Ski alpin
Abfahrt Wengen
Überragender Carlo Janka siegt in Wengen!
Carlo Janka hat die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen in sensationeller Manier gewonnen. Der Bündner zeigte eine nahezu perfekte Fahrt und verwies Manuel Osborne-Paradis (Ka) und Marco Büchel (Lie) auf die Plätze. Didier Cuche wurde Fünfter.
Carlo Janka hatte spätestens nach seinen starken Trainings und Rang 2 in der Kombi-Abfahrt zu den heissen Anwärtern auf den Sieg in der legendären Lauberhorn-Abfahrt gezählt. Dass der Schweizer die Konkurrenz aber derart dominiert, hatte nicht erwartet werden können.
Grösster Vorsprung seit sieben Jahren
Am Ende betrug der Vorsprung des Bündners auf den zweitplatzierten Osborne-Paradis ganze 66 Hundertstelsekunden. Mit einer solch grossen Differenz hatte seit Stephan Eberharter 2003 (1,11 Sekunden Vorsprung auf Daron Rahlves) kein Fahrer mehr am Lauberhorn gewonnen.
Janka überrascht sich selber
Schon während der Fahrt spürte Carlo Janka, dass ihm im oberen Teil eine perfekte Fahrt gelungen war. Der 23-Jährige zeigte sich überrascht, schon heuer am Lauberhorn gewonnen zu haben. «Ein, zwei Jährchen würde es schon noch dauern, dachte ich», schmunzelte Janka.
Der Bündner unwiderstehlich
Janka verlor zwar auf dem obersten Streckenabschnitt auf Super-Gleiter Osborne-Paradis etwas Zeit, die technischen Passagen fuhr der Riesenslalom-Weltmeister aber unwiderstehlich. Mit seinem Sieg führt Janka die Weltcup-Gesamtwertung wieder mit 68 Punkten vor Benjamin Raich an.
Rang 3 für Büchel «fast wie ein Sieg»
Auf den 3. Rang fuhr überraschend Marco Büchel. Der liechtensteiner «Ski-Oldie» absolvierte die 4,465 km lange Abfahrt 82 Hundertstel langsamer als Janka und zeigte sich hocherfreut über den Podestplatz. «Für mich ist das fast so wie ein Sieg», sagte der 38-Jährige bei seinem letzten Auftritt im Berner Oberland. Er habe im Ziel gezittert, weil etliche Fahrer bis auf wenige Hundertstel an ihn herangekommen waren. «Manchmal braucht man eben ein Quäntchen Glück und dieses hatte ich heute», so Büchel.
Auch Cuche und Défago stark
Das erfreuliche Schweizer Ergebnis vor der Rekordkulisse von 32'000 Zuschauern rundeten Didier Cuche und Didier Défago mit den Rängen 5 und 7 ab. Défago vergab eine bessere Klassierung im Kernen-S («Es haben sich einige Fehler eingeschlichen»), Cuche verlor in den Gleitpassagen (zu) viel Zeit. Der Neuenburger haderte ein wenig mit der um nur vier Hundertstel verpassten Podestplatzierung. «Aber ich mag es Büchel gönnen, dass er bei seiner letzten Fahrt am Lauberhorn erstmals auf dem Podest steht.»
Eine weitere starke Leistung zeigte auch der Schweizer Weltcup-Neuling Patrick Küng, der es wiederum in die Top 15 schaffte. Ambrosi Hoffmann verzichtete nach seinem Trainingssturz auf den Start.
Miller verpasst Podest wegen Sturz
Eine Niederlage setzte es für das Austria-Team ab. Klaus Kröll kam als bester Österreicher nur auf Rang 9. Michael Walchhofer, der Sieger von 2005, wurde wie andere Österreicher von einer Grippe geschwächt und belegte den 16. Platz. Kombi-Sieger Bode Miller fuhr auch in der Abfahrt auf Podestkurs, stürzte aber im Ziel-S, als ihn seine Kräfte im Stich liessen.
(fel/bon)


