Fussball
U17-WM
Dany Ryser: «Weltmeister, das tönt wunderschön!»
Die U17-Nationalmannschaft hat das Unglaubliche geschafft und in Nigeria den ersten Weltmeistertitel in der Geschichte des Schweizer Verbandes errungen. Ein Grosserfolg, der unerwartet kommt – aber alles andere als zufällig ist.
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«Weltmeister, das tönt wunderschön», freute sich Coach Dany Ryser unmittelbar nach dem 1:0-Finalerfolg über Gastgeber Nigeria noch am Spielfeldrand in Abuja. «Es wird wohl dauern, bis wir das realisieren», wirkte der 52-jährige Solothurner selber noch etwas ungläubig.
Die Schweizer Youngsters hatten im Laufe des Turniers bereits die Grossmächte Brasilien, Deutschland und Italien aus dem Weg geräumt. Im Final folgte die denkbar schwierigste Aufgabe, das Duell mit Gastgeber und Titelverteidiger Nigeria vor 64‘000 Zuschauern im ausverkauften National-Stadion.
Doch die Schweizer von Keeper Benjamin Siegrist bis zum Sturmduo Nassim Ben Khalifa und Haris Seferovic liessen sich auch von dieser Affiche nicht aus dem Konzept bringen. Die U17 überstand den Ansturm der Gastgeber mit der bekannten Ruhe, fand langsam aber sicher ins Spiel und setzte nach der Pause zum K.o.-Schlag an.
«Wir hatten uns gut auf den Gegner vorbereitet. Es gelang uns, die Schnelligkeit von Nigeria zu bremsen, in dem wir etwas tiefer gestanden sind», erläuterte Ryser das Erfolgsrezept an diesem historischen Sonntag. «Wir haben einen Traum verwirklicht, was die ganze Mannschaft gezeigt hat, ist irrsinnig», geriet Ryser doch noch ins Schwärmen.
Der WM-Titel in Nigeria 2009 ist die Krönung eines Nachwuchs-Konzepts, das in den 90-er Jahres des letzten Jahrtausends begonnen hatte und mit dem EM-Titel der U17 2002 den ersten Grosserfolg brachte.
Auch der grosse Stratege und Dirigent dieser mittlerweile weltweit anerkannten Aufbau-Arbeit, Hansruedi Hasler, war in Abuja beim grossen Spiel: «Dies ist eine Sensation. Was dieser Erfolg bedeutet, kann man noch nicht abschätzen. Jetzt feiern wir erstmal», so der abtretende Technische Direktor des SFV.
Hasler blickte sofort wieder nach vorne: «Für diese Junioren ist das eine riesige Erfahrung. Es ist beeindruckend, wie sie mit allen Widerständen fertig geworden sind. Aber die Entwicklung muss weitergehen. Bislang haben wir zu ihnen geschaut, wer macht das in Zukunft? Die Spieler müssen auf dem Boden bleiben und weiterarbeiten», so Hasler im Wissen, dass vom Team von 2002 nur wenige Spieler den ganz grossen Durchbruch geschafft haben.
Einer von ihnen ist Tranquillo Barnetta, Mittelfeldspieler der Nati und von Bayer Leverkusen: «Einfach Weltklasse! Die ganze Schweiz ist stolz auf diese Jungs, auf diese Mannschaft, die das Turnier der besten Mannschaften unter Bedingungen dominiert hat, die für sie alles andere als einfach waren. Dieser grosse Erfolg für ein kleines Land kann nicht hoch genug eingestuft werden», freute sich Barnetta.
Auch Nati-Captain Alex Frei schloss sich den Gratulationen umgehend an: «Der WM-Titel der Schweiz ist absolut verdient. Die Mannschaft von Dany Ryser war über das ganze Turnier das beste Team. Technisch und taktisch waren seine Spieler allen anderen Teams klar überlegen», sagte Frei.
Der Basler betrachtete den WM-Titel der Schweiz deshalb auch als logisch: «Der siebte Sieg im siebten Spiel war das i-Tüpfchen dieses Schweizer Turniers. Der Fussball schreibt oft wundersame Geschichten, aber in den allermeisten Fällen setzt sich Qualität durch. Das war ein neuerlicher, ein wunderschöner Beweis.»
Und auch der «höchste» Trainer der Schweiz zeigte sich für einmal alles andere als nüchtern und zurückhaltend: «Ein Wahnsinn. Ein historischer Erfolg, der schon jetzt Legende ist. Wir haben während der ganzen WM nur in Superlativen gesprochen, dieses letzte Kapitel ist der Höhepunkt und nicht mehr zu toppen.»
Gut möglich, dass Hitzfeld in seiner Amtszeit noch einige Testspiele durchführen muss, um neue Kandidaten für die Nati zu sichten. An Kandidaten fehlt es nicht, wie die glorreiche Nacht von Abuja gezeigt hat.
(ac)
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