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Champions League

Gelingt Zürich ein weiterer Exploit?

Dienstag, 20. Oktober 2009, 16:55 Uhr, Aktualisiert 22:08 Uhr

Günstige Ausgangslage für den FC Zürich vor dem zweiten Heimspiel in der Champions League: Zwar ist der FCZ auch gegen Olympique Marseille klarer Aussenseiter, schon ein Remis aber würde den Zürchern neue Perspektiven eröffnen.

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Trotz erneuter Aussenseiterrolle wird der FC Zürich gegen Marseille nicht mehr so unbeschwert auftreten können wie beim sensationellen 1:0-Sieg in Mailand. Der Erfolg in Italien weckte Begehrlichkeiten in Zürich, zumindest Gruppenrang 3 scheint inzwischen im Bereich des Möglichen.

Denn mit Marseille gastiert jenes Team im Letzigrund, gegen welches man dem FCZ im Vorfeld der CL-Gruppenphase primär einen Punktgewinn zugetraut hatte. Die Franzosen haben ihre beiden ersten Spiele in der Champions League verloren. Im Kampf um Platz 3 ist das Duell deshalb von grosser Bedeutung.

FCZ-Captain Hannu Tihinen will sich von der günstigen Ausgangslage nicht blenden lassen. Für ihn ist nach wie vor die Super League die Basis. «Für kleine Teams wie Zürich ist die Champions League nur ein Bonus.» Für ihn hat sich die Zürcher Rolle als krasser Aussenseiter in der Gruppe trotz des Erfolgs in Mailand nicht geändert.

Ein Highlight ist das Spiel gegen Marseille für die grosse frankophone Fraktion beim FCZ. «Es wird das grösste Spiel meiner Karriere», sagt Stürmer Alexandre Alphonse. Der Franzose wird gegen «OM» an Stelle von Dusan Djuric auflaufen. Ansonsten lässt FCZ-Coach Bernard Challandes die selben Akteure spielen, die den 1:0-Erfolg in Mailand bewerkstelligt hatten.

Johnny Leoni erwartet Marseille «etwas stärker als Milan». Man müsse gegen die Franzosen mit Leidenschaft agieren, so der Zürcher Torhüter. Nicht das System sei entscheidend, sondern der Wille, einen weiteren Exploit zu schaffen. Einsatz und Motivation liess Zürich in der Meisterschaft zuletzt in Bellinzona vermissen. In der europäischen Königsklasse indes dürfte fehlende Einsatzbereitschaft kein Thema sein.

Obwohl auch für den FCZ sportlich einiges auf dem Spiel steht, lastet der Druck des «Siegenmüssens» eindeutig auf Marseille. Die Südfranzosen haben in der Champions League noch keinen Zähler geholt, eine Niederlage beim «kleinen» FC Zürich würden die heissblütigen Fans kaum akzeptieren. Die Spieler denken deshalb nur an den Sieg: Captain Mamadou Niang: «Uns bleiben noch vier Spieltage, wir dürfen den Kopf nicht verlieren.»

Dass Marseille den Schweizer Meister keinesfalls unterschätzen wird, zeigt die minutiöse Vorbereitung von Trainer Didier Dechamps. Er studierte den FCZ intensiv auf Video, gewährte im letzten Spiel der Ligue 1 gleich acht Spielern eine Pause. Die Franzosen sind nach dem Zürcher Erfolg in Mailand gewarnt.

Zürich: Leoni; Koch, Barmettler, Tihinen, Rochat; Gajic, Aegerter, Tico; Margairaz; Vonlanthen, Alphonse.

Marseille: Mandanda; Bonnart, Hilton, Heinze, Taiwo; Mbia; Lucho Gonzalez, Cheyrou; Koné (Valbuena), Brandao, Niang.

TV-Hinweis

«SF zwei» überträgt die Partie am Mittwoch ab 20.00 Uhr live.

Interview mit Bernard Challandes

(fel)