verlierer der Olympischen Spiele. Eine Auswahl der grössten Unglücksraben. Dazu: Der «lederne» Medaillenspiegel.
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Tragische Figur der Spiele ist Margot Boer. Die holländische Eisschnellläuferin belegte zweimal den 4. Rang. 14 und 24 Hundertstel fehlten der 24-Jährigen zu Edelmetall. Dazu gab es einen 6. Rang mit 22 Hundertstel Rückstand auf Bronze. Angesichts der Dichte im niederländischen Eisschnelllaufsport ist ungewiss, ob sie in 4 Jahren in Sotschi erneut die Chance auf eine Olympia-Medaille erhält.
Auch die Deutsche Daniela Anschütz musste sich auf der Eisbahn zweimal mit «Leder» begnügen. Im Gegensatz zu Boer konnte sich die 35-Jährige wie schon 2006 in Turin mit Gold in der Staffel trösten.
Zielfoto entschied
Am knappsten an Edelmetall vorbei lief Kristin Steira Störmer. Erst das Zielfoto kostete die norwegische Langläuferin in der Doppelverfolgung die Bronzemedaille, die sich Justyna Kowalczyk sicherte. Emmanuel Jonnier vergab im Endspurt eine französische Medaille der 4x10-km-Staffel. Der 34-Jährige, der nahe der Schweizer Grenze lebt, scheint auf 4. Plätze abonniert: Schon 2006 in Turin holte er mit der Staffel und über 50 km nur «Leder».
Sechs 4. Plätze für die Schweiz
Nicht vom Glück verwöhnt wurden in Vancouver auch Schweizer. Eiskunstläufer Stéphane Lambiel und Snowboarder Iouri Podladtchikov erhielten von den Jurys nur unwesentlich weniger Punkte als der jeweilige Bronze-Gewinner. 4, 5 und 6 lauteten die Ränge von Fabienne Suter in Abfahrt, Super-Kombi und Riesenslalom. Weitere Schweizer Viertklassierte waren Carlo Janka (Super-Kombi), Ivo Rüegg (Zweierbob) und die Curlerinnen.
Auffallend ist, dass einige Nationen je nach Sportart besonders viele 4. Ränge anhäuften: Kanada (drei 4.) schien im Shorttrack vom Pech verfolgt, ehe zum Schluss noch zwei Goldene resultierten. 5 österreichische Skifahrer fuhren knapp an den Medaillen vorbei. Zwei von drei 4. Plätzen im Skispringen gingen an Finnland.
Unter den Viertklassierten zu finden sind auch einige Stars in ihren Sportarten, etwa Apolo Ohno, Benjamin Raich, Kati Wilhelm oder Janne Ahonen. Der finnische Skispringer hatte für die Spiele sein Comeback gegeben, um endlich Olympia-Einzelgold zu gewinnen. Stattdessen blieb ihm «Leder».
Der «lederne» Medaillenspiegel
1. Österreich, Russland und USA, je 9
4. Deutschland und Schweden, je 8
6. Kanada, 7
8. Norwegen und Schweiz, je 6
10. Italien, 5
11. China, Finnland, Frankreich und Niederlande, je 3
15. Südkorea, 2
16. Japan, Lettland, Slowenien, Slowakei und Weissrussland, je 1
(boe)
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