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Vancouver 2010

Skispringen

Simon Ammanns perfekt geglückter Plan

Samstag, 13. Februar 2010, 22:08 Uhr, Aktualisiert 22:50 Uhr

Simon Ammann hat an den 21. Olympischen Winterspielen für einen Schweizer Traumstart gesorgt. Für den Toggenburger zahlte sich der Alleingang in der Vorbereitung aus.

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Dank seinem 3. Olympia-Sieg schloss Ammann zum finnischen Rekordhalter Matti Nykänen auf, der die bisherige Bestleistung seit seinem Doppelsieg in Calgary 1988 allein inne hatte.

Nichts dem Zufall überlassen

Mit der Erfahrung von drei Olympischen Spielen reiste der 28-jährige Toggenburger nach Vancouver - und er tat dies früher als seine Konkurrenten. Ammann liess die letzten Weltcup-Springen in Willingen aus. Er habe gemerkt, dass ihm ein paar zusätzliche Tage zur Akklimatisation gut tun würden, meinte er nach seinem Sieg in Klingenthal Anfang Februar.

In Kanada angekommen, reiste Ammann nicht sofort ins olympische Dorf in Whistler, sondern hauste zuerst noch privat untergebracht im «Chalet Bambi», das er vor einem Jahr bei der Besichtigung der olympischen Wettkampfstätten entdeckt hatte. Der Doppel-Olympia-Sieger von Salt Lake City überliess nichts dem Zufall - und wurde dafür belohnt.

Enttäuschung in Turin als Karriere-Wendepunkt

Dass Ammann zu den Top-Favoriten gehörte, war schon früher klar. Mit 5 Saisonsiegen und der Weltcup-Führung befand er sich schon während der ganzen Saison in Top-Form. Seit seiner Enttäuschung in Turin vor vier Jahren, als er als Olympia-Titelverteidiger im Training stürzte und im Wettkampf enttäuschte, gehörte Ammann ununterbrochen zur absoluten Weltspitze. Seither erreichte er 40 Weltcup-Podestplätze.

Zuvor litt Ammann lange unter der Last, in Salt Lake etwas überraschend zu Olympia-Ehren und als «Harry Potter» zu weltweiter Bekanntheit gekommen zu sein. Später gab er zu, erst nach dem Absturz in Turin die schwere Last des Olympia-Helden abgelegt zu haben. «Danach begann meine zweite Karriere. Danach ging es nur noch bergauf.»

Ammann: «Freue mich auf die Dopingkontrolle!»

Trotzdem ist der Erfolg Ammanns in Whistler nicht hoch genug einzuschätzen. Mit seinen Siegen im Weltcup hat er einen enormen Druck - auch von sich selbst aus - aufgebaut. «Es hat mir geholfen, dass ich die Situation vor dem zweiten Durchgang schon vor 8 Jahren durchlebt hatte. Trotzdem war die Ausgangslage komplett anders. Ich kam als Weltcup-Leader. Ich bin extrem stolz, dass ich dem Druck standgehalten habe. Ich habe es geschafft, die Enerige auf den Punkt zu bündeln.»

Nach der Erleichterung komme meistens die Müdigkeit, sagte Ammann kurz nach seinem Erfolg: «Ich freue mich jetzt auf die Dopingkontrolle. Dort habe ich Ruhe und bin abgeschottet». Bis zur Entscheidung auf der Grossschanze hat Ammann nun 6 Tage Zeit, sich wieder neu zu sammeln.

(Manuel Köng, Vancouver)