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Champions League

Olympique Marseille - Skandalverein auf der Suche nach Erfolg

Dienstag, 20. Oktober 2009, 9:05 Uhr, Aktualisiert 09:11 Uhr

Olympique Marseille ist der populärste und skandalträchtigste Verein Frankreichs. In diesem Jahr will er endlich wieder für positive Schlagzeilen auf dem Rasen sorgen. Am Mittwoch stehen die Franzosen in der Champions League gegen den FCZ unter Siegzwang.

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Die Geschichte des Klubs aus der südfranzösischen Hafenstadt ist geprägt von Inkonstanz. Grosse Erfolge und noch grössere Skandale machen das Image des beliebtesten Klubs des Landes aus. Als einziger französischer Vertreter konnte das 1899 gegründete Olympique Marseille bisher die Champions League gewinnen. 1993 besiegte «OM» die AC Milan im Final von München mit 1:0.

Der Triumph in der europäischen Königsklasse stellte das Ende der erfolgreichsten Ära von Olympique dar. Angeführt von Jean-Pierre Papin gewann Marseille zwischen 1989 und 1992 vier nationale Titel in Serie. Der Fall, der darauf folgte, war tief - sehr tief.

Marseille wurde der Meistertitel 1993 aberkannt, nachdem bekannt geworden war, dass Vereinspräsident Bernard Tapie in der Meisterschaft den Gegner Valenciennes bestochen hatte. Die Mannschaft wurde im Folgejahr in die zweite Liga verbannt. Mitte der 90er Jahre war der Ruf von «OM» ramponiert, der Verein stand wegen seiner hohen Schuldenlast vor dem Bankrott.

Es dauerte lange, bis sich der Klub von den grossen Skandalen erholt hatte. Auch in den Jahren seither wurden laufend neue «kleine» Skandale publik.

2006 und 2007 konnte Marseille mit dem Gewinn des französischen Pokals die ersten Titel nach einer sportlichen Durststrecke von 15 Jahren feiern. Das Publikum in Marseille, das in seiner Anzahl und Begeisterungsfähigkeit in Frankreich seinesgleichen sucht, wartet sehnsüchtig auf nationale und internationale Titel.

Auf die neue Saison hin wurde in der Hafenstadt wieder mit der grossen Kelle angerührt. Als Trainer wurde Didier Deschamps verpflichtet, der 1993 als Spieler den Champions-League-Pokal in die Höhe stemmen durfte. Die Mannschaft des Welt- und Europameister wurde mit Namen wie Lucho Gonzalez, Gabriel Heinze oder Souleymane Diawara veredelt, um nur die prominentesten Zuzüge zu nennen.

Der bisherige Saisonverlauf widerspiegelt im Kleinen die Inkonstanz, welche sich durch die gesamt Klubgeschichte zieht. Der 3:0-Erfolg vom Wochenende in Nancy war der erste Sieg nach drei Meisterschafts-Niederlagen in Serie.

In der Champions League stehen die Franzosen nach Niederlagen gegen Milan und Madrid bei ihrem Auftritt im Letzigrund unter Siegzwang. Die in dieser Saison oft nicht sehr sattelfeste FCZ-Abwehr muss sich am Mittwoch vor allem vor einem in Acht nehmen: Mamadou Niang. Der Stürmer erzielte in der laufenden Meisterschaft bereits sechs Tore und ist Dreh- und Angelpunkt der Marseille-Offensive. Verzichten muss Deschamps hingegen auf den gesperrten Innenverteidger Diawara.

Der Trainer, der 2003/04 die AS Monaco bis in den Champions-League-Final führte, unterstrich nach dem Sieg in Nancy die Wichtigkeit der Partie gegen den FCZ. «Das wird ein entscheidendes Spiel. Mit einem Sieg ist die Hoffnung, im Wettbewerb zu verbleiben, zurück. Verlieren wir, bedeutet dies das Ende der Champions-League-Träume», so Deschamps.

(gaf)