Vancouver 2010
Skicross
Mike Schmid - mit neuer Motivation zu Olympia-Gold
Skicrosser Mike Schmid hat in Vancouver seine einmalige Chance gepackt und für eine weitere Schweizer Goldmedaille bei einer olympischen Sport-Premiere gesorgt.
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Der 24-jährige Mike Schmid aus Frutigen im Berner Oberland fährt seit 2004 in der jungen Disziplin Skicross, die zur Kategorie Skiakrobatik gehört. Im Januar 2006 gelang ihm im österreichischen Kreischberg erstmals der Sprung auf das Weltcup-Podest.
Der grosse Durchbruch kam 2009, als Schmid im Januar in St.Johann (Oe) zunächst sein erstes Weltcup-Rennen gewinnen konnte und danach im Dezember mit einem Doppelsieg im italienischen Innichen nachdoppelte. Siege feierte Schmid auch im Europacup und am nordamerikanischen Nor-Am Cup.
Steigerungslauf dank Olympia-Ziel
Schmids Steigerungslauf hing auch damit zusammen, dass er mit der Aufnahme von Skicross ins olympische Programm vermehrt ins mediale Rampenlicht rückte. Aus dem Fahrer einer weitgehend unbekannten «Freak-Disziplin» war plötzlich ein Gold-Kandidat für Vancouver 2010 geworden. Über Schmid wurde plötzlich in den Zeitungen geschrieben und an einem Sonntagabend im Januar 2010 sass er gar im «sportpanorama» bei Bernard Thurnheer.
Auch finanziell haben sich Schmids Efforts gelohnt. Er arbeitet im Sommer zwar immer noch drei Monate als Strassenbauer, doch daneben hat sich die Situation gebessert: «Ich habe jetzt gute Sponsoren. Gute Weltcup-Rennen und auch Olympia sind da eine Chance. Durch zunehmende Präsenz in den Medien werde ich für Sponsoren noch interessanter. Es wäre sicher sehr schön, mein Hobby mal zum Beruf zu machen. Ich nehme dies jedoch, wie es kommt», so Schmid im Januar im Interview mit sport.sf.tv.
Vier Start-Ziel-Siege zu Gold
Schmid, mit 193 cm Grösse und rund 100 kg Gewicht ein Brocken auf den schmalen Latten, hat sich von den Gold-Träumen nicht beeindrucken lassen. In seiner ruhigen Art hat er die Erwartungen an sich abprallen lassen und keinerlei Nervosität aufkommen lassen. Seine Fahrten auf der anspruchsvollen Piste in Cypress Mountain waren beeindruckend. Zunächst die Bestzeit in der Qualifikation, danach vier sichere Start-Ziel-Siege in den K.o.-Runs. Kein einziges Mal geriet Schmid in Gefahr, einen Lauf zu verlieren.
Alpiner Frust und neue Freude
Wie verschiedene seiner Konkurrenten kommt auch Schmid aus dem alpinen Bereich. Während Jahren gehörte er gemeinsam mit Abfahrer Küng zu einer Elite-Gruppe im Nachwuchs von Swiss-Ski. Mit 15 Jahren hatte Schmid jedoch genug und beendete seine alpinen Ambitionen. «Die Freude am Skisport war weg», erklärte Schmid seinen Karriere-Schnitt.
Mit dem Skicross fand er bald eine neue Aufgabe, die ihn wieder mit Freude erfüllte. Und die hat ihn jetzt bis auf das oberste Treppchen der olympischen Spiele von Vancouver 2010 geführt. Und vielleicht wird er kommenden Sommer nun auch nicht mehr arbeiten müssen.
(si/ac)
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