Vancouver 2010
Olympia-Start
Didier Cuche und Simon Ammann: Selbstbewusstsein und Routine als Trumpf
Skispringer Simon Ammann und Abfahrer Didier Cuche haben am Samstag die Gelegenheit, die Winterspiele in Vancouver mit zwei Medaillen für die Schweiz zu eröffnen. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt das Wetter in Whistler.
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Didier Cuche hat in den Trainings die Konkurrenz geschockt. Der Kitzbühel-Doppelsieger hat mit seinen schnellen Trainingsfahrten sämtliche Zweifel zerstreut, die nach seinem Sturz in Kranjska Gora aufgetaucht sind.
Der gebrochene Daumen behindert den Routinier kaum noch – zumal beim steilen Abfahrtsstart nicht viel «Handarbeit» nötig ist. Von einem angeknacksten Selbstvertrauen, das einige «Experten» aus der Ferne diagnostizierten, ist bei Cuche nichts zu spüren.
Cuche: Strecke im Griff, Verschiebungen kein Problem
Das Malheur in der zweiten Trainingsfahrt, als er ein Tor zu direkt anfuhr und verpasste, kommentierte er mit einem Augenzwinkern: «Irgendwie musste ich meine Favoritenrolle ja loswerden». Cuche weiss: Er hat die «Dave-Murray-Piste» im Griff. Befürchtungen, dass ihm das Streckenprofil ohne schwierige Schlüsselstellen nicht entgegenkommen könnte, erwiesen sich als falsch. «Ich weiss nun, dass ich hier gewinnen kann», meldete der Neuenburger seine Ansprüche an. Er wäre mit 35 Jahren der älteste Olympia-Sieger aller Zeiten.
Nur das Wetter hat Cuche nicht unter Kontrolle. Für Samstag sind warme Temperaturen und Regen prognostiziert. Der Schnee ist nass und zuwenig kompakt. Verschiebungen sind wahrscheinlich. Einen Routinier wie Cuche vermag das aber nicht zu beunruhigen: «Ach wissen Sie, ich kenne das seit 15 Jahren. Das irritiert mich nicht mehr», erklärte er mit einem Achselzucken.
Ammanns mentale Stärke
In einer Favoritenrolle befindet sich auch Simon Ammann. Der 28-jährige Toggenburger reiste bereits mit der Referenz von 5 Weltcup-Saisonsiegen und der Punkte-Gesamtführung an. Ammann bewies aber auch auf dem kleinen Bakken in Whistler nochmals, dass mit ihm zu rechnen sein wird. Im Training sprang er immer an der Spitze mit. Lediglich in der Qualifikation gelang ihm ein Sprung nicht optimal. Der Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City 2002 hat aber die mentale Stabilität, am Wettkampftag zuzulegen.
Ammann: «Ich weiss, dass die Leute viel von mir erwarten, ich weiss aber auch, dass ich besonders viel Erfahrung mit Grossanlässen habe.» Fragezeichen gibt es allenfalls um die Landungen des Schweizers. Bei den zu erwartenden geringen Weiten-Unterschiede auf der Normalschanze könnten die Stilnoten entscheiden – eine Komponente, die Ammann schon mehr als einmal um einen Erfolg gebracht hat.
Abfahrtsrennen stark gefährdet
Am Freitagabend wurde in Vancouver bekannt, dass die Chancen auf eine Austragung der Männer-Abfahrt am Samstag immer kleiner werden. «Die Temperaturen müssen möglichst rasch herunterkommen», sagte Renndirektor Günther Hujara. «Wenn es so bleibt, dann kann ich mit Sicherheit sagen, dass das Rennen nicht am Samstag ausgetragen wird.»
Olympia-Entscheidungen live auf SF
Die Skispringen-Entscheidung auf der Normalschanze sehen Sie ab 18.45 Uhr live auf «SF zwei» und im Live-Stream auf sport.sf.tv. Um 19.45 Uhr folgt die Abfahrt der Ski-Männer.
(Manuel Köng, Vancouver)
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