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Nationalmannschaft

Zeitreise: WM-Endrunden mit Schweizer Beteiligung

Donnerstag, 15. Oktober 2009, 11:04 Uhr, Aktualisiert 12:17 Uhr

1934 begann die Schweizer WM-Reise in Italien - und sie nimmt 2010 in Südafrika ihre Fortsetzung. In der Zwischenzeit nahm die Nati an 8 WM-Endrunden auf drei verschiedenen Kontinenten teil.

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Die Schweizer WM-Geschichte nahm 1934 in Italien ihren Anfang und dies gleich mit einer Überraschung. Im Achtelfinal, welches in Mailand ausgetragen wurde, setzten sich die Schweizer in einem knappen Spiel gegen Favorit Holland mit 3:2 durch. Doch bereits eine Runde später folgte das Aus im Turiner Benito-Mussolini-Stadion gegen die Tschechoslowakei. Die Helvetier gestalteten das Spiel zwar ausgeglichen, kassierten aber in der 82. Minute den dritten Treffer und verloren mit 2:3. 1934 gab die Schweizer Equipe ein kurzes, aber erfolgreiches Debüt auf der WM-Bühne.

Vier Jahre später reiste die Schweiz für das zweite WM-Abenteuer erneut in ein Nachbarland – diesmal nach Frankreich. Bereits in der 1. Runde sorgte die Schweizer Mannschaft für Furore. Nach dem 1:1 gegen Nazi-Deutschland musste ein Wiederholungsspiel entscheiden. In diesem erkämpfte die Mannschaft von Karl Rappan einen sensationellen 4:2-Sieg. Siegbringend waren die beiden Treffer von André Abegglen. Das Spiel der beiden Nachbarländer sorgte sowohl sportlich als auch politisch für Aufsehen. Im Viertelfinale gegen den späteren Vize-Weltmeister Ungarn blieb die Schweiz chancenlos und verlor 0:2.

Nach 12 Jahren WM-Pause war Brasilien das erste Gastgeberland in der Nachkriegszeit. Zum ersten Mal überhaupt war die Nationalmannschaft ausserhalb Europas im Einsatz. In der neu eingeführten Gruppenphase traf die Schweiz auf Jugoslawien, Mexiko und Gastgeber Brasilien. Auf die 0:3-Start-Niederlage gegen Jugoslawien folgte ein beachtliches 2:2 gegen Brasilien. Beide Schweizer-Tore erzielte Jacques Fatton. Auch der abschliessende Sieg über Mexiko konnte das Ausscheiden der Rotweissen aber nicht verhindern.

1954 schrieb die Schweizer Nati ein erfolgreiches Kapitel Sportgeschichte. Die erste und bisher einzige WM-Endrunde im eigenen Land war ein Spektakel. 5,38 Tore fielen im Durchschnitt pro Partie - noch heute Weltrekord. Die Schweizer Mannschaft, erneut trainiert vom Österreicher Karl Rappan, zeigte sich von ihrer Schokoladenseite und qualifizierte sich in der Gruppe mit England, Italien und Belgien als Zweitplatzierter für die Viertelfinals. Ausschlaggebend war das 4:1 über Italien im Entscheidungsspiel, als Doppeltorschütze zeichnete sich Sepp Hügi aus.

Das folgende Viertelfinal zwischen der Schweiz und Österreich ging als «Hitzeschlacht von Lausanne» in die Geschichte ein. Bei rund 40 Grad entwickelte sich das torreichste WM-Spiel aller Zeiten. Die Schweiz nutzte einen Sonnenstich vom österreichischen Torhüter zu einer 3:0-Führung. Doch noch vor der Pause drehte der Favorit das Spiel und gewann schliesslich mit 7:5. Trotz der ärgerlichen Niederlage war die Heim-WM einer der grössten Erfolge der Schweizer Fussballgeschichte.

Nachdem die Schweizer Equipe die WM 1958 in Schweden verpasst hatte, war sie vier Jahre später in Chile wieder mit von der Partie. Am Fuss der Anden blieben die Eidgenossen, trotz der erneuten Verpflichtung von Erfolgstrainer Karl Rappan, ziemlich glücklos. In der Gruppe mit Deutschland, Chile und Italien holte die Schweiz keinen einzigen Punkt, schoss nur ein Tor und schied sang- und klanglos aus.

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1965: Toni Allemann (l.) umkurvt die Holländer im WM-Quali-Spiel.

Was sich bereits in Chile abgespielt hatte, wiederholte sich 1966 im Mutterland des Fussballs. Die Schweizer Nationalmannschaft blieb in England punktelos. In der Hammergruppe mit Deutschland, Argentinien und Spanien hatte der damalige Fussballzwerg nicht den Hauch einer Chance. Gegen Nachbar Deutschland setzte es gar eine 0:5-Niederlage ab. Es war das schlechteste WM-Endrundenergebnis in der Schweizer Geschichte. Für mehr Aufsehen sorgte dafür ein Schweizer Schiedsrichter: Gottfried Dienst wurde für den WM-Final nominiert und anerkannte dort das legendäre «Wembley Tor».

Sechs Endrunden hatte die Schweiz verpasst, ehe sie in den USA erfolgreich auf die WM-Bühne zurückkehrte. Zum ersten Mal seit 40 Jahren war die Gruppenphase nicht Endstation. Nach einem Remis gegen die USA und einem grandiosen 4:1-Triumph über Rumänien konnte sich die Equipe von Roy Hodgson sogar eine Niederlage gegen Kolumbien leisten. Beim Sieg über das hochgelobte Rumänien zeichnete sich der Deutschland-Legionär Adrian Knup als Doppeltorschütze aus. Alain Sutter, selber Torschütze, trat mit gebrochenem Zeh an. Im Achtelfinale gab es dann nichts mehr zu holen. Sforza, Chapuisat und Co verloren gegen Spanien mit 0:3.

In Deutschland wurde das vorerst letzte Kapitel der Schweizer WM-Geschichte geschrieben. Die Nati präsentierte sich im Nachbarland von ihrer besten Seite und löste in der Heimat eine regelrechte Euphorie aus. In vier Partien liess die Mannschaft von Köbi Kuhn kein Gegentor zu. Im ersten Spiel knüpfte man dem späteren Vize-Weltmeister Frankreich ein 0:0-Remis ab. Die weiteren Gruppenspiele gewann das Kuhn-Team gegen Togo und Südkorea mit jeweils 2:0. Symbolisch für den hervorragenden Kampfgeist der Eidgenossen war das blutüberströmte Gesicht von Philippe Senderos, nachdem er gegen Korea das 1:0 erzielt hatte. Aber auch diesmal kamen die Schweizer nicht über die erste K.O.-Runde hinaus. Im Achtelfinale zeigte die Schweizer Elf Nerven und scheiterte im Penaltyschiessen an der Ukraine. Die kläglich verschossenen Elfmeter von Streller, Barnetta und Cabanas dürften den Fans noch bestens in Erinnerung sein.

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(mah)