Sports Awards
Rückblick 2009
Didier Cuche und Ariella Kaeslin Sportler des Jahres
Skifahrer Didier Cuche und Kunstturnerin Ariella Kaeslin wurden an den Sports Awards zu den Schweizer Sportler des Jahres 2009 gewählt. Die Auszeichnung des Teams des Jahres gewannen die ZSC Lions.
Die knappe Entscheidung zugunsten von Didier Cuche kam einer Überraschung gleich. Auch der Neuenburger selbst konnte es kaum glauben und gab zu, dass er selber Roger Federer gewählt hätte. «Ich muss mich fast entschuldigen bei Roger, aber irgendwie geniesse ich jetzt meinen Sieg doch», sagte er in die SF-Kamera. In der Vorwahl durch die Medien und Sportler war Cuche auf dem 3. Rang gelandet, die Differenz zu Leader Federer war gross gewesen. Doch das Fernsehpublikum hat den Spiess umgedreht und für Verblüffung gesorgt.
Wie ein guter Rotwein wird der 35-jährige Neuenburger mit dem Alter besser. Die Höhepunkte der Saison setzte er in Val d’Isère mit dem WM-Titel im Super-G und Silber in der Abfahrt. Die Dauerleistung liess er sich mit der kleinen Kristallkugel im Riesenslalom belohnen. Je ein dritter Platz im Gesamt-Weltcup und im Abfahrts-Weltcup vervollständigen die eindrucksvolle Bilanz. Den neuen Winter hat er im gleichen Stil angefangen: Sieg im Weltcup-Prolog in Sölden, Sieg in der Abfahrt in Lake Louise und ein Podestplatz in der Abfahrt in Beaver Creek.
Die 22-jährige Luzernerin gewann die Wahl vor Skifahrerin Lara Gut. Der Erfolg an Olympia 2008 in Peking mit dem fünften Platz im Pferdsprung hatte Kaeslin im ganzen Land populär gemacht. Heuer aber übertraf sie alles, was das Schweizer Kunstturnen der Frauen je zu bieten hatte: Sie wurde Europameisterin im Pferdsprung, EM-Dritte im Mehrkampf und - die Krönung der Saison - sie holte wiederum im Pferdsprung die Silbermedaille an den Weltmeisterschaften in London, der Stadt der nächsten Olympischen Sommerspiele.
Die Zürcher Eishockeyaner starteten als Aussenseiter zur Champions Hockey League und beendeten den neuen, hochklassig besetzten Wettbewerb mit Klubs aus den besten sieben europäischen Nationen als strahlende Sieger. Im Final rangen sie die hochfavorisierten Russen von Metallurg Magnitogorsk mit 2:2 und 5:0 nieder. Als Europas Champions traten die Zürcher Ende September im «Victoria Cup» in Zürich gegen den renommierten NHL-Vertreter Chicago Blackhawks an und siegten abermals, und zwar mit 2:1.
Der aus dem Val Mustair stammende Bündner hat mit seinem kometenhaften Aufstieg Schweizer Sportgeschichte geschrieben. Seit dem unvergesslichen Bronzemedaillengewinn von Andi Grünenfelder an den Olympischen Spielen 1988 in Calgary liefen die Schweizer der Weltklasse über 20 Jahre lang meistens hinterher. Mit einem Mal stellt die Schweiz nun den weltbesten Langläufer. Dario Cologna gewann im Winter 2008/09 die beiden wichtigsten Dauerwettbewerbe: die Tour de Ski und – als erster Schweizer überhaupt – den Gesamtweltcup.
Einen schöneren Abschied von den Bahnrennen im Rahmen von «Weltklasse Zürich» hätte sich der 51-jährige Solothurner Rollstuhlsportler Heinz Frei aus Etziken nicht wünschen können. Er sicherte sich auf der Strasse seinen 15. WM-Titel, gewann WM-Bronze im Zeitfahren und triumphierte am Berlin-Marathon. 1987 war Heinz Frei erstmals Schweizer Behindertensportler des Jahres; heuer wurde er zum Abschluss seiner Bahnkarriere zum zehnten Mal gewählt.
Seit Swiss-Ski 2008 Fredrik Aukland als Distanztrainer verpflichtete, ist es mit dem Schweizer Langlauf steil aufwärts gegangen. Aukland, der 31-jährige Norweger, führte seinen besten Schützling, Dario Cologna, bereits in der ersten Saison auf ungeahnte Höhen, zu den Siegen in der prestigereichen Tour de Ski und im Gesamtweltcup. Aukland will die Arbeit konsequent weiterführen und mit Cologna und Co. an Olympia 2010 in Vancouver glänzen. Angebote anderer Verbände schlug er aus.
Einen Ehrenpreis durften jene jungen Fussballer entgegen nehmen, welche kürzlich in Nigeria dem SFV den ersten WM-Titel in seiner Verbandsgeschichte beschert hatten.
(SF/koem/bon)


