Vancouver 2010
Snowboard
Shaun White: Ist die «fliegende Tomate» zu bremsen?
Mit 8 den ersten Sponsor, mit 13 die erste Million, mit 15 Weltmeister, mit 19 Olympiasieger. Der mittlerweile 23-jährige Snowboard-Star Shaun White hat in jungen Jahren schon alles erreicht - und hat trotzdem noch nicht genug.
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Seit Jahren setzt Shaun White sämtliche Massstäbe in der Halfpipe. Immer höher, immer spektakulärer werden die Tricks des Kaliforniers, der wegen seiner roten Mähne auch «die fliegende Tomate» genannt wird.
Erfindet er einen neuen Sprung wie den «Back to Back Double Cork» im letzten Sommer, so eifern alle anderen Athleten nach und schieben Extra-Schichten, um an den nächsten grossen Wettkämpfen gleichzuziehen.
Für alle ist klar: Der Olympia-Sieger von 2006 in Turin ist auch in Kanada im Snowboard-Resort Cypress Mountain der grosse Favorit auf Olympia-Gold. Seine Ambitionen unterstrich er zuletzt mit dem dritten Sieg in Folge an den X-Games in Aspen.
Shaun White: Der Rockstar
Aber es sind eben nicht nur die sportlichen Leistungen, die aus Shaun White den Mega-Star machen, der er zumindest in den USA ist. White, immer noch zarte 23 Jahre jung, ist in Kreise «aufgestiegen», die «normalen» Sportlern verschlossen bleiben. White geht mit Pamela Anderson aus. White schafft es aufs Cover des Musikmagazins «Rolling Stone». White wird von Hugh Hefner in die «Playboy-Mansion» eingeladen. White hat sein eigenes Snowboard, seine eigene Kleiderlinie und zwei eigene Computerspiele.
Bei Konkurrentennicht eben beliebt
Es wäre nachvollziehbar, dass da andere junge Kollegen neidisch werden. Tatsache ist, dass White bei der Konkurrenz nicht sehr hoch in der Gunst steht. Seine Idee, sich in den Rocky Mountains eine private, nur mit dem Helikopter erreichbare Halfpipe zu bauen, und darauf geheime Tricks einzuüben, stiess die sonst so verbrüderte Snowboard-Gemeinde vor den Kopf.
«Es ist schade, dass White so ein Ego ist», sagt der beste Schweizer Halfpipe-Snowboarder Iouri Podlatschikov. «Es ist verrückt, dass er niemanden einlud, mit ihm zu fahren», meint Whites langjähriger Weggefährte Kevin Pearce, der wegen eines schweren Sturzes nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen kann. Andere berichten, White sei abgehoben und arrogant.
White: «Es macht Spass berühmt zu sein»
Niemand kümmern solche Sticheleien weniger als White. «Das sind alles Neider», pflegt er dazu zu sagen. «Es macht einfach Spass, berühmt zu sein.» Geschätzte 9 Millionen Dollar verdient White jährlich zu den Annehmlichkeiten eines «Rockstars» hinzu. Möglich, dass er das damit meint.
(koem)
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